Protestaktion gegen das Gänse- und Entenstopfen

22_2376_6_1778_gans_kaefig1.jpgFoie gras – Stopfleber - eine sogenannte Delikatesse, erfreut sich in Deutschland vor allem in der Weihnachtszeit wachsender Beliebtheit. Mehr als 135 Tonnen werden jedes Jahr in der Bundesrepublik verzehrt, Tendenz steigend.

Und das, obwohl hierzulande das Stopfen von Gänsen und Enten zur Produktion der Stopfleber seit längerem verboten ist. Andere sollen quälen – wir wollen konsumieren. Eine krankhaft vergrößerte, verfettete Vogelleber. Denn nichts anderes ist diese fragwürdige Gourmet-Speise, die vorrangig aus Frankreich, aber auch aus Ungarn, Bulgarien und Polen importiert wird.

Über 90 % der Stopflebern stammen von Enten, da deren Haltung effektiver und billiger ist als die von Gänsen. Während eine gesunde Entenleber etwa 70 Gramm wiegt, sind Entenstopflebern von 1.000 Gramm keine Seltenheit. Diese schwergewichtigen Fettlebern entwickeln sich während einer etwa vierwöchigen Tortour. In dieser Zeit werden die Vögel mehrmals täglich zwangsgefüttert. Infolge des unnatürlichen Stopfens speichert der Vogelkörper den Überschuss an Nährstoffen in der Leber, die sich durch die Verfettung krankhaft aufbläht.

Das Leben in den Mastfabriken

22_2377_6_1779_gaense_kaefig.jpgIn riesigen Hallen werden die Tiere in nur körpergroßen Einzelkäfigen wochenlang ohne Auslauf gehalten und regelmäßig gestopft. Sie können sich noch nicht einmal um sich selbst drehen, sind zur Bewegungsunfähigkeit verurteilt. Mit ihren empfindlichen Schwimmhäuten müssen die Wasservögel auf einfachem Drahtgeflecht stehen. Ein Gefängnis des Schreckens, in dem der Tod eine Erleichterung darstellt. Von den mehrere tausend Enten oder Gänse in einer einzigen Halle ist kein Schnattern zu hören. Dafür sind die Tiere zu schwach, sie hecheln nur nach Luft.

22_2378_6_1780_stopfen.jpgDie meisten Mastanlagen verfügen über ein Druckluft-Pumpsystem, mittels dessen die Gewaltfütterung schnell von Statten geht, sodass ein Arbeiter leicht hunderte Tiere in einer Stunde „versorgen“ kann. Über ein grob in den Schlund der Tiere eingeführtes langes Metallrohr wird ihnen pro Stopfvorgang bis zu 1,5 kg gesalzener Mais oder Hafer direkt in den Magen gepresst. Die Verfettung der Leber und die rasante Gewichtszunahme sind nicht das einzige, worunter die Tiere leiden müssen. Bei der brutalen Gewaltfütterung werden ihnen außerdem häufig Halszerrungen und Prellungen zugefügt, durch das Metallrohr werden Speiseröhre und Mageneingang stark strapaziert und oft verletzt. Kraftlos ergeben sich einige der Tiere ihrem Schicksal und versuchen, das Martyrium über sich ergehen zu lassen. Damit sie die Tortur überhaupt durchstehen, werden ihnen Unmengen an Medikamenten verabreicht – neben Beruhigungsmitteln vor allem Antibiotika. Dass sich die Medikamentenrückstände überwiegend in der Leber absetzen, wissen viele Verbraucher nicht und greifen gerne zu dem Luxusartikel „Foie gras“ – na dann guten Appetit!

aktion tier startet Protestaktion

22_2379_6_1785_aktion_stopfen1.jpgAuf dem Berliner Alexanderplatz infor-miert die Tierschutzorganisation aktion tier e.V. am 24.10.2008 Verbraucher über das Schicksal der geschundenen Kreaturen und die Praktiken in der Stopfmast. Dazu wird eine lebensgroße Kunstgans zur Veranschaulichung „gestopft“.

Es wurden Unterschriften für einen Importstopp von Stopfprodukten gesammelt. 

 

 
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