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Oskar & Paula: Tierhaltung bedeutet Verantwortung!

von: Ann Kari Sieme

Wir sagen es seit Jahren: Tierhaltung bedeutet Verantwortung! Leider wird uns bei unserer täglichen Arbeit immer wieder vor Augen geführt, dass sich viele Menschen ihrer Verantwortung nicht bewusst sind und ihr Tier weder seiner Art, noch seinen Bedürfnissen entsprechend halten. So war es auch bei unserer Old-English-Bulldogge „Oskar“, der aktuell (Stand: 23.12.20) in unserem aktion tier Tierheim in Zossen auf sein Für-immer-Zuhause wartet.

Bevor Oskar zu uns kam, fristete der 3-jährige Rüde sein Leben angebunden in einer Wohnung. Mit ihm zusammen wohnte seine Schwester „Paula“, die an der Wand gegenüber fixiert war. Ein Blick auf Paulas Milchleiste lies die Vermutung zu, dass sie durchaus schon mal Welpen zur Welt bringen musste. Ein Wurf, der sich finanziell gelohnt haben dürfte, erfreut sich die Old-English-Buldogge doch aktuell recht großer Beliebtheit.

„Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat...

1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen.

2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,

3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.“,

so heißt es im §2 des Tierschutzgesetzes.

Glücklicherweise wurden die beiden durch das Veterinäramt beschlagnahmt und konnten so aus ihrer misslichen Lage befreit werden. In unserem Tierheim angekommen, zeigte sich, dass die ehemaligen Besitzer sich nicht nur aus ihrer Verantwortung der artgerechten Unterbringung und Bewegung entzogen, sondern auch nicht viel Wert auf die Gesunderhaltung der Hunde gegeben hatten.

So zeigten Oskar und Paula beide allergiebedingte Hautveränderungen, die für die Rasse leider nicht ganz untypisch sind, aber unbedingt behandelt werden müssen. Nach einer Futterumstellung und tiermedizinischer Versorgung ging es den beiden zum Glück schnell besser. Was blieb, war die durch die bisherige, verantwortungslose Haltung bedingte, mangelhafte Sozialisierung Menschen und Umweltreizen gegenüber.

Paula hat trotz anfänglicher Skepsis fremden Menschen gegenüber bereits ihre Familie gefunden und konnte das Tierheim schon wieder verlassen. Für Oskar sind wir weiterhin auf der Suche nach dem passenden Menschen. Mehr Informationen zu unserm Oskar finden Sie hier.

Um Tieren wie Oskar und Paula Leid zu ersparen, werden wir nicht müde, weiter für Aufklärung zu sorgen. Tierhaltung bedeutet Verantwortung! Bitte seit euch dieser Verantwortung stets bewusst und informiert euch VOR der Anschaffung eines Tieres ausgiebig über seine Bedürfnisse, artgerechte Pflege und Ernährung.

Wer einem Tier ein Zuhause schenken möchte, sollte hierfür Tierheime oder seriöse Züchter aufsuchen. Dies hat den Vorteil, dass die Tierpfleger oder Züchter ihre Tiere sehr gut kennen und beratend zur Seite stehen können, wenn es um die Wahl des richtigen Charakters geht.

Bitte nehmt unbedingt Abstand davon Tiere im Internet zu bestellen oder über Ebay-Kleinanzeigen oder andere Anzeigenportale zu kaufen.

Bei den uns bekannten Umständen zur ehemaligen Haltung von Oskar und Paula ist nicht davon auszugehen, dass die Besitzer mit dem Verkauf von Paulas Welpen verantwortungsvoller umgegangen sind und wahrscheinlich wurden diese auch über die einschlägigen Portale „verscherbelt“. Dies konnte jedoch nicht belegt werden.

Einen Welpen vom Deutschen Züchter?

Es gibt hierzulande seriöse Züchter, die ihre Hunde gut betreuen und eine maßvolle Vermehrung betreiben. Aber auch hier finden sich viele schwarze Schafe, die Masse mit Klasse verwechseln und, meist mit mehreren Rassen züchten, was das Zeug hält. Wenn es also unbedingt ein Hund vom Züchter statt aus dem Tierheim sein muss, raten wir: Am besten besucht man den Züchter persönlich und verschafft sich einen eigenen Eindruck. Wie viele Hunde werden gehalten? Wo und wie leben die Tiere? Sind auch die Elterntiere vor Ort oder nur Welpen? Dürfen Sie als Besucher wirklich alles ansehen oder werden Ihnen in einem „Showroom“ ausgewählte Hundebabys präsentiert? Sind die Hunde gesund und ausgeglichen oder kränklich und verängstigt?

Wenn Zweifel bestehen, nehmen Sie lieber Abstand von einem Kauf.