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Billigwelpen – Überleben darf kein Zufall sein: Kampagnenstart

Heute fiel auf dem Berliner Alexanderplatz der Startschuß der aktion tier- Kampagne zum Thema Welpenhandel. „Trotz frostiger Temperaturen blieben viele Passanten stehen und sahen sich unsere ungewöhnliche Demonstration an“, so Ursula Bauer von aktion tier.

Die Tierschützer zeigten einen Mann in schwarzer Kutte, der sich nacheinander Plüschwelpen aus einem Pappkarton griff und dann an einem großen Schicksalsrad drehte. Auf dem 2 Meter großen Schicksalsrad stand häufig „Tod“ und „Krankheit“, selten jedoch „Gutes Zuhause“. Die Welpen mit negativer Schicksalsprognose wurden von dem vermummten Mann in einen Abfallkorb geworfen. „Auch in der Realität ist das Überleben der für wenig Geld beispielsweise auf Polenmärkten oder im Internet gekauften Welpen häufig reiner Zufall“, sagt Bauer, „damit sich das in Zukunft ändert, haben wir neben der Demonstration an einem großen aktion tier-Infostand die Passanten über unser Kampagnenthema informiert.“

Viele Menschen wünschen sich einen Hund als Hausgenossen. Und dann am liebsten einen Welpen, den sie nach ihren eigenen Vorstellungen erziehen wollen. „Leider leben wir in einer Geiz-ist-geil-Gesellschaft, in der sich jeder alles leisten können soll“, sagt Ursula Bauer von aktion tier – Berlin. Daher sind auch beim Welpenkauf viele Menschen auf ein vermeintliches Schnäppchen aus, durchforsten das Internet nach entsprechenden Anzeigen oder fahren schnell mal über die Grenze, zum Beispiel nach Polen, wo massenweise Hundebabys zu wahren Schleuderpreisen feilgeboten werden. Was viele nicht wissen – ein Großteil der Billighunde aus Osteuropa ist weder geimpft noch entwurmt. Außerdem erkranken die von großen Zuchtfarmen oder aus den umliegenden Dörfern stammenden Hundebabys häufig kurze Zeit nach dem Kauf, da sie einer Vielzahl von Bakterien, Viren und Parasiten ausgesetzt waren.

Unabhängig davon, ob man einen Hund direkt auf dem Polenmarkt oder über einen Zwischenhändler in Deutschland via Internet oder Kleinanzeige kauft – etwa 50 % der aus dem östlichen Europa stammenden Welpen sind dem Tod geweiht. „Gemäß den Erfahrungen diverser von uns befragter Berliner Tierärzte liegt der Anteil kranker Welpen teilweise sogar bei bis zu 70%“, ergänzt Diplom-Biologin Ursula Bauer. Vor allem die an der hoch ansteckenden Infektionskrankheit Parvovirose erkrankten Tiere sterben häufig. So lassen die neuen Hundebesitzer das durch den Kauf eines Billigwelpen vermeintlich gesparte Geld mit großer Wahrscheinlichkeit beim Tierarzt, der den Kampf um das kleine Hundeleben oft nicht mehr gewinnen kann. Geiz ist eben nicht geil!

„Im Rahmen unserer Kampagne ‚Billigwelpen – Überleben darf kein Zufall sein‘ informieren wir die Menschen über diesen Problemkomplex und raten dringend von einem Welpenkauf auf der Straße, übers Internet oder auf einem Markt ab“, sagt Ursula Bauer von aktion tier – Berlin. Es ist durchaus verständlich, dass manchen Menschen angesichts der kleinen, zitternden Lebewesen in Pappkartons das Mitleid in der Brust brennt. Aber weder Mitleid noch Sparsamkeit sind geeignete Motive, wenn es um die Anschaffung eines Haustieres, eines neuen Familienmitglieds, geht. Denn beides sorgt dafür, dass das Geschäft mit den Tierbabys blüht wie nie zuvor.

Weitere Informationen bei:

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