Pressemitteilung aktion tier - menschen für tiere e.V.

19.02.2016

Wenn Mieter verschwinden und ihre Tiere in der Wohnung zurücklassen

Marko Hafenberg, Leiter unseres Reptilienschutzzentrums 'aktion tier BRANDENBURG', untersucht die vertrocknete Giftschlange. Foto: © aktion tier, Ursula BauerInsgesamt fünf tote Reptilien haben wir in der verlassenen Wohnung gefunden. Foto: © aktion tier, Ursula BauerEine vertrocknete Giftschlnge (Weißlippen-Bambusotter); davor einer der Giftzähne. Foto: © aktion tier, Ursula BauerDrei tote Blindschleichen lagen in der Küche. Foto: © aktion tier, Ursula BauerTote Kornnatter (Pantherophis guttatus) in einem Terrarium. Foto: © aktion tier, Ursula BauerDie Tiere sind vermutlich langsam verdurstet und verhungert. Foto: © aktion tier, Ursula BauerDie Wohnung war völlig vermüllt, der Vermieter nicht auffindbar. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Marko Hafenberg, Leiter unseres Reptilienschutzzentrums 'aktion tier BRANDENBURG', untersucht die vertrocknete Giftschlange. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
 

Immer häufiger verlassen Menschen sang- und klanglos ihre Wohnungen, ohne mitzuteilen, wohin sie ziehen. Beispielsweise aufgrund von Mietrückständen.

„Leider werden dabei oft nicht nur Gegenstände und viel Müll, sondern auch lebende Tiere zurückgelassen“, sagt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Bis dann ein Räumungsurteil vorliegt und ein Gerichtsvollzieher die verlassene Wohnung endlich offiziell betreten darf, vergeht sehr viel Zeit. Hunde und Katzen machen sich bemerkbar, so dass sie in der Regel rechtzeitig gerettet werden können. Für andere Tiere wie Fische und Reptilien, die still in ihren Aquarien und Terrarien leiden, bedeutet der lange bürokratische Weg jedoch meistens den sicheren Tod.

Marko Hafenberg, Reptilienexperte und Leiter des aktion tier- Reptilienschutzzentrums in Brandenburg an der Havel, wird regelmäßig gerufen, wenn zum Beispiel Schlangen in einer zu räumenden Wohnung entdeckt werden. So auch in dieser Woche, als ein Gerichtsvollzieher in einer Wohnung in Berlin-Marzahn eine tote Schlange in einem Terrarium fand. Auf dem Behältnis lag eine Schlangenhaut, die nicht von der kleinen toten Kornnatter stammte. Der Verdacht lag nahe, dass sich noch andere, vielleicht lebende Schlangen vor Ort befinden. Unter Umständen sogar giftige Tiere. Marko Hafenberg fand dann tatsächlich eine völlig vertrocknete Weißlippen-Bambusotter (Trimeresurus albolabris), eine in Südostasien beheimatete Giftschlange. In der Küche der vermüllten Wohnung lagen außerdem drei tote Blindschleichen (Anguis fragilis). Diese einheimische Echsenart zählt zu den gemäß Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Arten. Die Tiere waren noch nicht lange tot, es ging ein starker Verwesungsgeruch von ihnen aus.

„Wir vermuten, dass zumindest die Kornnatter und die 3 Blindschleichen in der Wohnung gehalten wurden und langsam verdurstet und verhungert sind, nachdem der Mieter die Wohnung für immer verlassen hatte“, sagt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. „Beweisen können wir dies allerdings nicht, da alle Tiere bereits tot waren“, so die Biologin weiter.

Um zu verhindern, dass in Wohnungen zurückgelassene Tiere elendig sterben, ist es sehr wichtig, dass Nachbarn, Freunde und Bekannte notfalls anonym beim zuständigen Veterinäramt oder bei der Polizei melden, wenn Tierhalter ohne ihre Tiere verschwinden. Die Behörden haben das Recht, die Wohnungen notfalls aufzubrechen, wenn das Leben der Tiere auf dem Spiel steht.

Weitere Informationen bei:
Diplom Biologin Ursula Bauer
Kaiserdamm 97
14057 Berlin
Telefon: +49 30 30103831
Fax: +49 30 30103834
E-Mail: berlin@aktiontier.org
Url: www.aktiontier.org

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ist deutschlandweit eine der mitgliederstärksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung durch Kampagnen und Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet werden kann.

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