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aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation SachsenhagenVon Seeadler, Mäusebussard und neuer Sprunggrube

Eingangsuntersuchung beim Seeadler Foto: © Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen

Ein Bericht von Dr. Florian Brandes – Im Februar 2018 haben besorgte Bürger der Wildtierund Artenschutzstation in Sachsenhagen einen verletzten Seeadler gemeldet, der sich seit Tagen an demselben Ort aufhielt und einen Flügel stark hängen ließ. Nach einer kurzen Hetzjagd über das Feld konnten Mitarbeiter der Wildtierstation den Vogel einfangen, der zwar flugunfähig, aber noch recht gut zu Fuß unterwegs war. Bei der Eingangsuntersuchung konnte schnell festgestellt werden, dass der rechte Flügel schwer beschädigt war.

Die Flügelspitze hing nur noch an Geweberesten, die Wunde war bereits mehrere Tage alt und eingetrocknet. Leider blieb nur die Amputation der Handschwinge, womit der Vogel dauerhaft flugbehindert und nicht mehr auswilderungsfähig sein wird. Ursache für die schwere Verletzung könnte die Kollision mit den Flügeln eines Windrades gewesen sein. Gleich mehrere Windkraftanlagen befanden sich in unmittelbarer Umgebung des Fundortes.

Über die Ringe, welche der Seeadler trug, konnten wir in Erfahrung bringen, dass der männliche Adler bereits 2009 in Neudorf / Osthavelkreis in Brandenburg beringt wurde. Glücklicherweise fand sich in der Adlerwarte Berlebeck ein Platz, wo der Vogel dauerhaft untergebracht werden kann. Hoffen wir, dass er mit dem bereits dort lebenden Weibchen wenigstens noch in Menschenobhut zum Erhalt seiner Art beitragen und Nachwuchs großziehen kann.

Später Wintereinbruch macht Wildtieren das Leben schwer

Zwei Graureiher fanden Zuflucht. Foto: © Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen
Graureiher.
Graureiher. Foto: © Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen
Wasserralle.
Wasserralle Foto: © Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen
 
 

Nachdem die Zeichen schon auf Frühling standen, hat ein später Wintereinbruch Ende Februar / Anfang März vielen Tieren noch einmal Probleme gemacht. Am Ende des Winters haben die meisten Tiere ihre Vorräte aufgebraucht und warten auf den Frühling. Bereits geschwächt können Schlechtwetterphasen ihnen dann den Rest in der ohnehin verlustreichen Jahreszeit geben. Besonders unter den unerfahrenen Jungtieren gibt es natürlicherweise eine hohe Ausfallsrate im Winter. In der Wildtierstation haben wir besonders viele halbverhungerte Mäusebussarde aufgenommen und wieder aufgepäppelt.

Aber auch Vogelarten, die auf offene Gewässer angewiesen sind wie Graureiher und sogar zwei Exemplare der seltenen Wasserralle haben in der Wildtierstation Zuflucht gefunden. Diese konnten, nachdem sie sich erholt hatten und die zugefrorenen Gewässer wieder aufgetaut waren, in den Naturschutzgebieten rund um das nahegelegene Steinhuder Meer wieder freigelassen werden.

Sprunggrube im Naturlehrpfad wird von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert

Mit Stockbrot am Lagerfeuer
Mit Stockbrot am Lagerfeuer wurde es gemütlich. Foto: © Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen
Sprunggrube im Bau
Sprunggrube im Bau Foto: © Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen
Weitsprung in der Srunggrube
Der Weitsprung war ein Ansporn für alle. Foto: © Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen
 
 

Nach Planung durch Miriam Obermüller ist in unserem Naturlehrpfad eine neue Station entstanden an der Kinder und Jugendliche ihre Kräfte im Weitsprung mit einheimischen Tierarten messen können. Entstanden ist mit Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung eine Sprunggrube, an der die Sprungkraft verschiedener Tierarten wie Eichhörnchen,Hase, Fuchs und Reh ausgeschildert ist. Während eines Aktionstages halfen die Kinder bei der Fertigstellung und testeten erstmalig die Grube und ihre eigene Sprungkraft. Anschließend konnten sie sich mit frisch über dem Feuer gebackenem Stockbrot stärken.