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aktion tier übernimmt 15 Tiere aus Animal Hoarding Fall in BerlinAnimal Hoarding Fall Berlin-Charlottenburg

Animal Hoarding Fall Charlottenburg
Animal Hoarding Fall in Berlin-Charlottenburg: 24 Tiere lebten in einer nur 60 qm großen Wohnung. Foto: © aktion tier e.V./Bauer
Der Vermieter hatte von der Massentierhaltung erfahren und mit Kündigung gedroht. Foto: © aktion tier e.V./Bauer
Einmal mehr ist aktion tier gefragt: sieben Katzen, drei Chinchillas, vier Meerschweinchen und einen Hund bringen wir in unser Tierheim in Zossen. Foto: © aktion tier e.V./Bauer
Drei Katzen und zwei kleine Hunde wollte die ältere Hartz VI-Empfängerin unbedingt behalten, den Rest haben wir heute in unsere Obhut genommen. Foto: © aktion tier e.V./Bauer
Einige Katzen hatte die Halterin über EBAY verschenkt, bevor sie sich an aktion tier wandte. Foto: © aktion tier e.V./Bauer
Typisch für einen Animal Hoarding Fall: die Wohnung war verwahrlost, dreckig sowie mit Möbeln, Krimskrams und Tierzubehör völlig zugestellt. Foto: © aktion tier e.V./Bauer
Die Halterin war mit deren Pflege und Versorgung völlig überfordert, die Kleintierkäfige waren verdreckt. Foto: © aktion tier e.V./Bauer
Ein Teil der Katzen hatte verklebte und verkrustete Ohren, tränende Augen und stark verfilztes Fell. Foto: © aktion tier e.V./Bauer
In unserem Tierheim kümmern wir uns um unsere neuen Schützlinge. Foto: © aktion tier e.V./Bauer
 
 

Von Ursula Bauer, Juni 2015. Ursprünglich lebten 24 Tiere in der nur 60qm großen Wohnung im Berliner Stadtteil Charlottenburg. Als der Vermieter im April dieses Jahres von der Massentierhaltung erfuhr, drohte er mit Kündigung. Zum Glück für die Hunde, Katzen und Kleintiere – denn nun war die Halterin gezwungen, ihren Tierbestand zu reduzieren.

Die ältere, alleinstehende Frau verschenkte einen Teil der Katzen über das Internet-Kleinanzeigenportal eBAY, dann wandte sie sich an aktion tier. Ein erster Besuch ließ bei uns alle Alarmglocken läuten. Die kleine Wohnung war verwahrlost, dreckig sowie mit Möbeln, Krimskrams und Tierzubehör völlig zugestellt. Drei kleine Hunde und zehn Katzen lebten in dem Chaos. Hinzu kamen drei Chinchillas und vier Meerschweinchen, die in völlig verdreckten Käfigen gehalten wurden. Überall standen Näpfe mit Futterresten herum. Die Halterin war mit der Pflege und Versorgung der vielen Tiere völlig überfordert. Ein Teil der Katzen hatte verklebte und verkrustete Ohren, tränende Augen und stark verfilztes Fell. Auf die Frage, wie es zu einem derart großen Tierbestand kommen konnte, erzählte die Hartz IV- Empfängerin, dass sie vor vielen Jahren mit zwei Hunden eingezogen war. Ihr Ex-Lebensgefährte hätte dann jedoch immer wieder Tiere „angeschleppt“, die er über das Internet gefunden hatte. Nachwuchs hatte es bei den Katzen auch gegeben, der dann behalten wurde. Grund zum Handeln sah die Halterin allerdings erst, als die Wohnungsbaugesellschaft ihr mit dem Rausschmiss aus der Wohnung drohte, falls sie den Tierbestand nicht drastisch reduzieren würde.

Die Tiere sind jetzt in unserem Tierheim in Meissen, wo sie erst einmal tierärztlich behandelt werden. Leben derart viele Tiere dicht gedrängt beieinander, haben die schwächsten oft das Nachsehen. Sie verstecken sich vor den anderen, kommen als Letze ans Fressen und werden zunehmend scheu. Auch unter den von uns mitgenommenen Katzen waren mehrere solch’ ängstlicher Tiere. Sie werden in Meissen noch einige Zeit zum Auftauen brauchen, bevor sie vermittelbar sind.

Unsere Erfahrung mit dem Animal Hoarding-Phänomen gibt Grund zu der Annahme, dass es haufenweise Fälle wie diesen gibt. Nicht nur in Berlin, sondern überall in Deutschland leiden, meist unbemerkt, Tiere in Messiewohnungen. Sollten Ihnen, liebe Leser, derartige Tierhaltungen bekannt sein, dann melden Sie diese bitte dem zuständigen Veterinäramt. aktion tier kann nicht überall sein und auch nicht immer helfen. Die Veterinärbehörden sind jedoch verpflichtet einzugreifen, wenn ihnen Fälle von ausufernden, schlechten Tierhaltungen gemeldet werden.