aktion tier - menschen für tiere e.V https://www.aktiontier.org/ 2019-07-17T10:32:46+02:00 https://www.aktiontier.org/news-361.atom Vorsicht bei der Mitnahme von Straßentieren aus dem Ausland 2019-07-17T09:25:00+02:00 2019-07-17T10:30:16+02:00 Tierfreunde entdecken, wo sie gehen und stehen, Tiere. Auch und gerade im Urlaub, wenn der Kopf frei ist und der Blick neugierig umherwandert.

„Vor allem in südlichen und osteuropäischen Ländern begegnen wir regelmäßig Straßenhunden und Streunerkatzen, die an Orten leben, die uns ungewohnt und auch ungeeignet erscheinen – in Ferienanlagen, in Parks, am Strand, in Ruinen oder auf dem Campingplatz“, sagt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Die Tiere laufen durch den gefährlichen Verkehr, stöbern im Müll, haben kein Zuhause. Manche sind mager, haben ungepflegtes Fell, wirken krank. Man möchte am liebsten alle einsammeln und mitnehmen.

Bei aller Tierliebe sollte die Mitnahme eines Straßentieres nach Deutschland jedoch nie spontan und unüberlegt erfolgen, sonst kann die gut gemeinte Rettungsaktion schnell schief gehen. Zum einen muss die Reise mit Tier organisiert und beispielsweise mit der Fluggesellschaft abgestimmt werden. Zum anderen gilt es, die gesetzlichen Bestimmungen genau zu beachten.

Zwingend erforderlich für die Einreise aus einem der EU- Mitgliedsstaaten nach Deutschland ist ein gültiger EU-Heimtierpass, der von einem autorisierten Tierarzt oder einer entsprechenden Behörde im Urlaubsland ausgestellt wurde. Außerdem müssen Hunde und Katzen mit einem Microchip gekennzeichnet sein, dessen Nummer im Heimtierpass eingetragen ist. Vorgeschrieben ist ferner eine gültige Tollwutimpfung, die mit Unterschrift und Stempel des Tierarztes im EU-Heimtierpass verzeichnet ist. Eine Erstimpfung muss mindestens 21 Tage zurückliegen, um wirksam und somit gültig zu sein. Wer fest entschlossen ist, einen Hund oder eine Katze mitzunehmen, muss also nach der Impfung 3 Wochen warten, bevor er das Tier nach Deutschland verbringen darf. Auch Hunde- und Katzenwelpen benötigen eine gültige Tollwutimpfung. Bei einem Mindest- Impfalter von 12 Wochen plus der „Wirkzeit“ der Tollwutimpfung von weiteren 3 Wochen bedeutet dies, dass Welpen unter 15 Wochen nicht nach Deutschland einreisen dürfen. Ein absolutes Einreiseverbot gilt außerdem für diverse Hunderassen sowie deren Kreuzungen wie etwa American Staffordshire-Terrier, Bullterrier oder Pitbull.

Möchte man eine Katze oder einen Hund aus einem sogenannten nicht gelisteten Drittland wie beispielsweise Ägypten, Türkei, Marokko oder Thailand mit nach Deutschland nehmen, wird es noch komplizierter. Neben den innerhalb der EU geltenden Voraussetzungen ist hier auch noch ein Bluttest erforderlich. Dieser Tollwutantikörpertest muss in einem zugelassenen EU-Labor durchgeführt und das zu testende Blut darf frühestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung entnommen werden. Nach der Blutentnahme für den Test muss weitere 3 Monate gewartet werden, bis das Tier nach Deutschland einreisen darf. Von der ersten Tollwutimpfung bis zum Reiseantritt vergehen also mindestens 4 Monate (bei Welpen 7 Monate, da die Tiere erst im Alter von 3 Monaten geimpft werden dürfen). Wer die jeweiligen Einreisebestimmungen nicht einhält, bekommt Ärger. Illegal eingeführte Tiere werden in Deutschland am Flughafen beschlagnahmt und für drei Monate unter Quarantäne gestellt - ein Horror für die freiheitsgewohnten Straßentiere und ein teurer Spaß für den neuen Besitzer, der die Kosten für die Unterbringung zu tragen hat.

