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Gewalt gegen Tiere nimmt zu – alarmierend sind vor allem jugendliche Tierquäler

Anfang September erhielt aktion tier-Zossen via Facebook einen Hinweis auf eine tote Katze, die an einer leerstehenden Baracke am Bahnhof in Wünsdorf, einem Stadtteil von Zossen in Brandenburg, hängen würde.

Unsere Mitarbeiter fuhren hin und fanden das junge Tier an einem schwarzen Schlauch baumelnd vor. „Der Anblick war furchtbar und wir schnitten die schwarz-weiße Katze sofort ab“, erzählt Myriam Laser von aktion tier-Zossen. Die Tierschützer riefen die Polizei und erstatteten Anzeige gegen Unbekannt. aktion tier befürchtet, dass die Katze von Jugendlichen erhängt wurde. Die mit Graffiti besprühte Baracke ist ein beliebter Treffpunkt von Heranwachsenden und das Anbringen des Tieres vom Dach des Gebäudes aus erfordert eine gewisse Sportlichkeit.

„Dieser aktuelle Vorfall ist beileibe kein grausiger Einzelfall sondern ein weiteres Indiz für die zunehmende Gewalt gegenüber Tieren in Deutschland“, sagt Ursula Bauer von aktion tier- Berlin. Entsprechende Horrormeldungen finden sich regelmäßig in den Medien. Es werden Pferde mit Stichen verletzt, Welpen bei lebendigem Leib verbrannt, Mäuse totgetreten, Kleintiere mit Feuerwerkskörpern in die Luft gesprengt, ein Hamster in der Mikrowelle gegrillt, Katzenwelpen an die Wand genagelt. Vor allem im Internet, in sozialen Netzwerken wie Facebook und Myspace oder auf Videoportalen wie Youtube stellen Tierquäler ihre grausigen Taten fast stolz zur Schau. Besonders abscheulich sind sogenannte Animal Crush Videos, in denen Menschen Kleintiere meist mit den Füßen langsam zerquetschen. Manchmal hat das Töten und Quälen von hilflosen Tieren einen sadistischen Hintergrund. Oft sind die Taten auch sexuell motiviert oder es stecken purer Hass und Aggression dahinter. Im Vordergrund steht häufig die langsame Quälerei, die nicht immer mit einer Tötung endet. Manchmal entkommen die malträtierten Tiere und schleppen sich zu ihren Besitzern zurück. Oft sind es jedoch die Halter selbst, die ihre Tiere in aller Ruhe regelrecht foltern.

„Vor allem bei Kindern und Jugendlichen sollten widerholte und bewusst verübte Grausamkeiten an Tieren besonders ernst genommen werden, da sie Persönlichkeitsdefizite wie schwaches Empathievermögen, geringe emotionale Kompetenz und mangelndes Unrechtsbewusstsein offenbaren“, sagt Ursula Bauer von aktion tier-Berlin. Defizite, die in jungen Jahren noch eher ausgeglichen werden können als im Erwachsenenalter. Häufig sind junge Tierquäler selbst Opfer zum Beispiel von Kindsmissbrauch oder Vernachlässigung. Viele dieser jungen Menschen haben erlebt, dass ihre Eltern nicht nur Gewalttendenzen in zwischenmenschlichen Beziehungen zeigen sondern selbst Tiere misshandeln. Daher wird dieses Verhalten als normal empfunden. Wie ihre Eltern lassen auch die Heranwachsenden ihre Wut und Frustration an schwächeren Lebewesen aus. Für Psychologen ist die kindliche Gewalt gegen Tiere immer ein Anzeichen für eine psychische Störung, die sich, wenn sie nicht entsprechend ernst genommen und behandelt wird, bis zum Erwachsenenalter fortsetzen und sogar extrem verstärken kann. Es gilt als erwiesen, dass ein Zusammenhang zwischen Tierquälerei und zwischenmenschlicher Gewalttätigkeit besteht. Studien belegen, dass Tierquäler häufig auch Menschen gegenüber äußerst aggressiv sind. Zahlreiche Mörder haben in ihrer Jugend Tiere gequält, verstümmelt und getötet. Was nicht bedeuten muss, dass jeder Jugendliche, der einmal ein Tier misshandelt hat, später zum Mörder wird.

Dennoch sollte Kindern und Jugendlichen, die zielgerichtet und ganz bewusst Tieren Schmerzen zufügen und dabei augenscheinlich Spaß empfinden, größte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Unter Einbeziehung von Familie, Schule und mit Hilfe therapeutischer Maßnahmen können die zugrundeliegenden Störungen eventuell behoben werden. „Gerade Heranwachsenden muss klar gemacht werden, dass Gewalt gegen Tiere von unserer Gesellschaft ebenso wenig toleriert wird wie Gewalt gegen Menschen“, so Ursula Bauer abschließend.

Weitere Informationen bei:

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Diplom Biologin Ursula Bauer

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