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Pediküre durch Fische nicht ungefährlich

Endlich steht der wohlverdiente Urlaub an! Da gönnen sich Touristen gerne mal etwas Besonderes. Vor allem in südlichen Urlaubsländern steht eine Fußpflege durch kleine Helferlein ganz oben auf der Liste. Die müden Füße werden in Wasserbecken, die mit kleinen Fischchen besetzt sind, getunkt und los geht die Wohlfühlbehandlung.

Zum Einsatz kommen hierfür Schwärme der Rötlichen Saugbarbe, lateinisch Garra rufa. Die putzigen Tierchen nagen und zupfen an den Füßen, bevorzugt knabbern sie an stark verhornten Bereichen. Das Ergebnis sollen weiche und damit gepflegte Füße sein.

Italienische Wissenschaftler prüften nun, wie gesund die Fische eigentlich sind und ob mit eventueller Keimbelastung der Tiere auch Gesundheitsrisiken für die Menschen verbunden sind. Das Ergebnis war überraschend: Die Forscher entdeckten eine Vielzahl gruselig klingender und krankmachender Keime in unterschiedlichen Aquarien. Selbst Individuen aus einem frisch desinfizierten Becken waren keimbelastet. Und wie befürchtet - die meisten dieser Bakterien können auch den Menschen krank machen!

„Hinzu kommt, dass die Haltungsbedingungen der Fische und die hygienischen Zustände in diesen Kosmetiksalons fast immer als mangelhaft einzustufen sind“, erläutert Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., die Brisanz der Situation. Diese Umstände verschärfen die ohnehin kritische keimbelastete Ausgangslage zusätzlich. Sie führt dazu, dass die Fische gestresst und damit anfällig sind, was wiederum eine weitere Vermehrung der Krankheitserreger begünstigt.

„Tierfreunde sollten der Fische wegen und nicht zuletzt aus Eigenschutz auf diese zweifelhafte Art der Körperpflege verzichten“, rät die Veterinärin abschließend.

Weitere Informationen bei:

aktion tier e.V.
Dr. med. vet. Tina Hölscher

Mobil:
+49 177 2451198
E-Mail:
tierarzt[at] remove-this.aktiontier.org