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Wüstenluchs und Nasenbär ziehen ein

von: Dr. Florian Brandes

Ein von den zuständigen Behörden Mitte Januar 2021 in der Oberpfälzer Stadt Weiden beschlagnahmter Wüstenluchs (Caracal caracal) ist nach gut vierwöchiger Quarantäne im Tiergarten Nürnberg in die aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation nach Sachsenhagen umgezogen.

Jörg Beckmann, stellvertretender Direktor des Tiergartens Nürnberg, schaut zurück: „Der Wüstenluchs wurde vor gut vier Wochen nach einer anonymen Anzeige in einer Mietwohnung gefunden!“. In einer anonymen Mail an das Veterinäramt Weiden stand: „In einem Wohngebiet mitten in Weiden hält eine Frau einen Wüstenluchs“, berichtet Veterinärin Barbara Bäumler. Bei einer von der Polizei unterstützten Kontrolle vor Ort wurde tatsächlich ein Karakal in der Mietwohnung gefunden. In der Küche standen eine Hundehütte und ein Katzenklo als Einrichtung für den fauchenden und alles andere als zahmen Karakal. Mit einem Blasrohr konnte das Tier betäubt werden. Der Tiergarten Nürnberg stimmte der kurzfristigen Unterbringung des Karakals im Tiergarten zu.

Die Mieterin zeigte sich überrascht, dass sie einen Wüstenluchs nicht einfach so halten darf. „Sie war sich keiner Schuld bewusst, hat sich aber bei der Wegnahme kooperativ verhalten.“, berichtet Veterinärin Bäumler. Für die Polizei hat sich der Einsatz doppelt gelohnt: Zufälligerweise hielt sich bei der 44-jährigen Mieterin noch ein per Haftbefehl gesuchter Mann auf, den die Beamten festnahmen.

Am Donnerstag, den 04.03.2021 erreichte der Karakal „Philipp“ die Wildtierstation, da im Tiergarten Nürnberg kein Platz für eine längere Unterbringung vorhanden war. „Er war neugierig, als wir ihn ins Gehege gelassen haben. Dort untersuchte er erst einmal alles“, sagt Dr. Florian Brandes, Leiter der Auffangstation und Fachtierarzt für Wildtiere und Artenschutz. Die vom Land Niedersachsen anerkannte Auffangstation für Wildtiere in Sachsenhagen wird voraussichtlich auch nur eine Zwischenstation für den Wüstenluchs. Die Mitarbeiter der Wildtierstation werden eine passende dauerhafte Unterbringung in einer Zoologischen Einrichtung für das Tier suchen.

Nasenbär findet Ruhe in der Wildtierstation

Seit Anfang März hat ein ursprünglich bei Langenhagen eingefangener Nasenbär für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem das wärmeliebende Tier mitten im Winter mit offensichtlich frisch amputiertem Schwanz aufgegriffen und in einer Auffangstation in Isernhagen in Pflege genommen wurde, hat man dort kurze Zeit später sein Gehege aufgebrochen und sein Verbleib war unklar, woraufhin er einige Tage später wieder freilaufend eingefangen werden konnte.

Nun hat die Odyssee für den „Coati“, wie der Nasenbär in seiner südamerikanischen Heimat auch genannt wird, ein Ende gefunden. Die zuständigen Behörden haben ihn in die Obhut der aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen gegeben, weil die Auffangstation in Isernhagen keine Genehmigung zur Pflege invasiver Arten besitzt. Obwohl der Nasenbär (Nasua nasua) als invasive Art im Naturschutzrecht geführt wird, hätte das Tier bei uns im Winter draußen nicht lange überleben können. In der Quarantäne der Wildtierstation kann er sich nun bei wohligen Temperaturen von seinen Strapazen erholen.

Die Mitarbeiter der Wildtierstation stehen bereits mit einer zoologischen Einrichtung in Kontakt, in der der Nasenbär eine dauerhafte Bleibe in einem schönen Gehege mit Artgenossen finden könnte.

Weitere Informationen bei:

aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen
Dr. Florian Brandes

Hohe Warte
31553 Sachsenhagen

Telefon:
+49 5735 708730
Website:
http://www.wildtierstation.de/