Es muss jedoch nicht immer gleich die Adoption und Mitnahme sein. Auch im Urlaubsland können Tierfreunde aktiv werden. So sollte verletzten Tieren immer und unmittelbar geholfen werden. Da die Tierarztkosten im Ausland meistens immens hoch sind, können sich die Einheimischen eine Behandlung oft nicht leisten. In vielen Ländern werden keine Tiermedikamente und Veterinärbedarfsmittel hergestellt. Alles muss importiert werden, was die Kosten für einen Tierarztbesuch natürlich extrem in die Höhe treibt. „Es spricht nichts dagegen, einem verletzten oder kranken Tier vor Ort eine tierärztliche Behandlung zu spendieren“, so Diplom-Biologin Ursula Bauer.

Eine weitere Möglichkeit, an Ort und Stelle zu helfen, ist eine Futterspende. Häufig werden Straßentiere im Urlaubsland von Einheimischen an festen Standorten gefüttert. Hier kann man am besten Dosenfutter deponieren, welches dann von den lokalen Tierfreunden nach und nach verfüttert wird.

https://www.aktiontier.org/news-2358.atom Reisekrankheiten werden heimisch 2019-07-05T11:10:35+02:00 2019-07-05T11:25:49+02:00 Was Fachleute schon länger befürchtet haben, ist nun leider Realität geworden. In England hat sich der erste Hund, der niemals im Süden war, mit einer so genannten Reisekrankheit infiziert.

Die Gruppe der Reisekrankheiten bedrohte bis dato nur Tiere, die mit ihren Besitzern in den Süden gefahren sind. Als besonders gefährlich galten Spanien, Griechenland und Italien. Zwei Umstände sorgen jedoch dafür, dass sich die Krankheiten jetzt auch nach Norden ausgebreitet haben. Zum einen bedingt der Klimawandel, dass die Insekten, die diese Erkrankungen übertragen, auch in unseren Gefilden heimisch werden. An erster Stelle ist hier die Sandmücke zu nennen, die gab es früher in unseren Breiten einfach nicht. Nun hat sie sich angesiedelt und kann die Infektionskrankheit von Tier zu Tier schleppen. Zum anderen gibt es auch bei uns immer mehr Hunde, die sich im Ausland angesteckt haben. Somit haben wir die Krankheit im Land und eben auch den Überträger. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis sich das erste Tier auch ohne Reisehintergrund bei uns infiziert.

„Jetzt ist es soweit“, bedauert Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., „die Reisekrankheiten haben uns erreicht!“. Vor diesem Hintergrund müsste die Begrifflichkeit abgeändert werden, denn in Zukunft wird keine Reise mehr nötig sein, um sich anzustecken.

Doch was fangen wir nun mit diesem Wissen an? Einfach mehr Angst haben? „Nein, so groß ist die Wahrscheinlichkeit momentan noch nicht, sich anzustecken“, beruhigt die Veterinärin. „Allerdings sollten Tierärzte ab sofort bei unklarer Symptomatik immer auch an die Reisekrankheiten als mögliche Ursache für die Krankheitsanzeichen denken, auch wenn das Tier noch nie im Ausland war!“, mahnt sie eindringlich. Einige dieser Erkrankungen sind im Anfangsstadium einigermaßen gut behandelbar. Deshalb ist das frühzeitige Erkennen entscheidend für den Krankheitsverlauf. Sollte der Tierarzt nicht selbst an eine Reisekrankheit denken, sei es dem informierten Tierbesitzer unbenommen, ihn auf den Umstand hinzuweisen, dass diese Infektionen Einzug in Mittel- und Nordeuropa gehalten haben. Denn egal wer die Anregung ins Spiel bringt, es könne sich um eine Reisekrankheit handeln, Hauptsache dem Tier wird schnell geholfen.

https://www.aktiontier.org/news-2353.atom Wegen Hitze verlassen Vogeljunge ihre Nester 2019-07-02T13:38:35+02:00 2019-07-02T14:43:00+02:00 Egal ob Mensch, Tier oder Pflanze – alle leiden unter der momentanen Hitze. Ganz besonders heiß wird es manchen Vogelkindern in ihren Nestern.

