Wildtiere gehören nicht ins Wohnzimmer – Artgerecht ist nur die Freiheit!

22_2483_plakat.jpgJedes Jahr werden Millionen von exotischen Wildtieren nach Deutschland importiert. Ein Großteil davon sind immer noch Wildfänge. Die Tiere wurden nicht in Gefangenschaft nachgezüchtet, sondern mit brutalen Methoden wie Fallen, Leimruten, Netzen oder sogar Gift aus ihrem natürlichen Lebensraum herausgerissen. In den Ursprungsländern werden die Exoten zunächst zwischengelagert, bis eine für den Export lohnende Stückzahl zusammengekommen ist. Eingepackt in kleine Dosen oder Beutel werden sie dann nach Deutschland versandt, häufig per Flugzeug. Studien belegen, je preisgünstiger die Tierart, desto nachlässiger, platzsparender und damit für die Tiere gefahrvoller erfolgt der Transport Der Schock der Gefangennahme, Verletzungen durch grausame Fangmethoden und die katastrophalen Transportbedingungen führen dazu, dass viele Tiere Deutschland nicht lebend erreichen. Je nach Art liegt die Mortalitätsrate bei bis zu 50%. Das heißt, jedes zweite Tier stirbt! Es verwundert nicht, dass diejenigen Exoten, die beim Großhändler ankommen, häufig verletzt oder krank sind. Viele überleben danach noch nicht einmal ein Jahr in Gefangenschaft!

22_2486_boerse.jpgTrotzdem blüht das weitgehend unkontrollierte Geschäft mit exotischen Tieren, denn die Nachfrage ist riesig und bei einigen Arten will die Nachzucht in Gefangenschaft einfach nicht gelingen oder ist kostenintensiver als der verlustreiche Import von Wildfängen. Der Handel mit den besonders empfindlich auf Veränderungen in ihrer Umgebung reagierenden Wildtieren erfolgt über Kleinanzeigen, im Internet und bei so genannten Exotenbörsen. In kleinen Plastikboxen, in denen sonst Essen am Imbiss verkauft wird, werden die Tiere zu diesen Börsen transportiert und dort wie Wühltischware feilgeboten. Um sie herum eine ungewohnte Geräuschs- und Geruchskulisse, grelles Licht, Menschenmassen, keine Möglichkeit zum Verstecken oder zur Flucht. In Deutschland werden mittlerweile jedes Jahr Hunderte von Exotenbörsen veranstaltet. Manche Händler reisen mit ihren Tieren von Börse zu Börse, bis die „Ware“ entweder verkauft oder tot ist. Zwar gibt es hierzulande seit dem 01. Juni 2006 die so genannten „Leitlinien zur Ausrichtung von Tierbörsen unter Tierschutzgesichtspunkten“, doch sind diese aus Sicht des Tierschutzes vollkommen unzureichend und zudem nicht rechtsverbindlich.

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Weitere Informationen:
» Eine artgerechte Haltung ist nicht möglich (Quelle Schmidt, V. (2008))
» Ausrottung seltener Arten
» Gefahr für die Bevölkerung
» Gesetzliche Vorgaben der einzelnen Bundesländer zur
   Privathaltung gefährlicher Wildtiere
» Oft ein Problem: Unüberlegt angeschafft und dann ausgesetzt
» Was Sie tun können

 
Weitere Links:
» Leitlinien zur Ausrichtung von Tierbörsen unter
   Tierschutzgesichtspunkten [mehr]
» Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien [mehr
» Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen [mehr]
» Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von
   Säugetieren [mehr]
» Gutachten der Sachverständigengruppe über die tierschutzgerechte
   Haltung von Vögeln [mehr]
» Gutachten der Sachverständigengruppe über die Mindest-
   anforderungen an die Haltung von Papageien [mehr
» Robert Koch Institut [mehr]
» Bundesamt für Naturschutz, Cites: [mehr]
» Chronik der Vorkommnisse mit exotischen Haustiere
  (Quelle: aktion tier/ animal public)  [mehr]
» Videoclip: So sieht es auf einer Exotenbörse aus [mehr]
» Fotodokumentation zum Thema Exotenbörse
Auf der Website vom Deutschen Tierschutzbüro finden Sie eine Fotodokumentation zum Thema Exotenbörse. [mehr]



 
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