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Der katzenfreundliche Garten

Das Herumstromern im Garten ist für Katzen herrlich. Foto: © Sabo

von Ingeborg Pollaschek. Jeder Katzenbesitzer weiß um die Sorgen, wenn das Katzenkörbchen eines Abends leer bleibt, weil Mieze nicht nach Hause gekommen ist. Man macht sich die schlimmsten Gedanken und letzten Endes erfährt etwa ein Drittel der Katzenhalter nie, was dem Tier widerfahren ist. Die Ungewissheit ist schwer zu ertragen. Überall hatte man gesucht. In Kellern, Schuppen, Garagen, im Tierheim und auch Anzeigen aufgegeben. Schließlich ist man sich einig: „Die nächste Katze bleibt im Haus!“ 

Es stimmt zwar, dass Katzen freiheitsliebende Wesen sind, jedoch bedeutet das nicht, dass sie immer ein ungebundenes Umherstreifen in freier Landschaft benötigen. Sie können ihren Bewegungsdrang auch in der Wohnung ausleben, besonders dann, wenn man für Abwechslung sorgt oder wenn dort nicht nur eine Katze alleine gehalten wird. Viele Katzenbesitzer möchten ihre Tiere gerne im eigenen Garten umherlaufen lassen. Dieser Wunsch kommt besonders in den Sommermonaten auf, wenn sich die Familie vermehrt im Grünen aufhält. Man kann schon ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sich der kleine Leisetreter an der Fensterscheibe die Nase platt drückt und mit sehnsuchtsvollem Blick dem lustigen Treiben seiner Familie zusieht. Und schließlich ist man sich auch hier wieder einig: „Die Katze muss mit und soll draußen im Garten herumstromern dürfen!“ Die einfachste Möglichkeit, aber nur eine Notlösung, ist die Katze an der Leine. Ausleben kann sie sich nicht. Manche Tiere gewöhnen sich daran, und sie kommen schon angesprungen, wenn sie das Geschirr in der Hand ihres Menschenfreundes erblicken. Für andere wieder ist es eine Qual, und sie wehren sich vehement gegen eine solche Einschränkung ihrer Freiheit. Kontakt zu ihren Menschen, aber doch etwas mehr Freiheit für die Katze lässt sich mittels einer großen Vogelvoliere herstellen. Eingerichtet mit Kletterhilfen und erhöhten Sitzmöglichkeiten wäre es schön, wenn die Katze je nach Lust und Laune durch eine Katzenklappe in ihre gewünschten Aufenthaltsorte hin und her wechseln kann.

Falls einfallsreiche Katzen einen nahe am Zaun stehenden Baum als Sprungschanze nutzen, um über den Zaun hinweg in die „große Freiheit“ zu springen, muss man sie am Erklimmen des Stammes hindern. Hier hat sich sehr gut der im Fachhandel erhältliche Katzenoder Marderabwehrgürtel erwiesen. Diese Manschette wird einfach um den Stamm gelegt und sie ist auch gleichzeitig noch ein guter Schutz für brütende Vögel. Auch Zweige von dornigen Hecken, dicht um den Baum geschlungen, verleidet so manchem Kätzchen das Hochklettern. Obwohl ausbruchsicher, sollte aber auch im eigenen Garten für Sicherheit gesorgt werden. Die immer beliebter werdenden Schwimmbäder oder Gartenteiche haben nicht nur schon so manchem Kätzchen das Leben gekostet. Wenn es nicht einige Ausstiege gibt, um wieder hinaus zu kommen, werden die Tiere elendig ertrinken. Das Gleiche gilt für nicht abgedeckte Wassertonnen. Bei Gartenteichen mit steilen Wänden ist ein rundum angelegter Sumpfbereich schon hilfreich, denn Katzen meiden gewöhnlich diesen sumpfigen Bereich.

Es ist schön für Katzen, wenn sie im Garten frische Luft, Naturgeräusche, Pflanzenduft und vieles andere mehr genießen können. Doch Vorsicht: So manches was da grünt und blüht kann gefährlich sein. Bei etlichen Gewächsen sind es die Blätter, bei anderen die Blüten oder auch beides. Nicht selten gehen solche Vergiftungen tödlich aus. Hier können nicht alle gefährlichen Pflanzen aufgeführt werden, jedoch seien hier einige erwähnt. Gefährlich sind unter anderen folgende: Wolfsmilch-, Nachtschatten, Aronstab- und Zwiebelgewächse aller Art, Orchideen, Geranien, Fingerhut, Goldregen und Nadelgehölze aller Art. Im Internet findet man eine längere Liste zur Information. Falls Vergiftungserscheinungen auftreten wie etwa Zittern, Krämpfe, starker Speichelfluss, Lähmungen und Erbrechen, ist es höchste Zeit für tierärztliche Hilfe. Medikamente für Menschen dürfen nicht verwendet werden.