Pressemitteilung aktion tier - menschen für tiere e.V.

Unter der 20 Hunden waren 12 Französische Bulldoggen. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
 

30.05.2018

aktion tier Zossen übernimmt 20 Hunde aus Animal Hoarding- Fall

Zurzeit ist unser Tierheim im brandenburgischen Zossen ziemlich voll. Seit dem 24. Mai leben zusätzlich acht große Mischlinge und zwölf Französische Bulldoggen bei uns. Die Tiere wurden im Rahmen einer amtstierärztlichen Kontrolle beschlagnahmt, bei der die Beamten feststellten, dass die Hunde unter tierschutzwidrigen Zuständen leben.

Die Halter, das in Zossen ansässige Ehepaar B., war in der Vergangenheit schon mehrfach negativ aufgefallen, da immer wieder deren Hunde als Fundtiere in unserem Tierheim abgegeben wurden. Zuletzt eine Französische Bulldogge, die im Mai in Zossen auf der Straße aufgelesen wurde. Da Herr B. den Besitz an dem Tier nicht nachweisen konnte, blieb die bis auf die Knochen abgemagerte Hündin erst einmal bei uns und konnte so am nächsten Tag von einer Amtstierärztin, die aus einem anderen Grund im Tierheim war, begutachtet werden. Sie beschlagnahmte das arme Tier, welches auch noch an massiven Erkrankungen der Ohren litt.

So kam der Stein ins Rollen, der dazu führte, dass 20 zumeist unterernährte, teilweise kranke, verfilzte und verflohte Hunde bei uns in Sicherheit sind, gepflegt und behandelt werden und eine reelle Chance auf ein gutes Zuhause haben. Bei den Französischen Bulldoggen sind zusätzlich die zuchtbedingten körperlichen Probleme vorhanden, die bei den meisten Vertretern dieser Qualzucht-Rasse auftreten. An erster Stelle steht die röchelnde Kurzatmigkeit aufgrund der sehr kurz gezüchteten Schnauze. Charakteristisch ist außerdem die verkürzte Schwanzwirbelsäule, die auch alle beschlagnahmten Tiere aufweisen. Der Stummelschwanz, der nicht einmal bei allen Bullis vorhanden ist, ist teilweise auch noch verkrüppelt (Knick-, Korkenzieherschwanz). Diese Fehlbildungen treten häufig zusammen mit Missbildungen an weiteren Abschnitten der Wirbelsäule auf. Folgen dieser Verkrümmungen können Störungen in den Hinterbeinen sein, die unter Umständen bis zur Lähmung führen. Auch Harn- und Kot-Inkontinenz vor allem mit zunehmendem Alter sind auf diese rassebedingten Missbildungen zurückzuführen.

Wir beurteilen die Tierhaltung des Ehepaares B. in Zossen als einen Fall von Animal Hoarding. Dieser Begriff stammt aus dem Amerikanischen und bedeutet „Tiere sammeln“ oder „Tiere horten“. Nach unserer Definition haben wir es mit Animal Hoardern oder Tiermessies zu tun, wenn eine unverhältnismäßig hohe Anzahl von Tieren gehalten wird und dabei die gesetzlichen Vorschriften nicht mehr erfüllt werden. Zwanzig Hunde in einem Zwei-Personen-Haushalt sind definitiv viel zu viel, und der schlechte Zustand der Tiere belegt die völlig unzureichende Haltung. Da sich mehrere Hunde sehr ähnlich sehen und eine Bulli- Hündin ein gut ausgebildetes Gesäuge aufweist, ist davon auszugehen, dass das Ehepaar B. die Vermehrung der Tiere nicht kontrolliert hat. Eventuell sogar absichtlich, um Welpen zu verkaufen. Die Rückfallquote liegt bei Animal Hoardern bei fast 100%. Daher hoffen wir, dass das angeblich verhängte Tierhalteverbot in Zukunft verhindert, dass erneut Hunde angeschafft werden.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder amtstierärztliche Kontrollen bei Familie B. gegeben, aber es fehlten am Ende wohl jedes Mal die erforderlichen Beweise, um tätig werden zu können. Dass die 20 Hunde nun aus unhaltbaren Zuständen befreit wurden, ist einem im Wald ausgesetzten Hund, dem detektivischen Gespür unserer Mitarbeiter und dem berühmten Quäntchen Glück zu verdanken.

Lesen Sie die ganze Geschichte mit vielen Fotos auf unserer Homepage.

Weitere Informationen bei:

aktion tier e.V.
Diplom Biologin Ursula Bauer

Kaiserdamm 97
14057 Berlin

Telefon: +49 30 30103831
Fax: +49 30 30103834
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