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Nilwaran beißt Besitzer

aktion tier warnt vor der Haltung gefährlicher Exoten: "Eine ausgebrochene hochgiftige Kobra hält Mühlheim in Atem" – "Herrenlose Königspython löst Polizeieinsatz in Nienburg aus" ... Die Meldungen über entwichene gefährliche Wildtiere häufen sich.

„Der Haustiertrend geht verstärkt in Richtung exotisches, möglichst gefährliches oder giftiges Tier“, weiß Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Via Internet, auf Exotenbörsen oder über Kleinanzeigen kann sich praktisch jeder eine Riesenschlange, ein Krokodil oder einen Pfeilgiftfrosch besorgen. Leider unterschätzen viele Exotenhalter die potentielle Gefahr, die von Wildtieren ausgeht.

Wir sind im Rahmen der Recherche zum aktuellen Kampagnenthema „Wildtiere gehören nicht ins Wohnzimmer - artgerecht ist nur die Freiheit“ auf einen jungen Erfurter gestoßen, der einen Nilwaran (Varanus niloticus) verkaufen wollte. „Als wir den Mann vergangene Woche aufsuchten, sprang ihm die etwa 40 cm lange Echse unvermittelt ins Gesicht und verbiss sich in seine Unterlippe“, erzählt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. „Nilwarane haben in jungen Jahren sehr spitze Zähne, mit denen sie schwere Verletzungen zufügen können“, so die Biologin weiter. Es dauerte Minuten, bis der Mann sich befreien konnte. Er fuhr sofort in die Klinik, um die große, stark blutende Wunde behandeln zu lassen. Die Tierschützer konnten die Bißszene mit versteckter Kamera filmen. Sie ist zu sehen in einem Fernsehbeitrag von ARD Brisant, HEUTE um 17.15 Uhr (siehe auch http://www.mdr.de/brisant)

Warane sind fleischfressende Tropen- und Subtropenbewohner. Ihre scharfen Zähne und Krallen sind die gefährlichsten Waffen. Außerdem besitzen Warane im Unterkiefer eine Giftdrüse, sodass ihr Speichel toxisch ist. Wie sich herausstellte, hatte der Halter den als streng geschützt gelisteten Nilwaran illegal erworben und nicht bei der Artenschutzbehörde gemeldet. Die inzwischen behördlich beschlagnahmte Echse, die eine Läge von 2 Metern und ein Alter von 15 Jahren erreichen kann, wurde in der Artenschutzstation des Tierheims Meissen-Winkwitz untergebracht. „Der Nilwaran wird bei uns von entsprechend geschultem Personal versorgt und natürlich nicht weiter vermittelt“, sagt Mario Assmann von aktion tier Meissen.

In lediglich 6 von 16 Bundesländern ist die private Haltung von gefährlichen Exoten verboten, wobei auch hier Ausnahmegenehmigungen möglich sind. „Weder in Thüringen noch in Nordrhein-Westfalen, wo gerade in Mühlheim an der Ruhr eine hochgifte Kobra entwichen ist, gibt es gesetzliche Gefahrentierregelungen“, kritisiert Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Demgemäß gibt es kaum zuverlässige Aussagen über die Anzahl der gehaltenen gefährlichen Exoten oder über die Häufigkeit und Schwere von Unfällen. „Von gefährlichen Wildtieren geht vor allem bei nicht fachgerechter Haltung eine beträchtliche Gefahr auch für Dritte oder Rettungspersonal aus“, betont Ursula Bauer von aktion tier. „Keine verlässlichen Angaben über Halter und Tiere zu haben ist in diesem Zusammenhang sehr unbefriedigend“, so die Biologin weiter.

Da selbst in Bundesländern mit Gefahrentierregelung eine illegale, versteckte Haltung giftiger oder gefährlicher Exoten möglich und relativ risikoarm ist, plädiert aktion tier im Rahmen seiner aktuellen Kampagne für ein generelles Verbot der Exotenhaltung in Privathand. Unter www.aktiontier.org können Interessierte das Kampagnenvideo einsehen sowie den Kampagnenflyer und eine Unterschriftenliste gegen Exotenbörsen herunterladen. Im Rahmen eines Votings kann außerdem jeder seine Stimme abgeben, ob er dafür oder dagegen ist, dass die Wildtierhaltung in Privathand in Zukunft gesetzlich verboten sein soll.

Weitere Informationen bei:

aktion tier Meissen
Katrin Assmann

Dieraer Weg 85
01665 Meissen

Telefon:
+49 3521 730167
Fax:
+49 3521 730169
E-Mail:
meissen[at] remove-this.aktiontier.org
Website:
https://www.aktiontier-meissen.org_blank