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aktion tier - menschen für tiere e.V.

Kalb auf der Weide vergessen ? aktion tier erstattet Strafanzeige

Meuselbach-Schwarzmühle/München, 12.01.2009. Gestern erhielt aktion tier Kenntnis von einem toten Kalb, erfroren oder verhungert, das mit einem Strick um den Hals am Baum in einem Waldstück bei Meuselbach-Schwarzmühle, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt festgebunden wurde. Bis heute liegt das tote Kalb noch immer an Ort und Stelle. Was war geschehen?

Im Dezember wird die Rinderherde eines Fleischrinderzüchters in Oberweißbach von der Weide geholt. Dabei wurden offensichtlich einige Kälber vergessen. Nach Aussagen diverser Spaziergänger handelte es sich um drei Tiere. Die Kälber wandern durch den nahegelegenen Wald, noch sind die Temperaturen erträglich. Wenig später informieren Spaziergänger den Geschäftsführer des Unternehmens, dass Kälber gesichtet wurden. Die aufmerksamen Spaziergänger werden mit den Worten vertröstet: „Ja, ja das wird gleich erledigt.“ Doch passiert ist nichts.

Nach den Weihnachtsfeiertagen machen einige Bürger im Wald Holz. Ein Kälbchen zeigt sich den Holzmachern. Da diese den Herkunftsort des Kälbchens kannten, benachrichtigten auch diese die Tierhalter über den genauen Standort der Tiere. Abermals wird schnelle Abholung zugesagt. Einem der Holzmacher geht das Tier nicht mehr aus den Kopf und er fängt an es zu suchen, denn man hat für diese Nacht in der Region -25°C angekündigt. Tatsächlich findet er das Tier – immer noch im Wald - und informiert unverzüglich das Personal der Fleischfirma. Es herrscht völliges Desinteresse, nur Einer lässt sich erweichen und kommt zum Fundort mit. Das Kalb ist mittlerweile schon so schwach, dass es das Stück Weg zum Fahrzeug nicht schafft. Daraufhin bindet der Mitarbeiter der Firma das Kalb an einem Baum fest und versichert dem Tierfreund mit Hilfe anderer Kollegen das Tier zu bergen.

Zwei Tage später, am 6. Januar 2009 findet der Holzarbeiter das am Strick hängende Kalb tot auf. Rundherum ist der Boden aufgewühlt, Spuren eines verzweifelten, aussichtslosen Kampfes gegen das Sterben. Niemand war gekommen und hatte sich um das Kälbchen gekümmert.

Judith Brettmeister, von aktion tier in münchen wirft dem Fleischrind-Unternehmen-Oberweißbach schwere Tierquälerei vor: „Dass man Tiere einfach vergisst, die bereits mit Ohrmarken gekennzeichnet sind, ist schon schlimm genug, aber dass man auch nicht handelt, nachdem man mehrmals auf einen Notstand hingewiesen wurde, das ist absolute Tierquälerei! Und zwar begangen von Verantwortlichen eines Unternehmens, welches sich selbst als Fleischproduzent bei artgerechter Tierhaltung bezeichnet“. aktion tier wird bei der Staatanwaltschaft Anzeige gegen dieses „Vorzeige“-Unternehmen stellen.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Judith Brettmeister, aktion tier-Geschäftsstelle München,
Tel.: 089 75 969 252, judith.brettmeister[at] remove-this.aktiontier.org

aktion tier – menschen für tiere e.V.,
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