Sie können nicht einfach einen kühleren Ort aufsuchen oder Wasser trinken, wenn sie durstig sind. Der prallen Sonne ausgesetzt sind vor allem Nester an Gebäuden, zum Beispiel von Schwalben, Mauerseglern oder Spatzen. Aber auch Küken in Nistkästen, die an sonnenexponierten Stellen hängen, haben es schwer. Wenn es gar nicht mehr auszuhalten ist, verlassen die Vögelchen ihre Brutstätte, obwohl sie noch lange nicht flügge sind.

Gerade wurde uns ein kleiner, flaumiger Mauersegler in die Geschäftsstelle gebracht, der in seiner Verzweiflung aus dem Nest gesprungen war. Er war ausgetrocknet und zu schwach, um die Augen zu öffnen. Wir haben das Vögelchen sofort in die Obhut unserer Mitarbeiterin Jeannette Dressler gegeben. Sie ist ausgebildete Tierpflegerin mit Schwerpunkt Wildvogelpflege und kennt sich mit Mauerseglern sehr gut aus. Leider ist unser Pflegling trotz der intensiven Pflege und stündlicher Fütterungen in der darauffolgenden Nacht an Entkräftung gestorben.

Dass unter der Hitze leidende Jungvögel ihre Nester verlassen, kann man im Grunde nicht verhindern. Sind die Tiere schon recht gut entwickelt und die Elternvögel in der Nähe, ist im Prinzip auch kein Eingreifen erforderlich. Anders verhält es sich bei sehr jungen Küken, die ohne menschliche Hilfe sterben würden. Wer solch ein Vögelchen findet, sollte sich an eine fachkompetente Pflege- und Auffangstation wenden. Tierheime zu kontaktieren macht wenig Sinn, denn diese sind in der Regel weder entsprechend ausgestattet noch befugt, Wildtiere aufzunehmen.

Da die wenigen Fachstationen meistens überfüllt und an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit sind, sollte man damit rechnen, dass man den Vogel selbst aufpäppeln muss. Informationen hierzu erhält man bei den Auffangstationen, die auch im weiteren Verlauf der Aufzucht beratend zu Seite stehen. Auch die aktion tier- Fachberatung für kleine Wild- und Haustiere (Ingeborg Polaschek, Tel.: 06051 73615 oder 0171 2888 559) steht für eine telefonische Auskunft gerne zur Verfügung. Entsprechende Fachliteratur findet sich außerdem im Internet und Buchhandel.

https://www.aktiontier.org/news-2351.atom Neue aktion tier Kampagne | "Froschschenkel- Gaumenkitzel mit Risiken und Nebenwirkungen" 2019-06-26T08:16:00+02:00 2019-06-26T10:45:43+02:00 Der Startschuss zur unserer neuen Aufklärungskampagne „Froschschenkel – Gaumenkitzel mit Risiken und Nebenwirkungen“ fiel auf dem Alexanderplatz in Berlin.

Unser mit Plakaten und Objekten ausgestalteter Tierschutz- Anhänger war ein echter Eyecatcher und machte viele Passaten neugierig. Während ganz Eilige einfach nur den Kampagnenflyer mitnahmen, blieben andere länger stehen, um das Hintergrundvideo anzusehen und sich von unseren Mitarbeitern informieren zu lassen.

Hintergrund der Kampagne

Wer denkt, dass Froschschenkel in Deutschland nicht mehr angeboten werden der irrt sich. Vor allem in französischen und asiatischen Restaurants kann man sie essen und auch auf Märkten und Volksfesten werden sie wieder vermehrt angeboten. Da alle europäischen Frösche geschützt sind, werden sämtliche in der EU verzehrten Froschschenkel importiert – vorrangig aus Indonesien. Dass in Deutschland das Interesse an Froschfleisch steigt, sieht man an den Importzahlen zwischen 2012 (30,7 Tonnen) und 2016 (41,5 Tonnen). Für 41,5 Tonnen Schenkel müssen, je nach Froschart, zwischen 150.000 und 300.000 Lurche sterben. Mit unserer Kampagne möchten wir über die zahlreichen negativen Aspekte der Speise Froschschenkel informieren. So muss zum Beispiel ein Tier sterben, damit nicht einmal die Hälfte seines Körpers als Nahrungsmittel verwertet werden kann. Auch werden gefangene Frösche meist nicht getötet, bevor ihnen die Hinterbeine abgeschnitten werden. Der weggeworfene „Restfrosch“ lebt in der Regel noch eine ganze Weile, bis endlich der Tod eintritt.

