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Themenseite: Straßenkatzen aktion tier Projekt "Kitty"

Foto: © aktion tier e.V./Bauer

Das im Jahr 2002 von aktion tier e.V. ins Leben gerufene „Projekt Kitty“ ist das erfolgreichste Straßen-Katzenhilfsprojekt in Deutschland. Als Straßenkatzen werden ehemalige Hauskatzen und ihre Nachkommen bezeichnet, die herrenlos und auf sich allein gestellt beispielweise in Hinterhöfen, an Krankenhäusern, auf Industriegeländen oder an landwirtschaftlichen Betrieben leben.

Paderborner Modell | Straßenkatzen-Babystation | Die Kitty-Foren 

Im Rahmen des „Projekt Kitty“ versucht aktion tier e.V. dem Leid der Straßenkatzen durch Kastration, tiermedizinische Versorgung und kontrollierte Fütterung entgegenzuwirken und zu lindern. Die nachhaltig gewährleistete Finanzierung durch aktion tier sowie die professionelle Organisation und Umsetzung durch Projektpartner und freiwillige Helfern verhalfen dem Projekt Kitty zu einem bundesweiten Erfolg.

Schwerpunkt des Projektes Kitty ist die Kastration, medizinische Betreuung und kontrollierte Fütterung von Straßenkatzen. Innerhalb unserer Wirkräume werden an zahlreichen, dauerhaft angelegten Kitty- Futterstellen mit selbstgebauten Schlafhäuschen Tausende Straßenkatzen von ehrenamtlichen Mitarbeitern gefüttert und überwacht. So erhalten kranke Tiere schnelle Hilfe, unkastrierte Katzen können durch unsere Kitty- Tierärzte kastriert und Streunerbabys zur Vermittlung eingefangen werden. Das Projekt Kitty nimmt sich darüber hinaus auch neu gemeldeten Straßenkatzen- Beständen an und unterstützt die Betreuer vor Ort mit Futterspenden. Durch intensive Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit schafft das Projekt Kitty Verständnis für die Straßenkatzen und fördert die Bereitschaft in der Bevölkerung, diesen Tieren zu helfen oder neue, bislang unkastrierte Katzenpopulationen zu melden.

Kitty Foren

Kitty-Foren sind Stützpunkte, von denen aus die Hilfe für die Straßenkatzen in Deutschland organisiert wird. Geführt werden diese Foren durch lokale aktion tier-Projektpartner vor Ort oder durch aktion tier e.V. in Eigenregie. Die Foren betreuen in einem Aktionsradius von 50 km die örtlichen Straßenkatzenbestände und organisieren in diesem Rahmen Hilfsmaßnahmen wie Futterspenden, Kastrationen oder tiermedizinische Behandlungen. Da bei der in Deutschland flächendeckend herrschenden Straßenkatzen-Problematik jedoch nur selten Hilfestellung durch Behörden, Tierheime oder andere Tierschutzorganisationen geleistet wird, sind weitere Kitty-Foren von aktion tier in Planung. Sollten Sie in Ihrer Region Straßenkatzen beobachten oder Katzen in Not sehen, wenden Sie sich gerne an das entsprechende Forum in Ihrer Nähe. Hier finden Sie eine Übersicht aller Kitty Foren mit Adressen und Ansprechpartnern.

Kitty Babystation

Auf dem Vereinsgelände unseres Projektpartners, dem Berliner Katzenschutz e.V., wurde durch aktion tier eine Auffangstation speziell für auf der Straße geborenen Katzenbabys errichtet: eine deutschlandweit einzigartige Einrichtung. In dieser KITTY-Babystation betreuen die Mitarbeiter des Berliner Katzenschutz vorrangig in Berlins Straßen eingefangene, verwaiste Katzenbabys oder auch ganze Würfe mitsamt der Straßenkatzen-Mutter. Trotz der schlechten Lebensbedingungen kann jede unkastrierte Streunerkatze zwei- bis dreimal im Jahr jeweils bis zu sieben Junge werfen. In der KITTY-Babystation können nun bis zu 15 Straßenkatzen mit ihren Jungen aufgenommen werden. Mit etwa zehn Wochen werden die Kleinen vermittelt und die nach der Stillzeit kastrierten Katzenmütter wieder an ihrer alten Futterstelle freigelassen.

Mehr zur Katzenbabystation des Projekts Kitty.

Behördliche Kastrationspflicht für Privatkatzen mit Freigang

Eine der Ursachen für die Vermehrung der Straßenkatzen sind unkastrierte Hauskatzen mit Freigang, da diese sich mit den wildlebenden Katzen verpaaren. Eine aus unserer Sicht sehr sinnvolle Gegenmaßnahme ist hier die behördlich verordnete Kastrationspflicht. Als erste deutsche Stadt erließ Paderborn (Nordrhein-Westfalen) in enger Zusammenarbeit mit aktion tier e.V. am 22. September 2008 eine gesetzliche Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für privat gehaltene Katzen, die älter als 5 Monate sind und Zugangs in Freie habe.

Diese als "Paderborner Modell" bekanntgewordene Verordnung erwies sich ans wegweisend: Bis Juli 2014 folgten bereits 250 Städte und Gemeinden dem Paderborner Modell. Ausschlaggebend für den Erlass dieser Verordnung im Kreis Paderborn war die Tatsache, dass trotz erheblicher Kastrations- und Versorgungsbemühungen der Tierschutzvereine die Zahl der im Stadtgebiet Paderborn ausgesetzten, herrenlosen und verwildert lebenden Katzen und die damit einhergehenden Probleme in sehr starkem Maße zugenommen hatten. Die betroffenen Tiere pflanzten sich unkontrolliert fort und mussten teilweise unter erbärmlichen und tierschutzwidrigen Umständen ihr Leben fristen.

Mehr zum Paderborner Modell.

Eine beispielhafte Erweiterung der Kastration- und Kennzeichnungspflicht und damit einen Meilenstein für das Projekt Kitty beschloss am 24. Oktober 2016 der Kreistag des Ennepe-Ruhr-Kreises (NRW). Die durch den Kreistag verabschiedete Katzenschutzverordnung sieht -erstmals in Deutschland- vor, Kosten für die Kastration und Kennzeichnung sowie für weitere gesundheitsfördernde Maßnahmen von frei und verwildert lebenden ehemaligen Hauskatzen durch die öffentliche Hand zu übernehmen. Das ist ein ganz neuer und wegweisender Ansatz, dem hoffentlich noch viele weitere Städte und Gemeinden folgen.

Mehr zur Katzenschutzverordnung des Ennepe-Ruhr-Kreises

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