aktion tier auf der Jahrestagung der AG Warane

Kampagnen beinhalten in der Regel neben Informationen und Aktionen auch immer eine Forderung zur Verbesserung der angeprangerten Missstände. Wir haben im Vorfeld intern und mit Fachleuten darüber diskutiert, ob die zahlreichen Probleme, die mit dem Thema „exotische Wildtiere“ einhergehen, durch entsprechende Regelungen behoben werden könnten. Aber wie können der Wildfang im Ursprungsland gestoppt, die hohen Verlustraten durch den Transport verhindert, der illegale Handel unterbunden und eine verantwortungsvolle, fachkompetente Haltung der Tiere in Deutschland garantiert werden? Die vorhandenen gesetzlichen Regelungen zum Handel, Arten- und Tierschutz sind eindeutig unzureichend und können augenscheinlich auch nur sporadisch kontrolliert werden. Daher blieb für uns in letzter Konsequenz als Lösung des Problems nur die Forderung: keine exotischen Tiere in Privathand!

22_2681_plakat.jpgObwohl jedermann klar sein sollte, dass selbst ein großer Tierschutzverein wie aktion tier mit diesem Statement die Welt nicht aus den Angeln heben und ein Verbot der Privathaltung von Exoten auch niemals erwirken kann, hagelte es nach dem Kampagnenstart massive Kritik von Seiten der Terrarienfreunde. Grundsätzlich freuen wir uns natürlich, wenn unsere Themen Beachtung finden und auch eine kontroverse Diskussion kann durchaus fruchtbar sein. Teilweise gingen die uns zugestellten Mails jedoch deutlich unter die Gürtellinie. Erfreulich fair und offen für die Meinung der „anderen Seite“ war dagegen Frank Mohr, der Initiator des wichtigsten Internetforums zum Thema Warane (www.waranwelt.de.). Im Rahmen eines lebhaften Mailverkehrs zeigte sich schnell, dass Tierschützer und Waranfreunde in mehreren wesentlichen Punkten gleicher Meinung waren.

22_2680_warantreff.jpg
Wir nahmen dann auch die Einladung an, am Jahrestreffen der AG Warane am 24. April in Hanau teilzunehmen. Diese Arbeitsgemeinschaft innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V. (DGHT, www.dght.de) befasst sich vorrangig mit der Zucht und Haltung von Waranen. Der Empfang war herzlich und die Stimmung uns gegenüber neugierig-freundlich. Gleich zu Beginn überreichte uns Klaus Wesiak 2 Ausgaben der „elaphe“, der Fachzeitschrift der DGHT. Verschiedene Vorträge über seltene Waranarten, Krankheiten, Terrarienausbau und Gefahrtierhaltung zeigten das hohe fachliche Niveau der Arbeitsgemeinschaft. So sprachen beispielsweise der Herpetologe und Leiter der AG Herr André Koch vom Zoologischen Forschungsmuseum Koenig (ZFMK) in Bonn sowie die Geschäftsführerin der DGHT Frau Silvia Macina. Auch in Gesprächen am Rande wurde deutlich, mit welcher Hingabe und welch hohem zeitlichen und finanziellen Einsatz diese Waranhalter ihrem Hobby nachgehen. Im Rahmen einer Diskussionsrunde mit allen Teilnehmern der Tagung wurde dann fair und offen über die unterschiedlichen Positionen gesprochen.

22_2683_warantreff2.jpgDass Tiere auf Exotenbörsen leiden und in den Händen von Trend- und Spontankäufern sicher kein artgemäßes Leben führen, wurde auch von den Tagungsteilnehmern kritisiert. Innerhalb einer gut funktionierenden Gemeinschaft wie diesen Waranliebhabern gibt es keine Wegwerftiere. Man hilft sich gegenseitig bei der Vermittlung, wenn Probleme auftreten oder berät Neulinge vor der Anschaffung eines Tieres. Leider stellen derartige Fachleute in unseren Augen eine Minderheit dar. Wie unsere Erfahrungen zeigen informieren sich nur ein Bruchteil der Menschen vor dem Kauf über die Bedürfnisse der anspruchsvollen Exoten und die hohen Kosten, die mit der Haltung verbunden sind. Wir haben in unseren chronisch überfüllten Exotenstationen täglich Tiere mit teilweise lebensbedrohlichen haltungsbedingten Schäden vor Augen. Und was wird aus all den oft über 50 Jahre alt werdenden Schildkröten, Papageien und Reptilien, die ihre vielleicht sehr engagierten Halter mit Sicherheit überleben?

Dieses Treffen war sinnvoll und fruchtbar – schließlich kämpfen ernsthafte Tierfreunde nie gegen, sondern immer miteinander – für das Wohl der Tiere. Ob und wie man die offenkundigen Probleme in Zukunft eventuell gemeinsam lösen könnte, werden wir in weiteren Gesprächen mit der DGHT überlegen. Und auch mit Frank Mohr von der Waranwelt werden wir auf jeden Fall in Kontakt bleiben. Der Grundstein für eine Zusammenarbeit wurde bei diesem Treffen auf jeden Fall gelegt.




 
Kampagnenstart
 
Ihre Meinung ist uns wichtig!
 
aktion tier Informationen
 
TV Mittschnitte
Hier sehen Sie verschiedene Fernsehbeitrage zur Kamapagne.
mehr
aktion tier Berichte zum Thema
aktion tier-Kampagne
Zwischenbilanz »

aktion tier auf der Jahrestagung der AG Warane »

Eröffnung Exotenauffangstation im Tierschutzzentrum Meißen »
 
Informationen und Links
allgemeine Infos zum Thema
mehr