Neues aus Bukarest
Wenn aktion tier nicht wäre, müssten in Bukarest über 1000 Hunde ihr Leben lassen. Das aktion tier-Tierheim in Bukarest ist immer noch überlastet, trotz eingeleiteter Vermittlungen außerhalb von Rumänien. Dank der Sommerzeit beschäftigen sich die Tierheimleiter Dr. Saplacan und Dr. Moise mit umfangreichen Renovierungsarbeiten. Ein Bericht von Sigurd Tenbieg

Durch die Hochwasserkatastrophe waren zahlreiche Hundehütten und Liegebretter restlos zerstört worden. Der Orkan wiederum verursachte große Schäden an den Dächern über den riesigen Hundehäusern. Mit den zur Verfügung gestellten Mitteln durch aktion tier konnten die Dächer vollständig neu eingedeckt werden. Auch das Betriebsgebäude, worin sich die eigene Tierklinik befindet, wurde innen und außen renoviert. Alle Maßnahmen wurden in Eigenleistung mit den vorhandenen Arbeitern durchgeführt. Denn mit den durch die Mitglieder von aktion tier geleisteten Beiträge und Spenden muss sparsam umgegangen werden.
Große Aufregung verursachte auch ein Überfall auf das Tierheim. Neben dem mit einer Schutzmauer versehenen Tierheim liegt ein Grundstück, auf dem sich ein Rumäne illegal niedergelassen und ebenso illegal eine Baracke zu Wohnzwecken errichtet hatte. Das Gelände wurde zwangsgeräumt und durch Wachleute bewacht. Auf diesem zum Tierheim gehörenden Grundstück wollten die Zigeuner Alteisen stehlen, wurden jedoch von den Wachleuten des Tierheimes aufgehalten. Daraufhin wurden die Zigeuner handgreiflich. Einer der Wachleute floh in Richtung Haupteingang zum Tierheim. Auf dem Weg dorthin wurde er mit einem Knüppel niedergestreckt. Von der Wucht des Schlages getroffen, verlor Scarlet, so heißt der Wachmann, kurzzeitig das Bewusstsein. Da hörte er die Zigeuner rufen: Tötet ihn, tötet ihn! Das ließ ihn zu neuem Leben erwachen. Mit einem beherzten Sprung konnte er sich in das Betriebsgebäude retten und die Polizei alarmieren. Die übrigen Wachleute wurden mit Messern attackiert, aber nur leicht verletzt. Da die Polizei anrückte, floh die Zigeunerbande. Ein Notarztfahrzeug brachte den an Kopf, Armen und Beinen verletzten Wachmann zum nächstgelegenen Krankenhaus. Gottlob, die Verletzungen erwiesen sich als nicht so dramatisch, wie zunächst angenommen. Die Polizei hat nicht viel unternommen. Offenbar haben die Polizisten selber Angst vor der Zigeunerbande. Auch unsere Wachleute wollten sich nicht in Lebensgefahr begeben um im Zigeunerviertel die Identifizierung der Täter vorzunehmen. Wie uns berichtet wurde, hätte dies den Rachetod bedeutet.
Eigentlich kommt es uns sehr gelegen, dass das Grundstück entrümpelt wird. Daher haben wir uns entschlossen, es den Zigeunern zu gestatten, Eisenteile zu nehmen. Überschlägig berechnet bringt das Alteisen vielleicht umgerechnet 150 EUR. Müssten wir die Entsorgung vornehmen, käme uns dies teuer zu stehen. Man muss auch wissen, dass Zigeuner stark diskriminiert werden. Ob sie selber die Schuld tragen, können wir nicht beurteilen. Jedenfalls leben sie in Slum ähnlichen Baracken, denn Reichtümer oder gar wenigstens ein Existenzminimum zum Leben haben sie nicht. Die Zigeuner hatten vor einigen Wochen bereits versucht, mehrere Strom führende Kabel, die überirdisch in unmittelbarer Nähe der Mauer verlegt sind, zu stehlen. Um die Wachleute Nachts abzulenken, hatten die Zigeuner Steine in die Hundegehege geworfen, woraufhin die Hunde lautstark bellten. Da auch über Bewegungsmelder die Lichtstrahler ausgelöst wurden, verschwanden die Diebe, da sie sich stark gestört fühlten.
Wie geht es weiter? Nun ist geplant, weitere Vermittlungsaktionen nach Deutschland zu organisieren. Jedoch ist das recht schwierig, weil auch entsprechende Plätze frei sein müssen. Bitte drücken Sie, liebe Leserinnen und Leser von „mensch und tier“, die Daumen, dass unsere Vorhaben von Erfolg gekrönt sein werden, denn die bedauernswerten Hunde haben ein besseres Zuhause in Liebe und Geborgenheit verdient.