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Projekt KittyKatzen hinter Gittern

Herr Dridiger (rechts, JVA Bielefeld) und John-F. Pyka (links, aktion tier e.V.). Foto: © aktion tier e.V.

Von Susan Smith, 2012. Im Rahmen des Kitty Projekts werden wir zu den unterschiedlichsten Orten gerufen. Es ist für uns immer wieder erstaunlich, wo sich die Überlebenskünstler Straßenkatzen ansiedeln und welche örtlichen Gegebenheiten sie zu ihrem Vorteil nutzen.

Einer der ungewöhnlichsten Orte zu denen das Kitty Projekt Paderborn gerufen wurde ist die Justizvollzugsanstalt Bielefeld Senne Außenstelle Boke. Hierbei handelt es sich um einen offenen Vollzug mit ca. 75 Haftplätzen. Die dort Inhaftierten gehen fast alle einem regelmäßigen Beschäftigungsverhältnis außerhalb der JVA nach. So soll der Eingliederungsprozess vereinfacht werden. Da eine Justizvollzugsanstalt lediglich der Spiegel der Gesellschaft ist, gibt es auch hier viele Tierfreunde. Diesen war zu verdanken, dass sich eine Gruppe von Katzen regelmäßig vor der JVA aufhielt und auf einen morgendlichen Imbiss wartete, wenn die Inhaftierten sich auf den Weg zur Arbeit machten. Als der erste Nachwuchs auftauchte, setzten sich die Mitarbeiter der JVA mit uns in Verbindung und baten um Hilfe.

Bei unserem ersten Besuch trafen wir neben einer Gruppe von gut genährten Katzen auch einige Inhaftierte an, die die Tiere liebevoll und regelmäßig versorgten. Die Tatsache, dass wir vor Ort gut informierte Helfer hatten, vereinfachte unsere Arbeit sehr und so konnten wir nach kurzer Eingewöhnung mit den Fangaktionen beginnen. Das ist jetzt vier Jahre her und im Laufe der Zeit haben wir ca. 30 Tiere dort einfangen können. Neben scheuen Tieren, die wieder an der JVA ausgesetzt wurden, konnten wir auch einige Katzen in ein neues behütetes Zuhause vermitteln. Denn letztlich ist dies der Sinn des Kitty Projekts, das Elend auf der Straße zu beenden oder, falls das nicht möglich ist, wenigstens durch Futter und Kastration einzudämmen.

In diesem Jahr sind zum ersten Mal keine Jungtiere an dieser betreuten Futterstelle aufgetaucht. Wir gehen somit davon aus, dass nun alle potenten Elterntiere kastriert sind. Momentan findet sich nur noch eine – mittlerweile sehr freundliche – Kätzin regelmäßig dort ein. Diese wird von uns in Kürze aufgenommen und weitervermittelt, so dass wir diese Futterstelle auflösen können. Ein voller Erfolg für alle Beteiligten. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön den JVA Mitarbeitern und Inhaftierten, welche immer ein offenes Ohr für die Belange der Katzen hatten.

Sicherlich ist eine solche Entwicklung nicht bei allen Futterstellen des Kitty Projekts möglich. Viele Katzen können nicht mehr an den Menschen gewöhnt werden und müssen so zwangsläufig weiter auf der Straße leben. Viele brauchen auch sehr viel Zeit, um wieder Vertrauen in den Menschen zu gewinnen. Das ist für uns dann der größte Erfolg, wenn wir ein scheues Tier nach oft Monate oder Jahrelanger Gewöhnung an die Betreuer aufnehmen und in ein Zuhause vermitteln können. So etwas ist dann alle Mühe wert gewesen und der eigentliche Sinn unseres Kitty Projekts.