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Eklig und meist tödlich – Fliegenmadenbefall

In den Sommermonaten trifft Kaninchen das Grauen besonders häufig. Es reicht eine kleine Wunde und die Fliegen kommen. Sie legen ihre Eier in die offene Stelle und schon nach wenigen Stunden schlüpfen die ersten Maden. Diese weißen, raupenartigen Fliegenmaden fangen sofort nach dem Schlupf an, sich in das Kaninchen hinein zu fressen.

„So ein Befall sieht gruselig aus und kommt leider sehr häufig vor“, bedauert Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. Die erwachsenen Fliegen werden auf der Suche nach einer günstigen Stelle um ihre Eier abzulegen, von Kot oder dem Geruch von Wundsekret angelockt. Daher sind Kaninchen mit Durchfall und wundem Po besonders häufig betroffen.

„Entdeckt ein Tierhalter derartige Maden an seinem Tier, darf er nicht zögern“, mahnt die Tierärztin. Die Parasiten müssen sofort entfernt werden. Dies gelingt am besten mit einer Pinzette. Dann geht es schnellstmöglich zum Tierarzt. Der entfernt die restlichen Maden, spült die Wunden und versorgt das Tier mit Antibiotika. Nur so hat es überhaupt eine Chance, den Madenbefall zu überleben.

Besser, es kommt erst gar nicht so weit. Tierhalter sollten ihr Tier täglich auf offene Wunden hin kontrollieren. Kaninchen, die an Durchfall leiden und im Freien leben, müssen ins Haus genommen werden. Älteren Tieren, die sich selbst nicht mehr selbst putzen können, hilft der fürsorgliche Tierbesitzer bei der Körperpflege. Bei langhaarigen Kaninchen ist es ratsam, um den Anus herum die langen Haare abzuschneiden, damit sich kein Kot darin verfängt, der Fliegen anlocken könnte. Täglich müssen Kotballen und Urin aus dem Stall entfernt werden. Beherzigt der Kaninchenbesitzer diese Ratschläge, ist ein tödlicher Fliegenmadenbefall nahezu ausgeschlossen.

Weitere Informationen bei:

aktion tier e.V.
Dr. med. vet. Tina Hölscher

Mobil:
+49 177 2451198
E-Mail:
tierarzt[at] remove-this.aktiontier.org