Außerdem trägt der unmäßige Fang von Fröschen für den Export erheblich zum Artensterben in den Herkunftsländern bei. Da die Zucht in Farmen schwierig ist, sind die meisten Speisefrösche unkontrollierte Wildfänge. Angesichts der Tatsache, dass knapp ein Drittel aller weltweit vorkommenden Amphibienarten vom Aussterben bedroht ist, grenzt es an Irrsinn, auch noch Millionen von Lurchen zu töten, nur um ihre Beine zu essen.

Des Weiteren wird durch den massenhaften Fang bestimmter Froscharten auch das ökologische Gleichgewicht in den asiatischen Herkunftsländern erheblich gestört. Denn die Lurche ernähren sich vorrangig von Insekten. Gibt es weniger Frösche, vermehren sich die Sechsbeiner rasant. Unter anderem die Malaria- übertragende Anopheles-Mücken, wodurch die Zahl der Erkrankungen ansteigt. Aber auch Schadinsekten in den Reisfeldern. Als Reaktion werden verstärkt Insektenvernichtungsmittel wie das hochgiftige DDT eingesetzt.

Weitere Informationen zu dieser Kampagne finden Sie auf unserer Homepage.

https://www.aktiontier.org/news-382.atom Was Haustieren bei Hitze hilft 2019-06-24T13:13:00+02:00 2019-06-24T12:12:33+02:00 Hohe Temperaturen um die 30 Grad setzen auch unseren Haustieren zu. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, wie Tierhalter ihren Lieblingen die Hitze erträglicher machen können.

„Hunde und Katzen beispielsweise liegen im Sommer gerne an kühleren Orten wie etwa im Keller, auf den Fliesen im Bad oder unter dem Baum im Garten“, sagt Ursula Bauer von aktion tier- Berlin. Geben sie Ihren Tieren die Möglichkeit selbst zu entscheiden, wo sie sich am liebsten aufhalten möchten.

Frisches Trinkwasser in ausreichender Menge ist für alle Haustiere im Sommer besonders wichtig. Für Hunde und Katzen kann man Wassernäpfe an mehreren Stellen in der Wohnung aufstellen, damit sie sich je nach Bedarf erfrischen können. Ein übervoller Magen belastet bei Hitze nur zusätzlich. Daher sind kleine, über den Tag verteilte Futterrationen für unsere Haustiere jetzt besser. Nassfutter bitte nicht stehenlassen, da Fliegen hier sehr schnell ihre Eier ablegen. Sportliche Gassirunden mit dem Hund oder die Spielstunde mit dem Stubentiger sollten besser auf die frühen Morgenstunden oder den Spätnachmittag/Abend gelegt werden, wenn die Temperaturen wieder erträglich sind.

Gehege von Kleintieren oder Vogelkäfige dürfen nie auf der Fensterbank oder an anderen besonnten Stellen stehen. Die Gefahr der Überhitzung ist gerade bei diesen Tieren sehr groß. Wird es über den Mittag in der Wohnung zu heiß, kann man den Vogel- oder Kleintierkäfig stundenweise in den kühleren Keller stellen. Auch die Außengehege von Meerschweinchen und Kaninchen müssen immer ausreichend Schatten bieten. In der heißen Sommerzeit werden in vielen Wohnungen Ventilatoren oder Klimaanlagen eingeschaltet. „Die kühle Zugluft tut unseren Haustieren jedoch nicht gut, sie kann zu Erkältungen und Augenentzündungen führen“, warnt aktion tier- Mitarbeiterin Ursula Bauer. Rotierende Standventilatoren bergen außerdem für freifliegende Vögel ein hohes Verletzungsrisiko. Daher sollte in den Aufenthaltsräumen von Tieren auf Ventilatoren und Klimaanlage verzichtet werden. Besser ist, die Jalousien tagsüber herunter zu lassen und feuchte Handtücher aufzuhängen, welche die Räume durch die Verdunstung abkühlen.

