Pressemitteilung aktion tier - menschen für tiere e.V.

24.02.2016

Baumfällarbeiten gefährden Eichhörnchen

Diese Eichhörnchenbabys wurden in einem bei Baumfällarbeiten zerstörten Nest gefunden. Foto: © aktion tier Eichhörnchenhilfe
Diese Eichhörnchenbabys wurden in einem bei Baumfällarbeiten zerstörten Nest gefunden. Foto: © aktion tier Eichhörnchenhilfe
 

Vor allem im zeitigen Frühjahr werden vielerorts Bäume beschnitten oder gefällt. Denn in dieser Zeit enthält das Holz wenig Wasser und trocknet schnell. Außerdem tragen Laubgehölze noch keine Blätter, was die Arbeiten erleichtert. Vom 1. März bis 30. September ist das Fällen von Bäumen und das Zurückschneiden von Gehölzen dann in der Regel verboten. Vor allem zum Schutz brütender Vögel.

„Unsere Eichhörnchen bringen jedoch häufig vor der Schutzzeit, nämlich bereits ab Januar, ihre Jungen zur Welt“, weiß Tanya Lenn von der aktion tier Eichhörnchenhilfe. Die Eichhörnchenbabys liegen nach der Geburt etwa 6 Wochen in ihren Kobeln (Nestern), welche die Muttertiere in Astgabeln, an abstehenden Ästen oder in Baumhöhlen gebaut haben. Dann werden die Kleinen von dem Muttertier in einen anderen, zwischenzeitlich gebauten Kobel gebracht.

„Unsere Europäischen Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) gehören zu den gemäß Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Arten“, erklärt Eichhörnchenexpertin Tanya Lenn. Es ist verboten, ihnen nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Auch ihre Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dürfen weder der Natur entnommen, noch beschädigt oder zerstört werden. Nur in Ausnahmefällen kann die zuständige Behörde eine Sondergenehmigung erteilen, wenn die öffentliche Sicherheit zum Beispiel durch einen morschen Straßenbaum gefährdet ist.

aktion tier bittet dringend private Baumbesitzer sowie Mitarbeiter von Gartenbaufirmen oder von der Stadt bei geplanten Fällarbeiten die Bäume mindestens einige Tage vorher genau zu beobachten. Ist ein Eichhörnchennest zu sehen? Laufen Hörnchen den Stamm hinauf, womöglich mit Nistmaterial im Maul? Besteht der Verdacht, dass sich ein Kobel im Baum befindet, darf dieser nicht ohne Sondergenehmigung gefällt werden. Oft kennen Nachbarn und Anwohner die Bäume in ihrer Gegend und deren tierische Bewohner sehr genau. Sie sollten die anrückenden Baumfäller und auch die zuständige Untere Naturschutzbehörde unbedingt informieren, wenn sich ein Eichhörnchennest in dem zu fällenden Baum befindet und die geplanten Arbeiten daher nicht durchgeführt werden dürfen.

„In den vergangenen Wochen sind immer wieder Kobel mit zum Teil noch nackten, gerade geborenen Eichhörnchen bei Baumfällarbeiten zerstört worden“, sagt Tanya Lenn von der aktion tier Eichhörnchenhilfe. Viele wissen dann nicht, wie sie mit dem Nest und den Jungtieren umgehen sollen und kümmern sich nicht weiter darum. Dabei ist es relativ einfach, die Eichhörnchenbabys zu retten. Sind die Jungen unverletzt, sollte man sie in das Nest zurücksetzen und dieses an Ort und Stelle liegenlassen. Um die kleinen Hörnchen warmzuhalten, kann eine Wärmflasche darunter gepackt werden. Wenn das Nest vollständig zerstört ist, kann man ein Ersatznest aus einem Handtuch formen. Danach sollten sich erstmal alle Menschen von dem Baum entfernen. In den meisten Fällen kommt das Muttertier zurück und trägt seine Jungen nacheinander in einen anderen Kobel. Hier ist etwas Geduld gefragt, denn es kann durchaus 1-3 Stunden dauern, bis sich die Eichhörnchenmutter zu ihren Babys traut.

Sind die Jungtiere verletzt, sollte man sie warmhalten und eine Eichhörnchen-Auffangstation wie die aktion tier Eichhörnchenhilfe kontaktieren.

Wer ein Eichhörnchen wissentlich und ohne vernünftigen Grund tötet, begeht eine Straftat nach § 17 Tierschutzgesetz, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden kann. Auch das Beschädigen oder Zerstören von Eichhörnchennestern ist ordnungswidrig und kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro belegt werden. Beobachter derartiger Geschehnisse sollten daher die Verantwortlichen bei der Polizei und bei der Unteren Naturschutzbehörde anzeigen.

Weitere Informationen bei:
Tanya Lenn
Mobil: +49 172 3553314
E-Mail: info@eichhoernchenhilfe-berlin.de
Diplom Biologin Ursula Bauer
Kaiserdamm 97
14057 Berlin
Telefon: +49 30 30103831
Fax: +49 30 30103834
E-Mail: berlin@aktiontier.org
Url: www.aktiontier.org

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