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Bingo-Umweltstiftung und junge Eichhörnchen

Handaufgezogene Rabenkrähen betteln Stationsleiter Dr. Florian Brandes um Futter an. Foto: © aktion tier Wildtierstation Sachsenhagen
Junge Misteldrosseln werden in der Voliere gefüttert. Foto: © aktion tier Wildtierstation Sachsenhagen
Eichhörnchen in Auswilderungsvoliere. Foto: © aktion tier Wildtierstation Sachsenhagen
Auswilderungsklappe der Voliere. Foto: © aktion tier Wildtierstation Sachsenhagen
Geplanter Bauplatz der neuen Eichhörnchenvoliere. Foto: © aktion tier Wildtierstation Sachsenhagen
 
 

Von Dr. Florian Brandes, Leiter der Wildtierstation, April 2017. Ein Weihnachtsgeschenk erhielt die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen vor kurzem durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung. Diese unterstützt die Wildtierstation bei ihrem nächsten Bauvorhaben mit 18 000 Euro. Diese Summe fehlte noch, um eine dringend notwendig gewordene Baumaßnahme umsetzen zu können. 2017 soll nämlich ein neuer Volierenkomplex die alten und baufällig gewordenen Singvogelvolieren ersetzen.

Auch die ständig wachsende Zahl der pflegebedürftigen Singvögel, die Jahr für Jahr in der Wildtierstation aufgenommen, tierärztlich versorgt und schrittweise auf die Auswilderung vorbereitet werden, macht dies unverzichtbar. Wir müssen dieser Entwicklung Rechnung tragen. Um die Reinigung zu erleichtern und die Haltbarkeit zu erhöhen, werden die neuen Anlagen aus Metall errichtet. Die Station in Sachsenhagen gehört zu den größten in Niedersachsen, sie betreut mehr als 2200 Tiere pro Jahr, darunter über 700 Singvögel. „Deshalb sind neue, langlebige Volieren sinnvoll, um die Leistungsfähigkeit der Station aufrechtzuerhalten“, sagt Stiftungsgeschäftsführer Karsten Behr.

Gehören auch Sie zu den glücklichen Gartenbesitzern, die im Herbst Eichhörnchen bei der Suche nach Nahrung beobachten konnten?

Fleißig verstecken die Eichhörnchen Vorräte wie Bucheckern, Hasel- und Walnüsse, damit sie gut über den Winter kommen. In der Wildtierstation konnten in 2016 über 40 Eichhörnchen, die als verletzte oder verwaiste Jungtiere von Tierfindern gebracht wurden, wieder ausgewildert werden. Die Mitarbeiter hoffen sehr, dass alle gut über den Winter kommen. Die Jungtieraufzucht ist, gerade wenn die Tiere noch sehr klein sind, sehr aufwendig. Sie bekommen am Anfang hochwertige Spezialnahrung und werden liebevoll von den Tierpflegern gepäppelt. Wenn sie dann etwas älter geworden sind und selbstständig fressen können, ziehen sie in eine spezielle Auswilderungsvoliere um. Vielleicht haben Sie bei einem Besuch in Sachsenhagen die Eichhörnchenvoliere im Naturlehrpfad des Geländes schon einmal gesehen? Diese besitzt eine Klappe, die nach der Eingewöhnungszeit geöffnet wird. Dann können die jungen Schützlinge in Ruhe die Umgebung erkunden. Meistens kommen sie in der ersten Zeit noch zum Fressen und Schlafen in die Voliere zurück, doch irgendwann bleiben sie fort und führen dann, selbstständig geworden, ihr Leben in der freien Natur. Dieses sanfte Auswilderungsverfahren nennt sich „Soft Releasing“. Leider ist die in der Wildtierstation vorhandene Eichhörnchenvoliere baufällig und zu klein für die im Laufe der Jahre gestiegene Anzahl an Eichhörnchen, die jährlich au f genommen werden. Deswegen ist der Neubau einer größeren Voliere geplant. Diese soll direkt im Eichhörnchenlebensraum am Waldrand nahe einer Futterstelle liegen, die den jungen Hörnchen den Start in die Freiheit erleichtern soll. Dort werden auch Besucher diese gut beobachten können. Den Bau der Voliere wird der Stationshandwerker mit Hilfe ehrenamtlicher Kräfte selbst durchführen. Aber allein die Materialkosten für Draht und Holz sowie das notwendige Zubehör werden rund 2500 Euro betragen. Aus diesem Grund sammelt die Wildtierstation derzeit Spenden, damit den vielen jungen Eichhörnchen einen optimalen Start in ein neues Leben gegeben werden kann.