https://www.aktiontier.org/news-2346.atom FIP: Hoffnung am Horizont 2019-06-18T08:34:00+02:00 2019-06-18T10:01:20+02:00 Die drei Buchstaben FIP sind ein Gräuel für Katzenhalter. Stehen sie doch für eine bis dato unheilbare Infektionskrankheit, die im Prinzip jede Katze treffen kann, die Feline Infektiöse Peritonitis. Diese Erkrankung ist heimtückisch.

Zu Beginn steht ein Infekt mit einem gewöhnlichen Durchfallerreger. Es handelt sich hierbei um ein Coronavirus. Dieses Virus sorgt für weiche Stühle und ist im Prinzip nicht besonders gefährlich. Meist limitiert sich der Infekt von selbst, und der Kot wird nach kurzer Zeit wieder in fester Form ausgeschieden. Doch auch nach Genesung bleibt die Katze Träger des Coronavirus. Und nun kommt das Gemeine: Mit diesem latent vorhandenen Virus lebt die Katze wie mit einem Damoklesschwert. Es kann in Stresssituationen (Umzug etc.) mutieren und damit die bisher unheilbare FIP auslösen. Innerhalb kurzer Zeit entzünden sich alle Organe, und das Tier verendet jämmerlich oder wird vorher vom Tierarzt erlöst.

Doch endlich gibt es Hoffnung am Horizont: Ein Forscherteam in den USA hat einen Weg gefunden, die Vermehrung des FIP-Virus zu unterdrücken. „Von 31 an FIP erkrankten Katzen konnte das Tierärzteteam immerhin 25 Tiere retten und als geheilt entlassen“, freut sich Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.. Es folgen nun weitere Untersuchungen, um die optimale Dosierung des neuen Medikamentes herauszufinden. Auch ist bisher nicht klar, was die Behandlung kosten wird. Bis zur Marktreife wird noch etwas Zeit ins Land gehen.

„Hoffentlich müssen wir nicht allzu lange warten bis das Präparat erhältlich ist“, wünscht sich Frau Dr. Hölscher. „Nichts ist schlimmer, als einem Tierbesitzer sagen zu müssen, dass man zwar weiß, was seinem Tier fehlt, es aber trotzdem nicht behandeln kann und es sterben wird!“, fügt sie betrübt hinzu. Doch da FIP zum Leidwesen der Katzenliebhaber sehr häufig auftritt, müsste die Pharmaindustrie ein großes Interesse daran haben, in Kürze ein entsprechendes Medikament auf den Markt zu bringen, da sie mit diesem auf große Gewinne hoffen darf. Das spricht dafür, dass die Markteinführung vermutlich mit großer Energie vorangetrieben werden wird. In diesem Fall zum Glück – betroffene Tiere hätten damit dann endlich berechtigte Hoffnung auf Heilung.

https://www.aktiontier.org/news-2339.atom Sommerhaarschnitt fürs Tier 2019-06-03T12:29:44+02:00 2019-06-03T21:48:40+02:00 Es kann jeden treffen: Hund, Kaninchen oder Katze neigen je nach Fellqualität zu Verfilzungen. Zunächst bilden sich einzelne zusammenklebende Strähnen, die sich untereinander zu immer kompakteren Fellklumpen verknoten.

Zum Schluss ist der Tierkörper übersäht mit Filzbollen, die sich nicht mehr lösen lassen. Die Haut unter den Knoten ist so gut wie nicht belüftet. Es bilden sich Entzündungen, die zu allem Überfluss bakteriell besiedelt sind. Die Beweglichkeit ist eingeschränkt. Am ganzen Körper ziept und zwickt es, da die Knoten an der Haut zerren, wenn sich das Tier streckt. Spätestens jetzt wird es richtig unangenehm und durch die Infektionen auch schmerzhaft für den Vierbeiner.

