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Katzenschutz – eine Berufung

Katzenkinder in der Kitty-Babystation von aktion tier e.V.
In vielen Fällen werden die Babys von gewissenlosen Menschen, welche billigend den Tod der Tiere in Kauf nehmen, entsorgt. Foto: © aktion tier e.V. / Janenko
Innenbereich im Katzenhaus
Bis zu 15 Straßenkatzen mit ihren Jungen können aufgenommen und versorgt werden. Foto: © aktion tier e.V. / Janenko
Eines der Katzenzimmer in der Katzenstation. Foto: © aktion tier e.V. / Janenko
Außenbereich 'aktion tier Glindow'
Die Katzenstation verfügt über einen liebevoll ausgestatteten, großzügigen Außenbereich. Foto: © aktion tier e.V. / Janenko
OP Raum für tierärztliche Behandlungen. Foto: © aktion tier e.V. / Janenko
Katzenkind in der Katzenstation Glindow
Heutzutage gibt es keine typischen ‚Wurfzeiten‘ der verwilderten Katzen mehr. Das ganze Jahr über kommen Junge zur Welt. Foto: © aktion tier e.V. / Janenko
Katzenbaby in der Katzenstation
Mit etwa zehn Wochen werden die Kleinen vermittelt, und die nach der Stillzeit kastrierten Katzenmütter werden wieder an ihrer alten Futterstelle freigelassen. Foto: © aktion tier e.V. / Janenko
Gnadenhof-Katze in Glindow
Immer wieder gibt es Tiere, welche aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr vermittelbar sind. Oftmals sind dies stark misshandelte Katzen, welche aufgrund ihrer Erfahrungen nicht mehr abgegebenwerden können. Foto: © aktion tier e.V. / Janenko
 
 

Katzen vermehren sich in Windeseile, wenn sie nicht kastriert durch die Gegend streifen. Trotz der jährlich etwa 700 vorgenommenen Kastrationen durch die lokalen aktion tier Kitty-Foren werden in Berlin und Brandenburg noch immer massenweise Katzenbabys auf der Straße geboren. Schon seit über dreißig Jahren setzt sich ein kleiner Verein mit etwa zweihundert Mitgliedern mit dem Namen „Berliner Katzenschutz e.V.“ zum Schutz der Tiere ein. Gegründet wurde der Verein 1985 von Wilhelm Schrader. Die erste Unterkunft befand sich damals im Berliner Stadtteil Schöneberg. Nach einem Umzug innerhalb Berlins wurde im März 1991 die Katzenstation in Glindow eröffnet.

Von Sophie Janenko | September 2017

Im November 1999 wurde eine Kooperationspartnerschaft mit aktion tier – menschen für tiere e.V. geschlossen, wodurch mit großzügiger finanzieller Unterstützung 2003 die erste Babystation für Katzen in Deutschland ins Leben gerufen werden konnte. Diese Auffangstation ist speziell für auf der Straße geborene Katzenbabys gedacht: eine deutschlandweit einzigartige Einrichtung. Die Mitarbeiter des Berliner Katzenschutzes betreuen hier verwaiste Katzenbabys oder auch ganze Würfe mitsamt der Mutter. „In vielen Fällen werden die Babys von gewissenlosen Menschen, welche billigend den Tod der Tiere in Kauf nehmen, entsorgt. Leider ist es keine Seltenheit, dass ungewollte Katzenbabys in Mülleimern auf Parkplätzen gefunden werden, teilweise mit erheblichen und grausam zugefügten Verletzungen“, so Vorstandsvorsitzender Harry Kindt.

Eine einzigartige Einrichtung in Deutschland

In Kooperation mit dem Ärzteteam der Tierarztpraxis Rudow, welche die medizinische Versorgung übernimmt und aktion tier – menschen für tiere e.V., welche die benötigten Materialien bereitstellt, können die Tiere optimal versorgt werden. Doch oftmals werden verwaiste Katzenbabys gefunden, ohne Mutter, welche die benötigte Milch liefern kann. Dann muss der Mensch für ein oder mehrere neugeborene Katzenkinder unversehens Mutterpflichten übernehmen, für Wärme und Geborgenheit sorgen, anfangs alle zwei Stunden das Fläschchen geben und anschließend Babys Bäuchlein massieren. Hier kommt das Ehepaar Kindt zum Einsatz. In eigens hergerichteten Räumen im Haus des 1. Vorsitzenden bekommen die verwaisten Babys eine rundum-Versorgung. Sobald die kleinen eigenständig fressen können, also etwa ab der sechsten Woche, wird auch für diese ein liebevolles Zuhause gesucht.

Tag der offenen Tür beim Berliner Katzenschutz

Um interessierten Menschen einen Einblick in die Arbeit mit den Tieren zu ermöglichen, fand auch in diesem Jahr auf dem Gelände des Berliner Katzenschutz e.V. ein Tag der offenen Tür statt. Neugierige Besucher konnten erste Kontakte mit den Bewohnern knüpfen und in Führungen Wissenswertes über die Arbeit der Pfleger erfahren. Hinter der Pforte des Tierheims schlenderten die Besucher durch den Trödelmarkt, bei dem es Allerlei rund um die Katze zu kaufen gab. Auch informierten Mitglieder von aktion tier über ihre Arbeit mit den Tieren und verkauften Lose für die Tombola. Der Erlös der Tombola und des Trödelstandes kam natürlich den Bewohnern der Einrichtung zu Gute. Auch für den im Bau befindlichen Gnadenhof freuen sich die Mitglieder über den Gewinn. Immer wieder gibt es Tiere, welche aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr vermittelbar sind. Oftmals sind dies stark misshandelte Katzen, welche aufgrund ihrer Erfahrungen nicht mehr abgegeben werden können. Bis nächstes Frühjahr soll ein ca. 20 qm großes Haus erbaut werden, um auch diesen Tieren ein liebevolles Zuhause geben zu können.