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Neues von der Wildtierstation Sachsenhagen

Degus in der Wildtierstation
Zwei lebende, bereits unterkühlte Degus waren in einer Plastiktüte ausgesetzt worden. Foto: © aktion tier Wildtierstation Sachsenhagen
Aktionstag Igel
Die „Igelschule“ war gut besucht. Foto: © aktion tier Wildtierstation Sachsenhagen
Spinnenschildkröte
Spinnenschildkröte im Terrarium der Wildtierstation. Foto: © aktion tier Wildtierstation Sachsenhagen
 
 

Ausgesetzte Degus gefunden

Von Claudia Dadzio, Juni 2015. Eine nicht alltägliche Tieraufnahme meldete die Wildtierstation Sachsenhagen: Zwei Degus wurden in Steinbergen, Landkreis Schaumburg, ausgesetzt und von einer Spaziergängerin gefunden. Die Tierfinderin staunte nicht schlecht, als ihr Hund beim frühmorgendlichen Spaziergang um kurz nach sechs Uhr in Steinbergen eine große Discounter-Tragetasche aufstöberte. Zwei lebende Degus befanden sich darin und waren bereits etwas unterkühlt. Außerdem befanden sich in der Tasche noch ein Holzhäuschen, Laufrad, Stroh und diverses Futter. 

Dass die beiden Tiere ausgesetzt wurden, war offensichtlich und wurde auch umgehend dem Ordnungsamt gemeldet. Zur Betreuung hat die Tierfinderin das Pärchen danach in die Wildtier- und Artenschutzstation nach Sachsenhagen gebracht. Hier stellte Tierpflegerin Bianca Ebeler schnell fest, dass ein Tier leider blind ist.

Als Heimtiere werden Degus immer beliebter. Sie können sehr zutraulich werden, legen ein interessantes Familienverhalten an den Tag und haben mit durchschnittlich ca. 4-6 Jahren (es gibt Degus, die über 10 Jahre alt wurden!) eine deutlich höhere Lebenserwartung als beispielsweise der Goldhamster. Wer sie als Heimtier halten möchte, sollte sich jedoch vorab genau über die besonderen Haltungs- und Ernährungsbedingungen informieren. Da es sich beim Aussetzen von Tieren um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz handelt, wurde Seitens der Wildtierstation auch das zuständige Veterinäramt informiert.

Buntes Jahresprogramm für Kinder in der Wildtierstation

Das neue Aktionsprogramm für das Jahr 2015 steht. Insgesamt 20 Aktionen mit den unterschiedlichsten Themen zum Bereich Natur und Umwelt haben die Biologin Helene Kruse und ihr Kollege Stefan Sauer ausgearbeitet. Die Themenauswahl verspricht spannende Erlebnisse auf dem Gelände der Wildtierstation. Das Programm konnte wieder um neue Themen ergänzt werden, zum Beispiel „Schnecken entdecken“, aber auch die beliebten Aktionen wie „Frosch und Co“ oder „Jäger der Lüfte“ werden weiterhin angeboten. Die ersten Aktionstage fanden bereits im März unter der Leitung von Stefan Sauer statt und waren voll ausgebucht. Morgens erklärte der Diplom-Biologe den Kids beim „Igeltag“ anschaulich, ob und wann Igel menschliche Hilfe benötigen und was sie für die Tiere in unserem Garten tun können. Weiter ging es dann am Nachmittag mit dem Motto „Schlangen und Echsen“. Reptilien sind faszinierende Tiere – die Lebensweise der Tiere und die artgerechten Haltung haben die Kinder brennend interessiert. Natürlich konnten die Kinder die Tiere auch hautnah erleben. Die Aktionstage der Wildtierstation sind für Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren und kosten jeweils 8,00 Euro pro Kind. Alle Aktionen finden überwiegend im Freien statt. Mitzubringen sind festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung und Verpflegung. Weitere Infos, das Programm als Download sowie die Online-Anmeldung sind auf der Homepage der Wildtierstation (www.wildtierstation.de) zu finden.

Seltene Madagassische Spinnenschildkröten beschlagnahmt

Nach einem langjährigen Beschlagnahmeverfahren wurden nun zwölf Madagassische Spinnenschildkröten bei einem Privatmann eingezogen, der den rechtmäßigen Besitz nicht nachweisen konnte. Die in der Natur hoch bedrohte Art gehört mit nur 12 cm Panzerlänge zu den kleinsten Landschildkröten der Welt. Die heiklen Pfleglinge wurden in der Wildtier- und Artenschutzstation eingestellt, wo sie nun erst einmal aufgepäppelt werden müssen. Da die wertvollen Tiere sich in einem schlechten Gesundheitszustand befinden, müssen sie die nächste Zeit noch in der Quarantäne verbringen, bevor sie an einen Zoo weitervermittelt werden können.

Seidenschwanz nach dem Winter wieder ausgewildert

Drei Monate hat ein Seidenschwanz in der Obhut der Wildtierstation verbracht. Diese wunderschöne Vogelart gehört zu den selteneren Pfleglingen, was vor allem daran liegt, dass sie nur im Winter ab und zu in Deutschland anzutreffen sind. Seidenschwänze leben normalerweise im Norden Skandinaviens und wandern nur in harten Wintern südwärts bis nach Deutschland. Der flugunfähig bei uns eingelieferte Vogel hat sich gut erholt und konnte im März wieder in die Freiheit entlassen werden. Zeitig genug, um den Heimweg in den Norden anzutreten und im Mai zur Brutzeit wieder zu Hause zu sein.