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06. November 2017

Steine sind Gift für die Zähne

Was gibt es Schöneres als einen langen Spaziergang mit Hund an einem sonnigen Herbsttag? Um das Glück perfekt zu machen, wird getobt und gespielt. Ist gerade kein passender Ast zur Hand, wird auch mal ein Stein geschmissen. Großer Fehler! So ein Steinwurf kann fatale Folgen haben.

"Fängt der Hund den Stein aus der Luft, bricht schnell mal ein Fangzahn ab“, warnt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., vor dem Risiko des Steinespiels. Die Zahnsubstanz ist dem Aufprall des Steinschlages nicht gewachsen. Bricht der Zahn, ist in aller Regel der Wurzelkanal eröffnet. Dies erkennt der Tierhalter daran, dass sich in der Mitte der Bruchfläche eine Vertiefung abzeichnet, in die man mit einer dünnen Nadel sogar eindringen kann. „Ist die Pulpa, also der Wurzelkanal, geöffnet, darf das nicht so bleiben“, so die Veterinärin. Über den Kanal dringen sonst Keime ein und führen an der Wurzel langfristig zu einer heftigen Entzündung.

Entweder muss der Zugang zum Wurzelkanal geschlossen werden, oder aber der Zahn wird schlicht entfernt. Ersteres macht in aller Regel ein Spezialist für Zahnheilkunde, letzteres fast alle Tierärzte. Anders sieht die Sache aus, wenn die Kürzung der Zähne nicht durch Bruch, sondern durch allmähliche Abnutzung erfolgt. Dann zieht sich der Wurzelkanal in gleichem Maße zurück, wie sich der Zahn durch Reibung verkürzt. Diese Situation bedarf keiner Behandlung.

„Alle Schwellungen am Zahnfleisch oder im Gesicht, fieser Geruch aus dem Maul, oder einseitiges Kauen können Hinweise auf Schmerzen in der Mundhöhle sein“, zählt die Tierärztin Symptome auf, an denen Tierbesitzer erkennen können, dass ihr Liebling leidet. Doch auch wiederholtes Lecken über die Lippen oder ständiges über die Backe Streichen mit den Vorderpfoten lassen auf Entzündungen im Bereich der Zähne schließen.

„Im Zweifelsfall sollte der Tierhalter lieber mal einen Tierarzt die Mundhöhle untersuchen lassen“, rät Frau Dr. Hölscher. Zahnschmerzen sind für Tiere genauso schlimm wie für den Menschen. Nur haben unsere Vierbeiner wenig Möglichkeiten sich mitzuteilen. Dafür muss der Besitzer umso genauer hinsehen und gegebenenfalls handeln.

Weitere Informationen bei:

Dr. med. vet. Tina Hölscher

Mobil:
+49 177 2451198
E-Mail:
tierarzt[at] remove-this.aktiontier.org