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Süßstoff giftig für Hunde

Berlin/München. Um Haaresbreite hätte sein Heißhunger einen jungen Labrador das Leben gekostet.

Er hatte sich 100 zuckerfreie Kaugummis seines Besitzers einverleibt. Der schwer über die Lippen kommende Name des für den Hund lebensbedrohlichen Giftstoffs im Kaugummi lautet Xylitol – einen Austauschstoff für Zucker.

Er ist in vielen Lebensmitteln enthalten. So kommt er in etlichen kalorienarmen Süßigkeiten und Backwaren vor. Was kaum einer weiß: Xylitol ist hoch giftig für Hunde. Schon 0,1 g pro Kilogramm Körpergewicht können reichen, um den Vierbeiner zu töten. Eine Tüte Bonbons kann somit das Aus bedeuten. „Hunde reagieren auf diesen Süßstoff anders als Menschen“, erklärt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. „Bei ihnen kommt es nach Aufnahme von Xylitol zu einer massiven Insulinausschüttung. Insulin senkt den Zuckerspiegel im Blut. Sinkt dieser zu stark ab, führt das zu Krämpfen und komatösen Zuständen. Im schlimmsten Fall verstirbt das Tier!“, warnt sie.

Zusätzlich können schwere Leberschäden das Überleben des Tieres auf einer weiteren Ebene gefährden. Daher muss ein Tierbesitzer, dessen Liebling den Zuckeraustauscher gefressen hat, schleunigst einen Tierarzt aufsuchen. Der kann durch eine Spritze den Hund zum Erbrechen bringen und damit die Giftmenge im Tierkörper reduzieren. Liegt die Xylitolaufnahme länger als ein bis zwei Stunden zurück, hilft nur noch eine Infusion, die Zucker enthält, um dem Unterzucker entgegen zu wirken. Besser es kommt erst gar nicht so weit. „Vorausschauende Tierbesitzer sollten dafür sorgen, dass Lebensmittel, die Xylitol enthalten, außer Reichweite ihres Vierbeiners aufbewahrt werden“, empfiehlt Frau Dr. Hölscher. Der gefräßige Labrador kann in seiner Wohnung heute jedenfalls lange suchen. Da liegt nichts mehr herum. 

Weitere Informationen bei:

aktion tier e.V.
Dr. med. vet. Tina Hölscher

Mobil:
+49 177 2451198
E-Mail:
tierarzt[at] remove-this.aktiontier.org