Pressemitteilung aktion tier - menschen für tiere e.V.

Bei sommerlichen Temperaturen sollten Kaninchenhalter vorsorglich die hintere Körperhälfte des Tieres einmal täglich auf Verschmutzungen und Madenbefall kontrollieren. Foto: © aktion tier Zossen, Myriam Laser
 

29.05. 2018

Kaninchenhaltung: Horrorszenario Madenbefall

Das Sommerwetter bietet optimale Voraussetzungen für das Gruseligste, das es im Zusammenhang mit Kaninchenhaltung überhaupt gibt – der Fliegenmadenbefall. Innerhalb von Stunden werden die süßen Kleinen massenhaft von Maden befallen und von ihnen aufgefressen.

Doch wie kommt es dazu? Und was kann der Tierbesitzer tun, um dies zu verhindern? Gibt es noch Hilfe, wenn das Kaninchen schon Opfer dieser fleischfressenden Ekeltiere geworden ist?

Am gefährdetsten sind ältere oder kranke Tiere, die im Freien leben. Sie können sich nicht mehr so gut putzen und deshalb kommt es zu Verschmutzungen in der Anogenitalregion, sprich im Bereich des Hinterteils. Auch Kaninchen, die unter Durchfall leiden, sind besonderem Risiko ausgesetzt. In das verdreckte Fell legen Fliegen ihre Eier ab. Innerhalb von Stunden schlüpfen die Maden. Sie fangen an, das Kaninchen zu beknabbern und dringen unter die Haut ein. Ein schmerzhafter Prozess für die Fellnase. „Wenn jetzt nicht sofort gehandelt wird, bedeutet das das Ende für das Tier“, warnt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. Die Maden fressen sich in das Innere des Kaninchens. Es kommt zu starken Entzündungen des Gewebes. Die Parasiten bringen außer sich selbst Bakterien mit in die Tiefe des Körpers hinein.

„Alle Fliegenmaden müssen gründlich entfernt werden“, beschreibt die Veterinärin die erste Notfallmaßnahme. Dazu bringt man das Tier in die Wohnung, spült die hintere Körperhälfte mit lauwarmem Wasser ab, und sammelt alles was kreucht und fleucht vom Kaninchen ab. Dann wird das Tier getrocknet und geföhnt. Durch die Wärme kriechen auch die letzten Maden aus dem Körperinnern hervor. „Eine extrem ekelige Angelegenheit und nichts für schwache Nerven“, betont Frau Dr. Hölscher. Wer sich zu sehr gruselt, bringt das Tier besser gleich zum Tierarzt. „Das macht umso mehr Sinn, als das Kaninchen unbedingt auch ein Schmerzmittel und ein Antibiotikum braucht, damit es nicht zu sehr leidet und sich die Wunden nicht entzünden“, schließt die Tierärztin. Je nach Stadium kann auf diese Weise manch ein Tier gerettet werden, viele sterben leider auch oder müssen erlöst werden.

Eben weil dies alles so fürchterlich ist, der dringende Rat: Bei dieser Witterung die hintere Körperhälfte des Kaninchens einmal täglich auf Verschmutzungen und Madenbefall kontrollieren. Vorsorge ist deutlich besser als Nachsorge!

Weitere Informationen bei:

Dr. med. vet. Tina Hölscher

E-Mail: tierarzt@aktiontier.org

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ist deutschlandweit eine der mitgliederstärksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung durch Kampagnen und Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet werden kann.

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