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aktion tier - menschen für tiere e.V.

Dioxin ist in aller Munde

Berlin/München, 14.01.2011. Was im Norden als lokal begrenzter Lebensmittelskandal begann, erschüttert nun die ganze Republik. Die Verbraucher haben Angst vor Dioxin in Eiern und in Eierprodukten. Seit März 2010 wurde mit Dioxin verseuchtes Futter an rund 5000 deutsche Geflügelbetriebe ausgeliefert. Die Folge davon sind mit Dioxin belastete Eier. Dasselbe gilt nun auch für Schweinefleisch, bei dem man ebenfalls schon erhöhte Dioxinwerte gefunden hat. Die auch als „Sevesogift“ bekannte chlororganische Verbindung gilt als krebsauslösend, da sie im Körper nicht abgebaut wird und sich im Fettgewebe ablagert.

Viele Verbraucher weichen nun auf Bioprodukte aus. Bioprodukte erkennt man am Siegel, trotzdem ist Bio nicht gleich Bio. Lebensmittel, die mit dem deutschen sechseckigen Biosiegel (Künast-Siegel) und dem im Juli 2010 eingeführten grünen EU-Bio-Blatt gekennzeichnet sind, müssen die Vorgaben der EU-Verordnung für ökologischen Landbau erfüllen. Danach müssen Tiere artgerecht gehalten werden und dürfen nur Biofutter bekommen.

„Bei Bio gibt es verschiedene Qualitätsstufen. Sowohl das EU-Siegel als auch das Künast-Siegel verlangen nur Mindestanforderungen. Hingegen gelten bei den anerkannten Bio-Anbauverbänden wesentlich strengere Richtlinien. Deren Labels tauchen fast ausschließlich nur in Bioläden auf. Tabu ist auf diesen Höfen ein Nebeneinander von konventioneller und biologischer Hühnerhaltung. Damit wird eine Vermischung oder Verwechslung der Produkte vermieden. Auch wird eine Kreislaufproduktion von Ackerbau und Viehhaltung gefordert, das heißt, dass mindestens die Hälfte der Futtermittel auf dem eigenen Hof angebaut werden müssen. Beim EU-Bio-Siegel darf das gesamte Futter angekauft werden, 5 % sogar aus herkömmlicher Landwirtschaft, so könnte auch Dioxin in solche Bio-Produkte gelangen“, warnt Judith Brettmeister von der aktion tier-Geschäftsstelle München.

Vergleicht man die Legehennen- oder Schweinehaltung unter dem Aspekt des Tierschutzes, geht es den Tieren auf Biohöfen deutlich besser. Es dürfen zwar bis zu 3000 Hennen gehalten werden, aber die Tiere verfügen über eine deutlich größere Bewegungsfreiheit. Zudem gibt es einen Grünauslauf und Stallungen mit Tageslicht.

aktion tier e.V. hofft deshalb, dass der unter gesundheitlichen und ökologischen Gesichtspunkten sinnvolle Run auf Bio-Lebensmittel weiter anhält. Mit dem Konsum von Bioprodukten wird nicht nur die eigene Gesundheit geschützt, sondern auch den Tieren zu mehr Lebensqualität verholfen. Aber selbst wenn man auf Bioprodukte zurückgreift, sollte man auch über seine eigenen Essgewohnheiten nachdenken, und zwar unter dem Motto, dass ein Weniger an Eiern und Fleisch gesünder wäre.

aktion tier – menschen für tiere e.V. ist deutschlandweit eine der mitgliederstärksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung durch Kampagnen und Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet werden kann.

Weitere Informationen bei:
Judith Brettmeister,
aktion tier-Geschäftsstelle München,
Tel: 089-75 969 252 Judith.Brettmeister[at] remove-this.aktiontier.org

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