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Aufklärung und Prävention gehören dazu!

Mitarbeiter des aktion tier Aufklärungsteam helfen auf der Kitty-Katzenbabystation.
aktion tier Mitarbeiter der Öffentlichkeistarbeit auf der Kitty-Babystation in Glindow. Foto: © aktion tier e.V.

Von Rosi Lindemann. In unserem Staat kann jeder Mensch Katzen erwerben und produzieren, ohne Ansehen der Person, ohne Sachkunde und ohne jede Einschränkung durch Regelungen und Verordnungen. Das ist längst nicht überall so in der Welt. In Österreich zum Beispiel ist die Kastration der Freigängerkatze, das Kennzeichnen durch Chip und die Registrierung Pflicht. Nur eine kastrierte Katze bekommt keinen Nachwuchs! Paderborn ist als erste deutsche Stadt Vorreiter dieser ordnungsbehördlichen Verordnung, und viele Interessenten, Tierschützer, und Tierschutzvereine fordern eine gesamtdeutsche Regelung.

Wenn in einschlägigen Foren im Internet der Satz steht „unsere Susi hat wieder süße Babys bekommen“, läuft das Geschäft mit der Katze an. Viele Menschen sind entzückt von den niedlichen, pelzigen Kätzchen. Der Erwerb ist schnell getätigt. Sehr oft wird dabei nicht beachtet, dass die Katze eine Lebenserwartung von bis zu 20 Jahren hat und eine artgerechte Haltung mit hohen Kosten verbunden ist. Schon die Kastration reißt das erste Loch in die Haushaltskasse. Deshalb wird sie als nicht so notwendig häufig unterlassen. Bei einer Katze ohne potenten Kater ist sowieso kein Nachwuchs möglich, beim Kater besteht diese Problematik erst gar nicht. Leider geht diese Rechnung nicht auf. Offene Fenster und Türen, unkastrierte Freigänger und ausgesetzte unkastrierte Haustiere sorgen für einen Anstieg der Straßenkatzen- Populationen. Das Katzenelend beginnt, denn die Tierbesitzer haben sich jeder Verantwortung entledigt. Schnell kommt es zu einer Straßenkatzenfamilie. Die nächste Generation kann noch im selben Jahr geboren werden. Wenn sich mitleidige Fütterer finden, sind Konfrontation durch Mitbürger und Eigentümer nicht selten an der Tagesordnung. Ignoranz und Willkür bestimmen den Alltag.

Ohne Aufklärung geht es nicht!

aktion tier Mitarbeiter informieren bundesweit an mobilen Informationsständen auch über das Projekt Kitty. Foto: aktion tier e.V.

Unter welchen Strapazen, Nöten und Krankheiten die Katzen leben und leiden hängt davon ab, wie schnell Tierschützer um Hilfe gerufen werden. Bei Einsätzen des „Projekt Kitty“, dem Straßenkatzenprojekt von aktion tier, finden wir oft Katzen mehrerer Generationen in einem erbärmlichen Zustand vor. Kastration und tierärztliche Versorgung sind die ersten notwendigen Hilfeleistungen. Die anschließende Betreuung dauert mitunter ein Katzenleben lang, durch Maßnahmen wie: Bau und Aufstellen von Katzenhäusern, Ausgabe von Futterspenden und Unterstützung bei Meinungsverschiedenheiten im Zusammenleben mit Katzen, Bürgern und Eigentümern.

Wahrscheinlich ist das sichtbare Leid der Katzen auf der Straße nur die Spitze des Eisberges, denn in den Wohnungen, versteckt vor der Öffentlichkeit, existiert das Leid ebenso. Wir kennen eine Vielzahl qualvoller Haltungsbedingungen. Die Gebärmaschine Katze, die unbehandelten Krankheiten und der grausame Rauswurf von alten und kranken Tieren gehören dazu. Wir bei Kitty nutzen jede Gelegenheit der Aufklärung, um das Bewusstsein im Denken und Handeln aller Menschen für den Tierschutz und den richtigen Umgang mit den Katzen zu verbessern.

Der Einladung durch den Jugendclub „Linse“ in Berlin Lichtenberg folgend, ergab sich für für das Projekt Kitty eine weitere Möglichkeit, über die jetzige Tierschutzarbeit und die längst überfälligen Maßnahmen zur Endämmung des Straßenkatzenelends zu informieren. Der Jugendclub betreut selbst eine Katzenfutterstelle, der Kontakt zu Kitty besteht seit vier Jahren. Wir können auf eine gute Zusammenarbeit zurückblicken. Der Informationsstand von aktion tier, aber auch unsere Powerpoint- Präsentation und das gezeigte Filmmaterial fanden große Aufmerksamkeit und Zustimmung bei den Besuchern. Im Vordergrund unseres Vortrages standen Aufklärung und Prävention. Nachhaltig brachten wir zum Ausdruck, dass nur durch gezielte gesetzliche Regelungen dem vorhandenen Leid der Katzen begegnet werden kann.

Stabile Säulen im Tierschutz sollten sein: Bundesweit einheitliche Katzenschutzverordnungen, Kastrations- und Kennzeichnungspflicht sowie ein Verbands -und Klagerecht.