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aktion tier - menschen für tiere e.V.

Grönlands Schlittenhunde leidenaktion tier überreicht über 1.500 Unterschriften in der Königlich Dänischen Botschaft (in Berlin)

Berlin, 16.10.2009. Schlittenhunde in Grönland, einst Partner und wichtiger Helfer im harten Leben auf der größten Insel der Erde. Die stattlichen Hunde mit meist hellem Fell und den stahlblauen Augen sind wie geschaffen für das raue Klima. Früher waren die von den Tieren über erstaunlich weite Strecken gezogenen Schlitten die einzigen Fortbewegungsmittel. Dementsprechend achtsam gingen die Menschen mit diesen sehr wertvollen Helfern um.

„In den letzten Jahrzehnten scheint sich das innige Verhältnis zwischen den Inuit und ihren Hunden jedoch grundlegend gewandelt zu haben“, sagt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Augenzeugen berichteten aktion tier von einem trostlosen Hundeleben in Dreck und Müll, an kurzen, tief ins Fleisch einschneidenden Eisenketten, ohne Schutzhütten. Die Tiere sind oft bis auf die Knochen abgemagert und mit Wunden übersät. Vielen Grönlandhunden werden außerdem die Zähne mit dem Hammer eingeschlagen, damit sie ihre Leinen nicht durchbeißen. Laut den Aussagen von ortsansässigen Amtstierärzten sollen 60-70 % aller Schlittenhunde in Grönland unter derart katastrophalen Bedingungen leben.

Vom Schlittenhund zum Kettenhund – eine grausame Entwicklung!

Das selbstbestimmte Leben der oft als Nomaden mit Zelten durchs Land ziehenden grönländischen Inuit war früher auf Jagd und Fischfang konzentriert. Heute leben die meisten Einheimischen in Wohnblocks mit TV und Fernwärme – arbeiten auf Fischfangfirmen oder in Fischfabriken. Der Untergang ihrer Kultur, mit bedingt durch klimatische Veränderungen, machen diesem Naturfolk am kalten Ende der Welt zu schaffen. Abwanderung, Kriminalität, Alkoholismus und eine hohe Selbstmordrate sind nur einige der Konsequenzen.

Auch die früher essentiellen Schlittenhunde sind heute mehr oder weniger bedeutungslos. Hundeschlitten und Speer wurden eingetauscht gegen Motorboot und Gewehr, so dass viele Inuit ihre Hunde nur noch aus nostalgischen Gründen halten – weil es eben immer so war.

„Dass die meisten der etwa 21.000 grönländischen Schlittenhunden unter der für die Inuit sicherlich sehr nachteiligen Entwicklung leiden müssen, können wir so nicht hinnehmen“, betont aktion tier Berlin. „Mit einer Ende 2008 ins Leben gerufenen Unterschriftenaktion wollten wir die Dänische Regierung sowie die grönländische Selbstverwaltung auffordern, zumindest die minimalsten Tierschutz-Standards für die grönländischen Schlittenhunde zu gewährleisten“, so die Biologin weiter. Es sind über 1.500 Unterschriften zusammen gekommen, die aktion tier gestern dem Presseattaché Bert Bugdahl in der Königlich Dänischen Botschaft in Berlin überreichen konnte.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Diplom-Biologin Ursula Bauer,
aktion tier-Geschäftsstelle Berlin,
Tel.: 030-30103831 (berlin[at] remove-this.aktiontier.org).

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