Pressemitteilung aktion tier - menschen für tiere e.V.
In sieben Pferdhaltungen über vier Bundesländer hinweg bei insgesamt elf Pferden wurde das Virus im letzten Monat in Deutschland nachgewiesen. Foto: © aktion tier e.V.
In sieben Pferdhaltungen über vier Bundesländer hinweg bei insgesamt elf Pferden wurde das Virus im letzten Monat in Deutschland nachgewiesen. Foto: © aktion tier e.V.
 

26.07.2017

Welle ansteckender Blutarmut

Die Krankheit ist so fies, wie sie sich anhört. Die EIA (Equine Infektiöse Anämie) wird durch einen Retro-Virus ausgelöst, das über Stechmücken wie Bremsen sowie über Putz- und Sattelzeug von Pferd zu Pferd übertragen werden kann.

Übersetzt man die Fachsprache, spricht man von ansteckender Blutarmut, denn das Virus befällt das Blut an sich sowie die blutbildenden Organe und führt auf diese Weise zum Blutmangel und in der Folge häufig zum Tod.

In sieben Pferdehaltungen über vier Bundesländer hinweg bei insgesamt elf Pferden wurde das Virus im letzten Monat in Deutschland nachgewiesen. Die ursprüngliche Quelle ist bis dato nicht klar. Da kein Impfstoff existiert, der vor der gefährlichen Infektion schützen kann, dürfen erkrankte Pferde nicht behandelt werden. Möglicherweise erkrankte Tiere müssen in Quarantäne gebracht, tatsächlich erkrankte getötet werden. Tierärzte und Tierhalter sind verpflichtet, schon allein den Verdacht auf eine Erkrankung an EIA beim Veterinäramt anzuzeigen.

„Die Krux ist, dass es auch sogenannte inapparente Ausscheider gibt, die das Virus verbreiten, aber selber gar keine Krankheitssymptome zeigen“, erklärt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., warum die Ausrottung des Virus so schwierig ist. „Daher treten von Zeit zu Zeit Erkrankungswellen auf, die leider nur durch sehr drastische Maßnahmen im Zaum zu halten sind“, rechtfertigt sie das rigorose Vorgehen der Veterinärämter. Nur so können bisher nicht erkrankte Pferde effektiv geschützt werden.

Klassische Symptome der EIA sind Fieber, Fressunlust, vermehrter Durst, Schwellungen am Unterbauch und vor allem blasse oder gelbliche Schleimhäute. Dies erkennt man besonders gut auf der Innenseite des Mauls oder an den Bindehäuten des Auges. Oft endet die Infektion nach zwei bis vier Wochen mit dem Tod. Bei Verdachtsfällen bringt eine Blutuntersuchung Klarheit. Nicht nur Pferde sind durch die Infektionskrankheit bedroht. Auch Esel, Mulis, Zebras und Maultiere kann es erwischen. Die einzig gute Nachricht: Menschen und anderen Tierarten kann das Virus nichts anhaben.

Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Hölscher
Mobil: +49 177 2451198
E-Mail: tierarzt@aktiontier.org

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ist deutschlandweit eine der mitgliederstärksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung durch Kampagnen und Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet werden kann.

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