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aktion tier - menschen für tiere e.V.

Schlange um den Hals/Vogelspinne auf der Handaktion tier kritisiert Streichelveranstaltungen mit exotischen Wildtieren

Berlin/ Stuttgart, 02.11.2010. Immer häufiger tauchen Veranstalter auf, die mit exotischen Tieren Kinder und Erwachsene unterhalten wollen. Auf Familienfeiern, Betriebsfesten oder Kindergeburtstagen sollen Schlangen, Vogelspinnen und Skorpionen, alle zum Anfassen, für die ganz besondere Überraschung sorgen. So preist beispielsweise ein „freier Naturpädagoge“ im Internet den Auftritt seines „kompakten und beweglichen Zoos“ an, um damit Weihnachts-, Geburtstags- Betriebs- oder gar Hochzeitsfeiern durch ein „sinnliches und respektvolles Erleben der Natur“ so richtig spannend und unterhaltend zu gestalten.

„Gegenüber den mitgeschleppten Tieren des Zoos ist dies allerdings ziemlich respektlos“, sagt Klaus Dürr, Mitarbeiter von aktion tier, der sich eine dieser Veranstaltungen in Stuttgart angesehen hat. „Es kann kein `sinnliches´ Erleben der Natur sein, wenn Königsnattern, Kaiserskorpione, Leguane und andere exotische Kleintiere aus Kleinstboxen genommen, präsentiert und dann auch noch von jedermann angefasst werden dürfen“, empört sich Klaus Dürr von aktion tier.

Das ist nicht sinnlich, das ist sinnlos! Die scheuen und empfindlichen exotischen Wildtiere gehören nicht in Firmenkantinen, Wohnzimmer und Gaststätten und sollten auch nicht als lebendes Spielzeug für ein hautnahes und nur für die Menschen spannendes Erlebnis im Kindergarten missbraucht werden. Gerade bei Kindern kann durch die bestandene ‚Mutprobe’ der Wunsch geweckt werden, einen attraktiven und möglichst gefährlichen Exoten anzuschaffen.

„Angesichts der jährlich etwa 3.700 Exoten, die in Tierheimen abgegeben werden, sollte auf jedwede Promotion dieser Tiere verzichtet werden“, betont Klaus Dürr von aktion tier. Auch wird die Zoomobil- Präsentation dadurch nicht besser, dass von den erzielten Einnahmen, die pro Aufführung zwischen 180 und 580 Euro liegen, angeblich 3 € für ein Naturschutzprojekt abgeführt werden und der Tierbestand heimischen Nachzuchten entstammt. Damit soll die Zurschaustellung im Nachhinein wohl legitimiert werden und einen Hauch von Naturschutz erhalten.

Wildtiere reagieren besonders empfindlich auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Die ungewohnte Geräuschkulisse, grelles Licht, viele Menschen und keine Möglichkeit, sich zu verste-cken oder zu fliehen, bedeutet für sie purer Stress. Einen nachtaktiven Königspython am Tag herumzureichen und Kindern um den Hals zu legen, kann ebenfalls nicht als artgerecht bezeichnet werden.

„Ein wahrer Naturpädagoge würde Wert darauf legen, Menschen dahin gehend zu sensibilisieren, dass sie sich als Teil der Natur erkennen“, sagt Klaus Dürr. „Exotische Tiere auf Feiern als Showobjekte zu missbrauchen, hat nichts mit Pädagogik und schon gar nichts mit Natur zu tun“, so Dürr weiter.

Bedauerlich, dass Tierpräsentationen wie diese häufig auch noch durch Fernsehauftritte oder positive Berichte in den Printmedien eine nicht verdiente Aufmerksamkeit bei einem breiteren Publikum eingeräumt wird. aktion tier hat den Veranstalter in Stuttgart darum gebeten, zukünftig auf solche Shows zu verzichten.

Um auf die Problematik der Exotenhaltung aufmerksam zu machen haben aktion tier und animal public eine Aufklärungskampagne mit dem Titel „Wildtiere gehören nicht ins Wohnzimmer – artgerecht ist nur die Freiheit“ ins Leben gerufen.

Weitere Informationen sowie Videobeiträge finden Sie auf der aktion tier-Website unter www.aktiontier.org.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Klaus Dürr, aktion tier e.V.,
Tel: 0178-8163519 (eftec[at] remove-this.t-online.de),
Diplom-Biologin Ursula Bauer,
aktion tier-Geschäftsstelle Berlin,
Tel.: 030-30103831 (Berlin[at] remove-this.aktiontier.org)

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