„Besonders häufig leiden ältere Langhaarkatzen unter diesem Problem“, berichtet Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.. Ihr Fell neigt zu Knotenbildung. Kommen im Alter nun auch noch Arthrose und damit nachlassende Flexibilität im gesamten Körper hinzu, lässt die Fähigkeit der Tiere nach, sich selbst von den Filzansammlungen zu befreien, weil sie sich nicht putzen können.

Spätestens dann muss der Besitzer eingreifen. Ganz schlecht lassen sich diese Klumpen mit Scheren abschneiden. Meist reicht die Verknotung bis direkt an die Haut heran. „Der Tierbesitzer kann kaum unterscheiden, wo der Fellknoten endet und wo die Haut beginnt. Versucht er, die Filzkonglomerate mit Hilfe von Scheren zu entfernen, sehen wir in der Praxis häufig in der Folge ganz hässliche Verletzungen, weil er in die Haut geschnitten hat!“, warnt die Tierärztin.

Viel besser ist der Tierhalter beraten, wenn er eine Schermaschine verwendet. Mit dieser kommt es maximal zu kleinen Schürfwunden. Bei vorsichtiger Handhabung sind die jedoch auch leicht vermeidbar. „Gerade bei Tieren, bei denen das Problem immer wieder auftaucht, lohnt sich der Kauf einer Schermaschine allemal“, empfiehlt Frau Dr. Hölscher. Somit können Verletzungen, Schmerzen und nicht zuletzt Tierarztkosten verhindert werden.

https://www.aktiontier.org/news-2324.atom Pferde gegen das West-Nil-Virus impfen 2019-04-29T12:59:41+02:00 2019-04-29T17:21:09+02:00 Ein Virus mit einem absonderlich exotischen Namen ist zum Leidwesen aller Pferdefreunde in Deutschland angekommen. Dies wurde seit längerem von Fachleuten prognostiziert und befürchtet. In den östlichen Bundesländern sowie in den angrenzenden Nachbarstaaten ist es bereits zweifelsfrei nachgewiesen worden – das West-Nil-Virus.

Normalerweise verbreitet sich das Virus vom infizierten Vogel über Stechmücken hin zu weiteren Vögeln. Damit ist der Kreis geschlossen. Das Pferd ist in diesem Zyklus ein sogenannter Fehlwirt. Das bedeutet, es wird von einer Mücke gestochen, die das Virus in sich trägt und damit infiziert. Der Erreger kann sich über den Pferdeorganismus allerdings nicht weiter ausbreiten.

Dem betroffenen Vierbeiner hilft das leider wenig. Krank wird er trotzdem. In den meisten Fällen verläuft die Infektion relativ harmlos und ist begleitet von leichten fiebrigen Erscheinungen. Doch immerhin etwa 8% der infizierten Pferde entwickeln schwere neurologische Symptome. Es treten Störungen des Bewegungsablaufes und Lähmungen auf, manche Rösser können nicht mehr aufstehen. Von den Tieren, die Symptome zeigen, stirbt knapp die Hälfte. Überleben die Patienten den Infekt, können Schäden zurückbleiben. Eine ursächliche Therapie gibt es nicht.

„Pferdebesitzer sollten das Seuchengeschehen aufmerksam verfolgen und gegebenenfalls auch schnell mit einer Impfung reagieren“, rät Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.

https://www.aktiontier.org/news-2316.atom Katzenkloersatz: Schwachsinn oder geniale Idee? 2019-04-12T08:56:00+02:00 2019-04-12T10:59:14+02:00 Es gibt nichts, was es nicht gibt. So bietet der Heimtierzubehörmarkt ein Trainingssystem an, das Katzen beibringen soll, anstatt ihr Katzenklo das für den Menschen vorgesehe WC zu benutzen. Ist das nun kompletter Schwachsinn oder eine geniale Idee?

