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Reptilien und Amphibien

Korallenfinger-Laubfrosch (Litoria caerulea)
Die ersten Amphibien oder Lurche haben sich vor etwa 380 Millionen Jahren entwickelt. Amphibien kennzeichnen den Übergang vom Wasser- zum Landbewohner. Das Foto zeigt einen in den Tropen und Subtropen beheimateten Korallenfinger-Laubfrosch (Litoria caerulea). Foto: © aktion tier e.V./Bauer
Rautenkrokodil (Crocodylus rhombifer)
Die Reptilien oder Kriechtiere entwickelten sich vor etwa 300 Millionen Jahren aus den Amphibien. Schildkröten und Krokodile sind die ältesten Reptilienarten. Hier ein Kuba- oder Rautenkrokodil (Crocodylus rhombifer). Foto: © aktion tier/Bauer
Leopardgeckos (Eublepharis macularius)
Alle Reptilien sind wechselwarm. Ihre Körpertemperatur hängt von der Umgebung ab. Daher sonnen sie sich gerne, um sich aufzuwärmen und ihren Körper auf „Betriebstemperatur“ zu bringen. Abgebildet sind Leopardgeckos (Eublepharis macularius). Foto: © aktion tier e.V./Bauer
Seefrosch (Rana ridibunda)
Auch Amphibien sind wechselwarme Tiere. Im Gegensatz zu den Reptilien meiden sie jedoch Trockenheit und die pralle Sonne, da ihre Haut dünn ist und sie leicht austrocknen können. Das Foto zeigt einen Seefrosch (Rana ridibunda). Foto: © Ursula Bauer
Dreistreifen-Baumsteiger (Epipedobates tricolor)
Alle Amphibien benötigen zur Fortpflanzung Wasser. Dieser in Ecuador beheimatete Dreistreifen-Baumsteiger (Epipedobates tricolor) hat seine Eier in einem feuchten Blatt abgelegt. Später wird das Männchen die schlüpfenden Larven dann zu einem Gewässer tragen, wo sie sich entwickeln können. Foto: © Ursula Bauer
Axolotl (Ambystoma mexicanum)
Der Axolotl (Ambystoma mexicanum) macht als einziges Amphibium keine Metamorphose durch, sondern behält lebenslang seine Larvengestalt. Foto: © Ursula Bauer
Griechische Landschildkröte
Reptilien benötigen zur Fortpflanzung kein Wasser und durchlaufen auch kein Larvenstadium wie die Amphibien. Sie legen Eier, wie diese Griechische Landschildkröte auf dem Foto, oder bringen lebende Jungen zur Welt. Foto: © Ursula Bauer
Eidechse
Eidechsen können sich sehr flink bewegen. Als besondere Schutzmaßnahme können sie in einer Gefahrensituation ihren Schwanz abwerfen. Er wächst später wieder nach, allerdings nur in verkürzter Form. Foto: © Ursula Bauer
Blindschleiche (Anguis fragilis)
Die Blindschleiche (Anguis fragilis) ist eine heimische Echsenart und keine Schlange. Blindschleichen sollen in Gefangenschaft über 50 Jahre alt werden können. Foto: © Ursula Bauer
Galápagos-Riesenschildkröten (Chelonoidis nigra)
Galápagos-Riesenschildkröten (Chelonoidis nigra) werden erst mit ca. 25 Jahren geschlechtsreif und können bis zu 200 Jahre alt werden. Foto: © Ursula Bauer
Laubfrosch (Hyla arborea)
Die Klasse der Amphibien umfasst die Froschlurche, die Schwanzlurche und die Schleichenlurche. Der abgebildete, in Deutschland heimische Laubfrosch (Hyla arborea), zählt wie alle Frösche zu den Froschlurchen. Foto: © aktion tier e.V./Bauer
Molche und Salamander (hier ein Feuersalamander) gehören zur Ordnung der Schwanzlurche. Foto: 7854 / CC0 1.0 Universell CC0 1.0
Teichmolch (Lissotriton vulgaris)
WeiblicherTeichmolch (Lissotriton vulgaris). Diese in Deutschland häufigste Molchart ist vor allem in tieferen Lagen unter 1.000 m anzutreffen. Foto: H. Krisp - Eigenes Werk / Attribution 3.0 Unported CC BY 3.0
Aga-Kröte (Bufo marinus)
Die Aga-Kröte (Bufo marinus) ist mit bis zu 22 cm Körperlänge eine der größten Froschlurche. Sie stammt ursprünglich aus Amerika, wurde durch den Menschen jedoch in zahlreichen anderen Gebieten wie Australien, Japan, Hawaii und Florida eingeführt. Foto: © Ursula Bauer
Gelbbauchunke (Bombina variegata)
Die drüsige Haut der in Deutschland seltenen Gelbbauchunke (Bombina variegata) sondert bei Berührung ein giftiges Sekret ab, welches bei Fressfeinden und auch bei Menschen zu Hautirritationen führen kann. Foto: © Ursula Bauer
Gelbbauchunke (Bombina variegata)
Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) hat, wie der Name schon sagt, einen gelbgefleckten Bauch. Foto: © Ursula Bauer
Zur Klasse der Reptilien gehören im Wesentlichen Schildkröten, Schlangen, Krokodile und Echsen. Das Foto zeigt eine Schildkobra (Aspidelaps scutatus) in Abwehrhaltung. Foto: © Ursula Bauer
Chamäleon
Chamäleons gehören zur Unterordnung der Echsen.
Schnappschildkröte (Chelydra serpentina)
Weltweit gibt es 327 Schildkröten-Arten mit über 200 Unterarten. Hier eine Schnappschildkröte (Chelydra serpentina). Foto: © Ursula Bauer
Kuba- oder Rautenkrokodil (Crocodylus rhombifer)
Die Ordnung der Krokodile (Crocodylia) umfasst die echten Krokodile (crocodylidae, die Alligatoren (Alligatoridae) und die Gaviale (Gavialidae). Das Kuba- oder Rautenkrokodil (Crocodylus rhombifer) gehört zur Familie der Echten Krokodile. Foto: © Ursula Bauer
 
