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25. September 2017

In Deutschland gibt es keine wildlebenden Grauhörnchen!

Immer wieder wird durch die Medien die Meldung verbreitet, dass sich angeblich nach Deutschland eingewanderte Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) hierzulande weiter ausbreiten und den Bestand unserer einheimischen europäischen Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) bedrohen würden.

Derartige Behauptungen entsprechen jedoch nicht der Wahrheit und führen lediglich zu einer Verunsicherung der Bevölkerung und einer beginnenden Hatz gegen heimische Hörnchen, die aufgrund ihrer grauen Fellfarbe fälschlicherweise für Grauhörnchen gehalten werden. Fakt ist: Es gibt derzeit in Deutschland keine wildlebenden amerikanischen Grauhörnchen!

Neben unseren typisch rot oder braun gefärbten europäischen Eichhörnchen mit weißem Bauchfell kommen vor allem im Süden Deutschlands häufig auch Tiere mit grauschwarzem oder fast schwarzem Fell vor. Unabhängig von der Farbschattierung handelt es sich jedoch immer um einheimische Eichhörnchen. Unsere einheimischen Eichhörnchen haben zudem in den wärmeren Jahreszeit oftmals keine Ohrpuscheln. Es gibt ein paar Exemplare, die sich nicht daran halten und das ganze Jahr Puschel tragen, das sind aber die wenigsten.

Grauhörnchen hingegen sind wesentlich größer und massiger und haben immer eine ockergraubeigebraune Färbung. Diese verändert sich nie - im Gegensatz zur Färbung unserer einheimischen Hörnchen, die während der Jahreszeit durchaus ihren Farbton ändern können. Außerdem sind sie insgesamt gedrungener, haben einen kürzeren Hals und niemals Haarbüschel an den Ohren.

Die mediale Panikmache beruht auf angeblichen Beobachtungen von Grauhörnchen sowie der Annahme, dass es selbige schon hierzulande geben muss, wenn in der Schweiz und in Italien Populationen vorhanden sind. Es liegen jedoch weder filmische noch fotografische Beweise von wildlebenden Grauhörnchen in Deutschland vor, die diese Behauptung beweisen würde. Nach jeder Falschmeldung gehen auch bei der aktion tier- 'Eichhörnchenhilfe' aufgeregte Anrufe von Menschen ein, die angeblich ein Grauhörnchen entdeckt haben wollen. Dabei handelte es sich tatsächlich nur um einheimische Eichhörnchen mit dunkler Fellfarbe.

Im Gespräch lässt sich das Missverständnis dann schnell klären. Anders verhält es sich bei Menschen, die sich nicht näher informieren, den falschen Zeitungsberichten uneingeschränkt glauben und den vermeintlichen Grauhörnchen den Kampf ansagen - sie vertreiben, jagen oder sogar vergiften. Die Leidtragenden sind einheimische Hörnchen, deren Fell nicht bilderbuchmäßig rotbraun gefärbt ist.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Homepage der aktion tier- Eichhörnchenhilfe Berlin/Brandenburg unter http://www.eichhoernchenhilfe-berlin.de/grauhorn.

Weitere Informationen bei:

Diplom Biologin Ursula Bauer

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