Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) und die EU-Artenschutz-Verordnung

Mehr als 40 000 Tier- und Pflanzenarten sind durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) geschützt. Seit Juni 1997 gilt durch die neue EU-Verordnung für alle europäischen Staaten das WA mit gleicher Gesetzesschärfe. Nicht nur Elefanten, Nashörner, Krokodile, Schlangen und Großraubkatzen, sondern auch Korallen, Muscheln und Schnecken gehören zu den geschützten Arten.

Bei allen Produkten, die aus diesen Tieren für Souvenirs oder Kleidungsstücke hergestellt wurden, gelten Einfuhrverbote oder -beschränkungen. Ziel des WA (oder auch englisch CITES = Convention on International Trade in Endangered Species) ist es, die durch den Handel bedrohte Arten unter Schutz zu stellen. Die neue EU-Artenschutz-Verordnung setzt das WA in europäisches Recht um. Darin sind je nach unterschiedlichem Gefährdungsgrad die Arten in vier Anhängen gelistet.

Bei der illegalen Einfuhr dieser Tiere und Pflanzen oder Produkten daraus winken Bußgelder bis zu 50 000 EUR oder Haftstrafen.

Allein am Frankfurter Flughafen wurden 1996 insgesamt 763 Personen aufgegriffen, die geschützte Arten bei sich hatten, d. h. über zwei Personen pro Tag. Tendenz steigend! In den letzten vier Jahren haben die Beschlagnahmungen stetig zugenommen. 1996 wurden in ganz Deutschland 21 297 Exemplare sichergestellt. Ein großer Teil davon wird Schulen und Museen zur Verfügung gestellt. Lebende Tiere werden Zoos und Tierparks übergeben. Ein Rücktransport in das Ursprungsland ist meistens nicht mehr möglich.

Da hört man das Meer so schön rauschen

8_506_Verbotene.Souvenirs.jpgDas Korallenriff, eines der sensibelsten Ökosysteme auf unserer Erde, ist in Gefahr. Mitbringsel vom Tauchurlaub in den Tropen sind sehr beliebt. Hier mal ein Korallenstück abgebrochen, dort mal schnell eine Muschel aufgehoben, und schon ist wieder ein Stück Natur unwiederbringlich verloren. Neben den Souvenirjägern setzen auch die Fischerei und die Meeresverschmutzung den Riffen stark zu. 1997 wurde zum internationalen Jahr des Riffes erklärt, um auf die Bedrohung dieser einzigartigen Unterwasser-Landschaften hinzuweisen. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Schildkröten als Nachttischlampen, Affenschädel als Aschenbecher, ausgestopfte Vögel als Blickfang auf dem Wohnzimmerschrank. Dem schlechten Geschmack sind keine Grenzen gesetzt, der Natur allerdings schon. Immer mehr Tierarten geraten an den Rand der Ausrottung aufgrund der exotischen Wünsche von Liebhabern „ausgefallener“ Souvenirs. Die Freude am „Besonderen“ währt jedoch kurz. Die schönste Zeit des Jahres endet oft am Zoll, die exotischen Mitbringsel werden beschlagnahmt. Der Urlauber zahlt die Zeche.

Seepferdchen gegen Asthma und Haarausfall, Schildkröten gegen Fieber und Heiserkeit, Schlangen zur Potenzsteigerung und gegen Rheuma. Das Angebot auf asiatischen Märkten für die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist groß. Viele Tierarten sind deshalb vom Aussterben bedroht. „Dem musste ich einfach helfen“, darum werden Ihnen auch diese Pülverchen und „Suppen“ an der Grenze abgenommen. Ebenfalls das aus Mitleid aus einem engen Käfig „freigekaufte“ Tier. Es wird beschlagnahmt und kommt in eine Auffangstation. Der Tierhändler freut sich und füllt den Käfig gleich wieder mit einem weiteren Tier.

aktion tier tut etwas:

♦ Die Veröffentlichungen von aktion tier in Reisezeitschriften und der allgemeinen Presse machen die Bevölkerung auf die Souvenir-Problematik aufmerksam.
♦ bundesweite Informationsstände in der Öffentlichkeit thematisieren das Thema "Verbotene Souvenirs"


 
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