Pressearchiv 2007

aktion tier - menschen für tiere e.V.

Brutalität und Geschmacklosigkeit gehören nicht auf den Teller ? Froschschenkel sind kein Lebensmittel

Berlin, 19.6.2007. Die Werbung eines Brandenburger Restaurants für ein Menu "Froschschenkel à la Nicoise" als "Rezept der Woche" während des "Französischen Monats" möchte aktion tier e.V. zum Anlass nehmen, dringend vor derartigen geschmacklosen Genüssen zu warnen.

Jedes Jahr werden tonnenweise neben tiefgefrorenen Froschschenkeln auch lebende Frösche unter erbärmlichsten Transportbedingungen importiert. Den Tieren werden bei vollem Bewusstsein die Beine ausgerissen oder abgeschnitten – der Rest ist qualvoll zuckender "Abfall". Die Tötungsmethoden im Ausland sind oft sehr grausam. Eine genaue Kontrolle der Haltungsbedingungen und Schlachtmethoden ist nicht möglich.

In Deutschland ist diese Art Frösche zu Töten verboten, nicht aber die Einfuhr der „Delikatesse“. Der größte Teil der in Europa konsumierten Froschschenkel stammt von Wildfängen aus dem südostasiatischen Raum. Allein Indonesien exportiert weltweit mehrere hundert Tonnen Froschfleisch pro Jahr. Millionen von Fröschen müssen derart grausam sterben, um die verwöhnten Gaumen sogenannter "Gourmets", der unverbesserlichen Froschschenkel-Liebhaber zu befriedigen. Der maßlose Eingriff in die Natur führt zu Artenschutz-Problemen und stört das ökologische Gleichgewicht beträchtlich.

Zum Handel mit Froschschenkeln ist festzustellen, dass sämtliche europäische Amphibien durch den Eintrag „Amphibia spp.“ in der Bundesartenschutz- Verordnung (BartSchV) geschützt und damit generell vom Handel ausgeschlossen sind. Mit entsprechenden Genehmigungen dürfen nur drei Arten nach Deutschland eingeführt werden: R. catesbeiana, R. hexadactyla und R. tigerina. Dabei sind "nur Froschschenkel der Art Rana catesbeiana zur Zucht erlaubt und dürfen somit verwendet und im Handel als Lebensmittel legal angeboten werden". Zur Einfuhr sind jedoch entsprechende Papiere und Genehmigungen nötig.

Dr. Matthias Baeseler von aktion tier e.V. in Berlin: „Die Behauptung, dass angebotene Froschschenkel aus Zuchtfarmen stammen, ist mit großer Wahrscheinlichkeit unwahr, da sich die meisten Frösche nicht in Gefangenschaft züchten lassen!"

Auf dem oft ohne Kühlung durchgeführten Transport vom Ort des Fangs bis zur Fabrik, der manchmal Tage dauert, werden die Froschschenkel in dem warmen Klima häufig von Salmonellen und anderen gefährlichen Krankheitserregern befallen. Zudem wird kaum kontrolliert, ob in diesem Fleisch Spuren von Pestiziden wie DDT, Aldrin usw. vorhanden sind.

Da die natürlichen Feinde von Insekten - die Frösche - massiv dezimiert wurden, setzt man in Bangladesch in großen Mengen Insektizide ein, darunter auch solche, die in Deutschland aufgrund ihrer Schädlichkeit für den Menschen verboten sind.

Deshalb: Finger weg von Froschschenkeln!

Was kann der Verbraucher tun:
- Auf diese unter brutalsten Bedingungen gewonnenen und zudem geschmacklosen Amphibienteile in sämtlichen Formen und Rezepturen verzichten.
- Restaurants und Verkaufseinrichtungen meiden, die Froschschenkel und ähnliche Artikel (wie unter dem Mode- und Tarnnamen „Nymphen“) anbieten.
- Wenn Sie solche Einrichtungen kennen, in denen derartige Produkte verkauft oder zubereitet werden, dann teilen Sie das aktion tier e.V. mit.

aktion tier e.V. wird dann in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden entsprechende Kontrollen vornehmen und weitere Schritte einleiten.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Dr. Matthias Baeseler, aktion tier-Geschäftstelle Berlin,
Tel.: 030- 30103836, Mobil: 0170-9684896, berlin@aktiontier.org

aktion tier – menschen für tiere e.V.
Pressestelle
Kaiserdamm 97
14057 Berlin
Tel.: 030-301038-33
Fax: 030-301038-34
www.aktiontier.org
info@aktiontier-pressestelle.org

 
erstellt am: 19.06.2007
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