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Animal Hoarderin Marietta P. wegen Tierquälerei in Vitzeroda-Kaserne zu 1 Jahr Haft verurteilt

Berlin. Am vergangenen Freitag, den 22.11.2013, wurde Marietta P. vor dem Amtsgericht Eisenach wegen Tierquälerei in der ehemaligen Kaserne von Vitzeroda zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr verurteilt.

Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, die Bewährungsdauer beträgt 3 Jahre. Außerdem muss die 50-jährige Animal Hoarderin 200 Stunden gemeinnützige Tätigkeit ableisten. Zusätzlich wurde ihr ein generelles Tierhalteverbot für 5 Jahre auferlegt. Noch im Gerichtssaal hat Marietta P. das Urteil akzeptiert.

Gegenstand des Strafverfahrens war die Tatsache, dass Marietta P. in dem maroden Kasernengebäude bei der behördlichen Räumung am 10.11.2011 etwa 125 Hunde, 6 Katzen und 1 Stachelschwein unter katastrophalen Bedingungen gehalten hat. Die Tiere lebten in ihren Fäkalien teilweise in absoluter Dunkelheit, wurden mit Schlachtabfällen gefüttert. „Die von aktion tier damals übernommenen 65 Hunde waren infolge der Fehlernährung verfettet, voller Parasiten, litten unter teilweise lebensbedrohenden Krankheiten sowie unter schweren Angst- und Verhaltensstörungen“, erzählt Ursula Bauer, die bei der Beschlagnahmung dabei war. Viele Hunde mussten eingeschläfert werden, 4 Hunde sind bis heute nicht vermittelbar.

„Da in der Regel Strafverfahren wegen Tierquälerei eingestellt oder lediglich als Ordnungswidrigkeit behandelt und mit einer Geldbuße bestraft werden sind wir froh, dass in diesem Fall eine Freiheitsstrafe verhängt wurde“, sagt Ursula Bauer von aktion tier- Berlin. Richter Engels machte im Rahmen der Urteilsbegründung deutlich, dass die Haftstrafe sofort vollstreckt würde, falls Frau P. gegen die Bewährungsauflagen verstößt.

Das nach der Räumung der Kaserne am 10.11.2011 durch das Veterinäramt des Wartburgkreises verfügte generelle und unbefristete Tierhalte- und Betreuungsverbot bleibt durch das Urteil des Amtsgerichtes unberührt und besteht weiterhin. „Verstößt Marietta P. gegen diese verwaltungsbehördlichen Auflagen, handelt es sich allerdings lediglich um Ordnungswidrigkeiten, ein Verstoß gegen das nun durch das Amtsgericht ausgesprochene 5-jährige Tierhalteverbot wäre dagegen eine Straftat“, erläutert Ursula Bauer von aktion tier-Berlin.

Aktuell lebt die gelernte Versuchstierpflegerin Marietta P. in Hessen mit den gleichen 2 Ziegen, 3 Ponys und 2 Pferden unter einem Dach, die sie bereits auf dem Kasernengelände im Thüringischen Vitzeroda gehalten hat. Gegenüber einer aktion tier- Mitarbeiterin behauptete sie, weder Tiere zu halten noch zu betreuen. „Leider ist diese Methode bei Menschen mit Tierhalteverbot beliebt“, sagt Ursula Bauer von aktion tier-Berlin. Offiziell gehören ihnen die Tiere nicht und es ist nur sehr schwer nachzuweisen, dass eine Betreuung stattfindet. aktion tier hat jedoch im Rahmen seiner Recherchen vor Ort mehrere Zeugen ausfindig gemacht, die Marietta P. beim Betreuen der Tiere gesehen haben und wird diesen Sachverhalt zur Anzeige bringen.

Schon etliche Male hat die erwerbslose Marietta P. in den vergangenen 20 Jahren an unterschiedlichen Standorten immer wieder unverhältnismäßig viele Tiere unter teilweise katastrophalen Bedingungen gehalten. „Bei Animal Hoardern besteht generell ein hohes Rückfallrisiko, Verbote und Strafen können diese Menschen nur selten dauerhaft davon abhalten, erneut viele Tiere um sich zu scharen, deren Ansprüchen sie dann aber wieder nicht gerecht werden können“, so Ursula Bauer von aktion tier abschließend.

Hintergrundinformationen zu diesem und anderen Animal Hoarding- Fällen finden Sie auf unserer Homepage unter www.aktiontier.org (Rubrik Informationen/Animal Hoarding). Medienvertreter können auf Anfrage gerne honorarfreies Bildmaterial über unsere Geschäftsstelle in Berlin anfordern.

Einen TV-Beitrag zu diesem Animal Hoarding- Fall mit Information bezüglich der aktuellen Tierhaltung in Hessen hat der MDR (Exakt) am 13.11.2013 ausgestrahlt.

Weitere Informationen bei:

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