Pressemitteilung aktion tier - menschen für tiere e.V.

Ästling (Junge Nebelkrähe). © Ursula Bauer
 

06.06. 2018

Hände weg von Jungvögeln, die keine Hilfe brauchen!

Wie jedes Jahr um diese Zeit melden sich auch aktuell wieder zahlreiche Menschen bei uns, die ein angeblich hilfloses Vogeljunges „gerettet“ haben und es irgendwo abgeben möchten.

Leider stellt sich bei Nachfrage fast immer heraus, dass es sich nicht um ein aus dem Nest gefallenes Vogelbaby, sondern um einen sogenannten 'Ästling' handelt. „Im Gegensatz zu den noch sehr jungen und ohne den Schutz des Nestes völlig hilflosen Nestlingen sind Ästlinge Jungvögel, die außerhalb ihrer Brutstätte erste Erfahrungen sammeln“, erklärt Diplom-Biologin Ursula Bauer von aktion tier-Berlin. Viele Ästlinge können noch nicht richtig fliegen und brauchen weiterhin ihre Eltern, die sich aber auch außerhalb des Nestes liebevoll um den Nachwuchs kümmern.

Oft erzählen die Menschen, die zwar in guter Absicht, aber leider völlig falsch gehandelt haben, dass die Elternvögel während des Einfangens des Jungvogels heftig protestierten und oft sogar Angriffe geflogen sind. Kein Wunder – wer möchte schon, dass sein Kind entführt wird? Vor allem junge Amseln, Elstern und Krähen sind derzeit mehr oder weniger „zu Fuß“ unterwegs und werden daher am häufigsten eingesammelt. „Wir bitten dringend, nicht in blinden Aktionismus zu verfallen, sondern unbedingt erst einmal bei uns oder einem anderen vogelkundlichen Verein anzurufen“, sagt aktion tier-Mitarbeiterin Ursula Bauer. Meisten sind die „Retter“ auch nicht bereit oder kompetent genug, den zum Waisen gemachten Jungvogel bis zu dessen Selbstständigkeit zu versorgen. Da die wenigen fachkundigen Institutionen und Vogelexperten, welche die zeitraubende, teure und am Ende auch nur semioptimale Betreuung übernehmen könnten, komplett ausgelastet sind, stellt sich am Ende die Frage: Wohin mit diesen unnötigerweise mitgenommenen Vögelchen?

Tatsächlich hilfsbedürftig sind aus dem Nest gefallene, sehr junge und meist wenig befiederte Vögel sowie offensichtlich verletzte Tiere. „Sinnvoll ist es auch, einen Ästling, der an einer stark befahrenen Straße oder auf einer Verkehrsinsel sitzt, vorsichtig aus der Gefahrenzone zu entfernen, damit er nicht überfahren wird“, ergänzt Ursula Bauer von aktion tier. Man kann das Tier vorsichtig anfassen, denn die Vogeleltern nehmen den menschlichen Geruch nicht wahr. Aber bitte nicht zu weit weg bringen, die Altvögel müssen noch die Bettelrufe des Kleinen hören können. Gebüsche und andere geschützte Orte wie Schuppendächer und Mauernischen bieten sich zum Absetzen an.

Ein munter durch den Park hüpfender oder im Gesträuch sitzender Jungvogel braucht jedoch keine Hilfe! Wer das Tier eine Weile aus der Entfernung beobachtet wird feststellen, dass die Vogeleltern in der Nähe sind und immer wieder mit Nahrung zu ihrem Kind kommen. Manchmal ist allerdings viel Geduld erforderlich, denn unter Umständen kann es Stunden dauern, bis sich die Altvögel wieder einfinden. „Dass die jungen Ästlinge bei Annäherung sitzen bleiben, statt zu fliehen, ist übrigens ein normales Verhalten und kein Zeichen für Hilflosigkeit oder Krankheit“, sagt Biologin Ursula Bauer abschließend.

Weitere Informationen bei:

Diplom Biologin Ursula Bauer

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E-Mail: berlin@aktiontier.org
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aktion tier – menschen für tiere e.V.
ist deutschlandweit eine der mitgliederstärksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung durch Kampagnen und Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet werden kann.

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