Ein Herz für Hunde
Tierelend ist vor allem in den südlichen Ländern Europas ein Problem. Durch unkontrollierte Vermehrung wächst die Population der herrenlosen Hunde und Katzen kontinuierlich an. Der Mensch hat kaum noch einen Überblick über die vielen Tiere, die Hunger leiden und oft von Krankheiten oder nicht geheilten Wunden durch Unfälle im Straßenverkehr gezeichnet sind. Die hohen Temperaturen während der Sommermate tun ihr Übriges und setzen den ohnehin schwachen Tieren zu. Ein Bericht von Alexandra Diezemann

Neben großangelegten Kampagnen und gezielten Artenschutzprojekten wird nun durch das DTHW verstärkt Tierschutz vor Ort auf der spanischen Insel Teneriffa betrieben. Ein Planungsteam von DTHW-Mitarbeitern bestehend aus Architekten, Bauingenieuren, Veterinären und Tier-schützern konzipierte einen individuell auf Teneriffa zugeschnittenen Tierheim-prototyp. Die Problematik der streunenden Hunden soll durch den mit einem 100%ig vom DTHW finanzierten Modelltierheim auf dem 399.000m2 großen Gesamtgrundstück des „Instituto Tecnologicos de Energias Renovables“ im Süden Teneriffas ein Ende finden. Durch gezielte Kastrationsaktionen und tierärztliche Betreuung seitens des DTHW soll den durch Krankheit und Hunger leidenden Hunden auf Teneriffa zum einen ein artgerechtes Leben ermöglicht und die unkontrollierte Vermehrung zum anderen eingedämmt werden.
Rudelhaltung für bessere Sozialisierung
Auf dem Tierheim-Areal von 10.000m2 können ca. 150 Hunde aufgenommen werden. Eine Besonderheit des DTHW-Tierheims wird in der geplanten Gruppenhaltung der Hunde liegen, die zu einer schnelleren Sozialisierung und Verträglichkeit der Tiere führt. Da Hunde ausgeprägte Rudeltiere sind, wird auf diese Weise sicher gestellt, dass die Tiere unter einander die Möglichkeit erhalten, Hierarchien zu bilden. Dieses instinktive Verhalten von Hunden wird somit unterstrichen, so dass es dem Tier bei einer Vermittlung leichter fällt, sich seinem neuen Besitzer unterzuordnen und diesen als seinen Rudelführer, seinen „Alpha-Menschen“ zu akzeptieren.
Tierschützerin und Unternehmerin Renate Thyssen Henne, die bereits erfolgreich mit ihrem Verein „SOS Projects – Hilfe für Mensch und Tier e.V.“, Kooperationspartner des DTHW, Hunde aus südlichen Ländern nach Deutschland holt, versorgt und vermittelt, trägt mit ihrer Schirmherrschaft über dieses DTHW-Projekt dazu bei, dass die Öffentlichkeit verstärkt auf die akute Not der Hunde aufmerksam gemacht wird. Der erste Spatenstich erfolgte am 26. September diesen Jahres. Renate Thyssen Henne, ihre Tochter Prinzessin Inaara Begum Aga Khan und Vorstandsvorsitzender des DTHW, Holger Knieling, wurden begleitet von dem Regierungschef Teneriffas, Präsident Don Ricardo Melchior Navarra, dem Bürgermeister Francisco Jalme Gonzales Cajàs, Professorin Dr. Ulrike Matis der Münchener Universitäts-Tierklinik, dem Deutschen Honorarkonsul und einem Presseaufgebot der BILD-Zeitung und der Presse Teneriffas.
Das DTHW-Tierheim - Herberge für Hunde
Das DTHW will mit diesem Tierheim dem Tierelend direkt vor Ort begegnen. Die Tiere sollen vor Ort von Tierärzten versorgt, von den Tierpflegern betreut und auch vermittelt werden. Tierfreunde, die als Touristen die Insel besuchen, werden bei Fertigstellung des Tierheims dann aufgerufen, sich an das Tierheim zu wenden, sobald ein Hund, in der Hoffnung etwas zu fressen zu bekommen, sich als „Urlaubsbegleitung“ an die Fersen der Urlauber hängt. Während der Urlaubssaison werden viele Tiere, vor allem Hunde, von den Touristen mit kleinen Leckerlis über Wasser gehalten. Sobald die Saison aber zuende geht, sehen sich viele Hunde dem Hunger ausgesetzt. „Mensch und Tier“ wird über den weiteren Verlauf des Tierheim-Baus berichten. Bei Fertigstellung werden die Adresse und die zuständigen Ansprechpartner bekannt gegeben. Das Tierheim auf Teneriffa ist ein weiteres DTHW-Projekt, welches im europäischen Ausland realisiert werden konnte.