 

Von Ursula Bauer, Januar 2016. Amphibien (Klasse Amphibia) und Reptilien (Klasse Reptilia) gehören innerhalb der Wirbeltiere (Vertebrata) zur Reihe der vierfüßigen Landwirbeltiere (Tetrapoda). Allerdings sind nicht alle Vertreter dieser beiden Klassen tatsächlich landbewohnende Tiere mit vier Gliedmaßen, denn im Rahmen der Evolution haben sich zum Beispiel die Beine der Schlangen, die zu den Reptilien gehören, zurückgebildet. Außerdem durchlaufen die Amphibien einen Teil ihrer Entwicklung im Wasser und auch einige Schlangenarten (Seeschlangen) verbringen ihr gesamtes Leben nicht an Land, sondern im Wasser. Die Bezeichnung „Landwirbeltiere“ bezieht sich weniger auf die aktuellen Amphibien- und Reptilienarten sondern vorrangig auf deren Entstehungsgeschichte, die vor etwa 380 Millionen Jahren bei den Nachfahren einer Gruppe von Knochenfischen begann. Die urtümlichen Fische besaßen bereits eine Art Lunge und ihre Flossen entwickelten sich allmählich zu Füßen. Diese Ur-Amphibien dehnten langsam ihren Lebensraum auf die Ufer von Gewässern aus und gingen allmählich zu einem Leben an Land über. Aus den Amphibien entwickelten sich dann vor etwa 300 Millionen Jahren die Reptilien.

Amphibien (oder Lurche) und Reptilien (oder Kriechtiere) weisen nur wenige Gemeinsamkeiten, aber eine ganze Reihe von Unterschieden auf. Hier einige Beispiele:

  • Amphibien und Reptilien sind wechselwarm. Ihre Körpertemperatur ist also nicht konstant, sondern richtet sich weitestgehend nach der Umgebungstemperatur. Ist es kalt, sind wechselwarme Tiere weniger aktiv als bei Wärme. Im Winter verfallen sie in eine Art Starre und werden erst im Frühjahr, wenn es wärmer wird, wieder aktiv.
  • Reptilien überwintern ausschließlich an vor Frost geschützten Stellen an Land, während es unter den Amphibien einige Arten gibt, die sich zur Winterruhe in den Schlamm am Gewässergrund eingraben (z.B. Seefrösche).
  • Während Reptilien ausschließlich über ihre Lungen atmen ist bei Amphibien die Hautatmung sehr wichtig und die Lungenatmung eher zweitrangig.
  • Amphibien benötigen zur Vermehrung das Wasser und vollziehen im Laufe ihrer Entwicklung vom Ei über die im Wasser lebende und mit Kiemen versehene Larve (Kaulquappe oder Molchlarve) bis zum erwachsenen Lurch eine vollständige Gestaltwandlung (Metamorphose). Es gibt jedoch einige Ausnahmen: Der Axolotl (Ambystoma mexicanum) beispielsweise macht keine Metamorphose durch, sondern behält lebenslang seine Larvengestalt. Und beim Alpensalamander (Salamandra atra) ist die Fortpflanzung nicht ans Wasser gebunden. Das Weibchen dieser Lurchart bringt ein bis zwei vollständig entwickelte, lungenatmende Jungtiere zur Welt, deren Entwicklung sich vollständig im Mutterleib vollzogen hat. Reptilien sind zur Fortpflanzung ausnahmslos nicht wassergebunden und durchlaufen auch keine Metamorphose (kein Larvenstadium). Sie legen entweder Eier oder sind lebendgebärend.
  • Amphibien bevorzugen eher feuchte Lebensräume, meiden die Sonne und bewegen sich an Land langsam. Sie trinken nicht, sondern nehmen Flüssigkeit über die Haut auf, die meistens feucht ist. Reptilien sind eher wärmeliebend, sonnen sich gerne und trinken aktiv Wasser. Ihre Hornschuppen- Haut ist immer trocken. Viele Reptilien wie beispielsweise Eidechsen und Warane sind außerdem äußerst flink.

