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Der Aal ? Fisch des Jahres 2009Verunglimpft und missbraucht im RTL-Dschungelcamp

Berlin, 21.01.2009. Gestern im Dschungelcamp: zwei Teilnehmerinnen der Sendung „Hilfe, ich bin ein Star – holt mich hier raus!“, Mausi Lugner und Lorielle London, sollten bei ihrer „Schatzsuche“ lebende Aale von einem Becken ins andere umsetzen und sie dabei zählen. 33 Stück waren es. Dies war nun der Code für das Schloss der Schatztruhe. Unter jämmerlichem Getue der beiden Mitspieler wurden die hilflos zappelnden Tiere in die Hände der zwei genommen und nicht gerade fachmännisch umgebettet.

Dass in dieser Sendung Tiere teilweise lebendig verspeist werden oder, so wie man beim Kakerlakenbad von TV-Moderatorin Gundis Zambo auch gestern verfolgen konnte, als „Ekelelement“ verwendet werden, ist offenbar weitestgehend von den voyeuristisch veranlagten Zuschauern akzeptiert.

Dass aber der Aal als der gewählte Fisch des Jahres 2009 verunglimpft wird, ist eine Ohrfeige für jegliche Tierschutzarbeit. Der Aal steht seit vielen Jahren auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Der Bestand in Deutschland ist nicht gesichert. Dieses Tier verdient aufgrund seiner beeindruckenden Schwimmkünste und Lebensart Respekt und Schutz und sollte nicht zur Belustigung ahnungsloser, sensationslüsterner Fernsehzuschauer in sinnlose Stresssituationen gebracht werden.

Der Aal hat seinen Ursprung in der Saragossasee in der Karibik (nördlich der Antillen) und schwimmt als katadromer Fisch (wandert von salzig nach süß) 5000 km zu den Flussläufen in Europa in denen er bis zu 20 Jahre lebt, bevor er dann zurück schwimmt um an seinem Geburtsort wieder zu laichen und dort zu sterben. Leider werden viele Aale abgefischt, um in Aquakulturen als Speisefisch gemästet zu werden oder aber sie finden einen grausamen Tod in den vielen Wasserkraftwerken und Stauanlagen.

Um auf die Bedrohung seiner Art aufmerksam zu machen, damit Konzepte zu seiner Hilfe und Rettung besser umzusetzen sind, wurde der Aal zum Fisch des Jahres 2009 auserwählt.

In einer Sendung wie die des Dschungelcamps erlangt er zwar ein mediales Auftreten – doch die Zuschauer hätten ein Fallenlassen eines der Tiere vermutlich sogar mit stillem Applaus begrüßt. Dem Aal, der eines der ausgeprägtesten Riechorgane der Tierwelt besitzt, hat die gesamte Aktion wohl eher gewaltig gestunken.

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