Zunächst wird eine Art Katzenkloersatz mit Streu oben auf dem Toilettensitz angebracht. So soll der Katze angewöhnt werden, auf die Toilette zu springen, um sich dort zu erleichtern. Die ursprüngliche Katzentoilette am Boden wird entfernt, um dem Tier die bequemere Alternative zu nehmen. Im nächsten Schritt wird statt der Katzentoilette ein Ring mit einem kleinen Loch in der Mitte und einer Vertiefung außen herum für Streu aufgesetzt. So soll dem Stubentiger langsam antrainiert werden, in das Löchlein zu urinieren oder koten. Das Loch wird nun mit Hilfe verschiedener Aufsätze über einen Zeitraum von mehreren Wochen nach und nach vergrößert, so lange, bis der Durchmesser so groß ist, dass er dem Toilettenring eines ganz normalen WCs entspricht und schwupps, die Katze benutzt das Menschenklo. So einfach es sich in der Theorie anhört, so schwierig ist es in der Praxis.

„Nicht jede Katze akzeptiert die Ringe“, so Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. „Manche Katzen tun sich sehr schwer mit diesem System und sind deswegen gezwungen ihre Notdurft unter sehr stressigen Umständen zu verrichten, was Folgen haben kann.“, warnt sie. Schlecht ist es, wenn Kot- oder Urinabsatz deshalb beispielsweise lang unterdrückt werden. Das kann zu Verstopfung bzw. Blasenentzündung führen. Auch langfristige Unsauberkeit im Sinne einer Verhaltensstörung könnte eine ungute Folge des Trainings sein. Klappt es, kann es durchaus praktisch sein. Der Besitzer spart jede Menge Katzenstreu. Es fällt damit weniger Abfall an, die Kosten für die Tierhaltung werden reduziert. Und das Beste: es muss nie wieder ein Katzenklo gereinigt werden.

„Wenn das Training ohne Stress abläuft, kann das Ganze gut funktionieren. Sobald die Katze aber häufiger neben die Toilette macht, und den Sitz nicht annimmt, sollte der Besitzer das Training abbrechen“, rät die Tierärztin.

https://www.aktiontier.org/news-2317.atom Helfer gesucht für Kitzrettung 2019-04-04T14:08:35+02:00 2019-04-04T14:14:41+02:00 Jedes Jahr um diese Zeit spielen sich grauenvolle Dramen ab. Mehrere 10.000 Rehkitze finden vor allem in den waldnahen Gebieten den Tod. Ihre Mütter legen sie dort auf den angrenzenden Wiesen im vermeintlich sicheren, hohen Gras ab. Hier verharren die Kleinen regungslos, wie es ihnen ihr Instinkt vorgibt.

Mehrmals täglich kommt die Mutter und versorgt sie dort. Ansonsten wird brav an Ort und Stelle geblieben, komme was da wolle. Eigentlich eine gute Taktik. Doch rollt der Traktor zur ersten Mahd an, ist das zusammengekauerte Rehkitz verloren und dem Tod geweiht. Die Mähmaschine macht vor ihm nicht halt. Selbst bemühten Bauern ist es vom Traktor aus kaum möglich, ein Rehkind im Vorfeld zu entdecken, so gut ist es in aller Regel versteckt.

Diesen schlimmen Umstand zur Seltenheit werden zu lassen, hat sich ein Projekt namens www.kitzrettung-hilfe.de zum Ziel gesetzt. Hier können sich potenzielle Helfer registrieren lassen, die bereit sind, in der Zeit von Mai bis Juni gemeinsam mit den örtlichen Bauern oder zuständigen Jägern die Wiesen vor der Mahd abzusuchen und dort liegende Kitze aufzuspüren. Wie mit dem Findling verfahren wird, hängt davon ab, ob am selben Tag oder erst am nächsten gemäht werden soll bzw. muss. Nur wenn das Mähen sofort ansteht, darf das Kleine entfernt werden. Wie genau das von statten gehen muss, damit der Eingriff in die Natur ohne Schaden für Mutter und Kind abläuft, ist auf der Internetseite von www.kitzrettung-hilfe detailliert beschrieben.

