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aktion tier - menschen für tiere e.V.

Radprofis und Rösser im selben Boot

Berlin/München, 02.01.2008. Doping jetzt auch im Pferdesport! Etliche Pferde in hohen Klassen wurden bereits positiv getestet. Zudem machen die neuen Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ab 2008 noch leichter, was bisher ohnehin kaum zu kontrollieren war: Medikamenteneinsatz im Turniersport bei Reitveranstaltungen. Anstatt wie gehabt wenigstens die Anwesenheit von Tierärzten während des Turniers auf dem Gelände zwingend vorzuschreiben, soll es jetzt genügen, wenn diese bei Turnieren von regionaler Bedeutung lediglich in Rufbereitschaft erreichbar sind.

Damit ist zunehmendem Missbrauch verschiedenster tiermedizinischer Pharmaka Tür und Tor geöffnet. Noch unbesorgter, als es bis dato möglich war, können Reiter ab dem neuen Jahr kranken Pferden schmerzstillende, beruhigende und entzündungshemmende Arzneimittel vor und während des Turniers verabreichen. Im Gegensatz zu Radsportlern können die vierbeinigen Sportgeräte die Einnahme nicht einmal verweigern.

Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin der aktion tier e.V., kommentiert die Entwicklung: “Kranke Pferde haben auf dem Turnierplatz nichts verloren. Uneinsichtige Reiter gibt es leider selbst auf Hobbyreiterebene genug. Sie müssen durch Kontrollen zur Vernunft gezwungen werden. Wenn ab 2008 nicht mal mehr ein Tierarzt zugegen ist, hat das sicher den gegenteiligen Effekt und setzt damit falsche Signale.”

Im vergangenen Jahr wurde lediglich eins von 1.500 Pferden, die am Start waren, getestet. Da haben schwarze Schafe ein leichtes Spiel.

Fairerweise muss man sagen, dass sich auch im Pferdesport die Frage stellt: Wer soll breit angelegte Dopingkontrollen bezahlen? Doch die Antwort darauf müssen Entscheidungsträger der Deutschen Reiterlichen Vereinigung finden. Sonst laufen sie Gefahr, in ähnlich ungutes Fahrwasser zu geraten, in dem die Radsportler seit einigen Monaten auf Talfahrt sind. Wie die Sponsoren auf derartige Rutschpartien reagieren, ist seit dem Rückzug der Telekom aus dem Radsport hinlänglich bekannt. Doch damit stehen Tierschützer und Wirtschaftsbosse endlich einmal auf derselben Seite - wenigstens ein erfreulicher Umstand im Dopingsumpf.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Hölscher,
Veterinärin bei aktion tier,
Tel.: 089-89146676, Mobil: 0177-2451198 (tierarzt[at] remove-this.aktiontier.org).

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