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aktion tier rettet 28 Degus

Degu-Baby am Gitter.
Degu-Baby am Gitter. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Mehrere Jungtiere klettern an den Käfigwänden hoch
Mehrere Jungtiere klettern an den Käfigwänden hoch. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Die 28 Degus in ihrem trostlosen Gefängnis. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Tierpflegerin Myriam Laser fängt die Tiere vorsichtig ein
Tierpflegerin Myriam Laser fängt die Tiere vorsichtig ein. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Die Tiere werden nach Geschlechtern getrennt
Die Tiere werden nach Geschlechtern getrennt. Hier ein ausgewachsenes Männchen. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Degu bei der Untersuchung im aktion tier Tierheim
Die meisten Degus haben Narben von alten Bissverletzungen. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Degu mit verletztem Ohr
Auch dieses geschlitzte Ohr ist die Folge einer Beisserei. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Zahnfehlstellung vielleicht infolge der Inzucht
Zahnfehlstellung vielleicht infolge der Inzucht. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Der gesetzte Microchip wird zur Kontrolle ausgelesen
Der gesetzte Microchip wird zur Kontrolle ausgelesen. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Gerettetes Jungtier. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Degus im Quarantäne-Gehege von aktion tier
In diesem mehrstöckigen Quarantäne-Gehege sind die Weibchen untergebracht. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Degu im Tierheim aktion tier Zossen
Das Gehege wird erkundet. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Geretteter Degu im Tierheim aktion tier Zossen
Hier gefällt´s mir. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
 
 

Die 28 Nager kauern auf dem Gitterboden des viel zu kleinen und völlig kahlen Drahtkäfigs. Wassernäpfe und ein Stück Holz sind das einzige Inventar. Einstreu, Unterschlüpfe, Beschäftigungsmöglichkeiten, Futter – alles nicht vorhanden. Einige Jungtiere kommen die Gitter hochgeklettert und schreien jämmerlich.

Von Ursula Bauer, 8. Mai 2018.

Es findet eine unkontrollierte Vermehrung statt, zwischen den Erwachsenen tummeln sich zahlreiche Jungtiere unterschiedlichen Alters. Immer wieder kommt es aufgrund der beengten Verhältnisse zu Beissereien, gelegentlich liegen tote Tiere im Käfig. Der Halter, ein junger Erwerbsloser, der bei seiner Mutter lebt, merkt nicht, dass die vielen Tiere in ihrem kleinen Gefängnis direkt neben seinem Bett leiden. Das ist typisch für Animal Hoarder oder auch Tiermessies. Erst als sich die Mutter wegen des Gestanks an aktion tier wendet, wird ihm durch unsere Mitarbeiter klar gemacht, dass seine Deguhaltung Tierquälerei ist und gegen das Tierschutzgesetz verstößt.

Vor die Wahl gestellt, angezeigt zu werden oder uns die Tiere zu übereignen, entscheidet sich der Mann schließlich für die zweite Möglichkeit und wir können die Degus mitnehmen. Im Tierheim aktion tier Zossen werden sie erst einmal von unserer Tierärztin untersucht. Um eine weitere Vermehrung zu verhindern, müssen die Nager nach Geschlecht getrennt gehalten werden. Wie sich herausstellt, besteht die Gruppe aus 13 weiblichen und 15 männlichen Degus. Ihr Ernährungszustand ist ganz gut, allerdings haben mehrere Tiere weiße anstelle der arttypisch gelben Zähne – ein charakteristisches Symptom einer Mangelerscheinung durch nicht artgerechter Fütterung. Folgen von Bissverletzungen wie Narben und geschlitzte Ohren findet die Tierärztin bei der Untersuchung mehrfach.

Jeder Degu wird gegen Ektoparasiten (Aussenschmarotzer) behandelt und mit einem winzigen Microchip gekennzeichnet. Es werden noch Kotproben zur Untersuchung gesammelt und dann geht es in die Quarantänestation. Obwohl es nur eine vorübergehende Unterbringung ist, muss es für die Tiere nach der Tortur im Drahtkäfig das reinste Paradies sein. Die beiden abwechslungsreich gestalteten Gehege für die Männchen- und die Weibchengruppe werden gleich neugierig erkundet. Erst genüsslich im Sand baden – vielleicht das erste Mal im Leben - und dann ausgiebig fressen. Duftendes Heu und allerlei Grünzeug. Das schmeckt. Danach wird geruht, in einem der vielen gemütlichen Schlafhäuschen.