Die Lebenserwartung von Amphibien und Reptilien ist teilweise sehr unterschiedlich und verlässliche Zahlen liegen im Prinzip nur für Haltungen in Gefangenschaft vor. Bei Lurchen erreichen nur wenige Arten ein erstaunlich hohes Alter. So sollen unsere heimischen Feuersalamander (Salamandra salamandra) in Terrarienhaltung beispielsweise bis zu 50 Jahre und die in Deutschland sehr häufig vorkommenden Erdkröten (Bufo bufo) fast 40 Jahre alt werden. Den Altersrekord halten jedoch Reptilien – und zwar die Schildkröten. Allen voran die Galápagos-Riesenschildkröte (Chelonoidis nigra), die bei guter Pflege ein Alter zwischen 150 und 200 Jahre erreichen kann. Aber auch kleinere Arten wie Dosenschildkröten (Terrapene sp.), Maurische Landschildkröten (Testudo graeca gracea) oder unsere heimische Sumpfschildkröte (Emys orbicuslaris) können zumindest in Gefangenschaft über 100 Jahre alt werden.

Amphiben

Die Klasse der Amphibien unterteilt sich in drei Ordnungen: die Froschlurche (z.B. Frösche und Kröten), die Schwanzlurche (z.B. Molche, Salamander) und die Schleichenlurche oder Blindwühler, bei denen die kleinen Arten fast wie Regenwürmer aussehen. Weltweit existieren über 6.000 Amphibienarten. In Deutschland kommen mit 7 Schwanzlurchen und 14 Froschlurchen lediglich 21 Lurcharten vor. Sehr häufige Arten sind beispielsweise Teichfrosch (Rana esculenta), Erdkröte (Bufo bufo) und Teichmolch (Lissotriton vulgaris). Seltener und in einigen Bundesländern bereits ausgestorben sind unter anderem Springfrosch (Rana dalmatina), Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans), Gelbbauchunke (Bombina variegata), Laubfrosch (Hyla arborea), Kammmolch (Triturus cristatus) und Feuersalamander (Salamandra salamandra). Aufgrund ihrer speziellen Lebensraumansprüche kommen Arten wie Alpen-Kammmolch (Triturus carnifex, im Südosten Bayerns) und Alpensalamander (Salamandra atra, in den nördlichen Kalkalpen Bayerns) nur lokal in Deutschland vor.

Reptilien

Die Klasse der Reptilien ist sehr umfangreich und umfasst unter anderem Schildkröten (Testudinata), Schlangen (Serpentes), Krokodile (Crocodylia) sowie die große Unterordnung der Echsen (Lacertilia, Sauria), zu der etwa 60% aller Reptilien gehören. Diese Unterordnung der Echsen unterteilt sich wiederum in Leguanartige (z.B. Chamäleons, Agamen, Leguane), Geckoartige (v.a. Geckos), Skinkartige (z.B. Gürtelschweife, Eidechsen, Skinke) und Schleichenartige (z.B. Krustenechsen, Warane). Weltweit existieren etwa 7.000 Reptilienarten, die alle Lebensräume mit Ausnahme der Polargebiete besiedeln.

In Deutschland sind lediglich 14 Arten heimisch:

Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis)
Zauneidechse (Lacerta agilis)
Kroatische Gebirgseidechse (Iberolacerta horvathi)
Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata)
Östliche Smaragdeidechse (Lacerta viridis)
Waldeidechse (Zootoca vivipara)
Mauereidechse (Podarcis muralis)
Blindschleiche (Anguis fragilis)
Schlingnatter (Coronella austriaca)
Ringelnatter (Natrix natrix)
Äskulapnatter (Zamenis longissimus)
Kreuzotter (Vipera berus)
Würfelnatter (Natrix tessellata)
Aspisviper (Vipera aspis).

Zu den häufigen Arten gehören Blindschleiche, Zauneidechse und Waldeidechse. Arten wie Würfelnatter, Europäische Sumpfschildkröte und Aspisviper sind dagegen so extrem selten geworden, dass man sie kaum zu Gesicht bekommt.

Korallenfingerfrösche leben in buschigen oder bewaldeten Bereichen vorrangig in der Nähe von Gewässern.
Foto: © aktion tier e.V./Bauer

Exotische Amphibien

Der Korallenfinger-Laubfrosch

Laubfrosch (Hyla arborea)
Foto: © aktion tier e.V./Bauer

Heimische Amphiben

Amphibien auf Wanderschaft Die Wildtier- und Artenschutzstation hilft dem Lurch des Jahres 2014 auf die Sprünge

Gila-Krustenechse
Foto: © aktion tier, Ursula Bauer

Exotische Reptilien

Die Klapperschlange

Foto: © aktion tier, Ursula Bauer

Tierschutzfälle mit Reptilien/Amphibien

Tierschutzfälle mit exotischen Haustieren Gifttiere im Plattenbau