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Tierquälerei in Heiningen - Trotz mehrfacher Anzeige leiden Tiere

Heiningen/Göppingen. Dem Hinweis eines Mitgliedes folgend, hat sich aktion tier die Tierhaltung von Herrn Patrick C. in der Nähe von Heiningen/Göppingen angesehen.

Auf dem kleinen, abseits gelegenen Gelände mit alter Stall/Freizeiteinrichtung wurden auf dem Grundstücksteil ohne Bewuchs ein Pferd, ein Pony, innerhalb des Gebäudes ein Schaf und auf einem 200 m entfernten, eingezäunten Weidestreifen fünf Ziegen gesichtet.

„Beim Pferd fielen mir sofort die schnabelähnlichen Hufausbildungen auf, Ursache für Fehlstellungen des Gehapparates und Überbelastung der Gelenke, was mit erheblichen Schmerzen verbunden ist“, so Klaus Dürr von aktion tier. Aber auch beim Shetlandpony mussten starke Hufschädigungen (Verdacht auf Hufrehe, was zum Ablösen des Hufes führen kann und mit starken Schmerzen verbunden ist) sowie Husten festgestellt werden.

Die Ziegen ebenfalls ohne Klauenpflege, was in einem Fall zu bizarrem Auswuchs führte, sodass das Tier sich nur unter Schmerzen weiterbewegen konnte. Die Ohrmarken teilweise ausgerissen, das Weideland abgegrast, kein Futter, der Wassereimer leer und abgetrocknet, eines der Tiere mit ausgedünntem Fell, verursacht durch Pilz- oder Milbenbefall. Im viel zu kleinen "Winterquartier" im Stallgebäude war die Futter- und Wasserversorgung noch schlechter, da mitleidige Spaziergänger die Tiere nun nicht mehr erreichen konnten.

Das Schaf fristete sein Dasein bei wenig Licht und ohne Zugang ins Freie allein innerhalb des Stallgebäudes. Die Stallschiebetür war manchmal geschlossen oder zugestellt, damit war den Pferde jede Möglichkeit an Wasser zu kommen, genommen.

Im weiteren Verlauf wurde aktion tier bekannt, dass das an das Stallgebäude angrenzende Hangweideland mit 17 Rindern ebenfalls zum "Hobby" von Herrn C. gehörte. Die vorhandene Tränke wurde über die Abzweigung eines kleinen Wassergrabens gespeist, der jedoch im Sommer oft zu wenig lieferte oder ganz trocken fiel.

Nach anfänglichen Reaktionen auf die erfolgten Anzeigen von aktion tier (das Schaf und die Ziegen wurden abgegeben, die Hufe der Pferde mit einem ersten Schnitt versehen, Wassereimer regelmässig gefüllt, die Rinderherde auf sieben Tiere reduziert und ein Wassercontainer aufgestellt), gerieten Halter und Behörde schnell wieder in die alte Routine der Vernachlässigung und Untätigkeit.

„Seit einigen Monaten ist die Versorgung der Tiere trotz Anzeigen wie zuvor mangelhaft. Wasser für die Pferde, sofern überhaupt zur Verfügung gestellt, bleibt bei Minustemperaturen gefroren in den Eimern, Futtergaben, auch für die Rinder sind der Anwesenheit des Halters entsprechend sporadisch, d. h. entfallen mitunter tagelang", so Dürr, der selbst regelmäßig die Tierhaltung in Augenschein nimmt und dokumentiert.

Einen skandalösen Hintergrund bildet noch die Tatsache, dass der Halter bei der Bundespolizei zur Durchsetzung von Recht und Ordnung in Stuttgart am Flughafen tätig ist und der zuständige Amtstierarzt aus Göppingen als Sachverständiger die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz herausgegebenen Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltung unter Tierschutzgesichtspunkten mitverfasst hat, gegen die, mit Ausnahme des Vorhandenseins eines Stallgebäudes, in allen Punkten und wie erfahren, seit mindestens 2009 verstoßen wird, was schon in der Vergangenheit mehrere Male zur Anzeige kam.

Weitere Informationen bei:

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Diplom Biologin Ursula Bauer

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