Je mehr Helfer sich registrieren lassen, umso besser stehen die Chancen für die niedlichen Wesen vor einem grausamen Tod bewahrt zu werden – das ist Tierschutz vor Ort und hautnah für quasi jedermann.

https://www.aktiontier.org/news-2311.atom Fünftes Natur- und Tierschutzzimmer in Sachsen eröffnet 2019-04-04T05:45:00+02:00 2019-04-04T10:12:22+02:00 Am Dienstag wurde in der evangelischen Oberschule „Erhard und Rudolf Mauersberger“ in Großrückerswalde ein Natur- und Tierschutzzimmer eröffnet. Damit ging ein Wunsch der SchülerInnen in Erfüllung, die ein Jahr zuvor einen ganz besonderen Schulausflug in das aktion tier- Tierheim auf Teneriffa hatten machen dürfen.

Der Kontakt zu aktion tier e.V. war damals durch die Biologie- und künftige Tierschutzlehrerin Katrin Lange entstanden, die auf der Suche nach einem Klassenausflugsziel zum Thema Tierschutz auf einen Bericht über das aktion tier - Tierheim „Accion del Sol“ auf Teneriffa aufmerksam wurde. Sie entschied sich kurzerhand, aktion tier e.V. zu kontaktieren, um einen Schulausflug der besonderen Art zu planen. Und aktion tier machte dies möglich! Zusammen mit elf SchülerInnen flogen Frau Lange und die Schulleiterin Frau Golla nach Teneriffa und verbrachten dort eine Woche am Tierheim. Die SchülerInnen absolvierten dabei ein Praktikum, wobei sie allerhand über Tiere, deren Bedürfnisse und die Arbeit im Tierheim erfuhren. Da im aktion tier-Tierheim auf Teneriffa ein Tierschutzzimmer eingerichtet ist, entstand der Wunsch nach einem eigenen Tierschutz-Lernort an der Schule in Großrückerswalde.

Exakt ein Jahr nach dem Besuch des aktion tier Tierheims Teneriffa feierten Schüler und Lehrer der Erhard und Rudolf Mauersberger Oberschule gestern dann die Eröffnung des ersehnten Tierschutzzimmers. Nach einer musikalischen Begrüßung durch die Kinder des ortsansässigen Kindergartens folgte eine Eröffnungsansprache der Schulleiterin Claudia-Morena Golla. Frau Lange berichtete im Anschluss von ihren zukünftigen Vorhaben. So sollen die von aktion tier zur Verfügung gestellten Materialien allen SchülerInnen sowie den Kindergartenkindern zugute kommen. Zudem wird im kommenden Schuljahr eine Tierschutz-AG ins Leben gerufen.

Mit leuchtenden Augen erkundeten die Kita- und Schulbesucher schließlich ihr neues Tierschutzzimmer. Die wissbegierigen Kinder nutzten die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen und freuen sich sehr auf den nun regelmäßig stattfindenden Tierschutzunterricht. Die SchülerInnen, welche das Tierheim auf Teneriffa besuchten, zeigten während der Begehung eine eigens erstellte Präsentation über den Aufenthalt im Tierheim und schwelgten freudig in Erinnerungen.

Das Tierschutzzimmer der evangelischen Oberschule „Erhard und Rudolf Mauersberger“ wurde von uns mit Lupen, Experimentierkästen sowie mit vielen Büchern, DVDs und Eigenmaterial zum Thema Tier- und Umweltschutz ausgestattet. Nach der Eröffnung können die rund 300 SchülerInnen das Material des Natur- und Tierschutzzimmers nutzen. So soll den Kindern zukünftig auf spannende wie auch spielerische Art und Weise der respektvolle Umgang mit Natur und Tieren vermittelt werden.

Das Tierschutzzimmer in Großrückerswalde ist das bundesweit 24. seiner Art. In Sachsen befinden sich nun fünf Natur- und Tierschutzzimmer. Aber auch in Berlin, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern sowie auf Teneriffa ermöglichen die aktion tier - Tierschutzzimmer bereits erfolgreich Hunderten von Schulkindern den Zugang zu tierschutzrelevanten Themen.

Fotos von der Eröffnung können gern bei Simone Schweiger angefragt werden.

https://www.aktiontier.org/news-2287.atom Autsch, die Kralle ist ab! 2019-02-14T12:30:41+01:00 2019-02-14T13:32:50+01:00 Es ist schneller passiert als Hund, Katze oder Kaninchen und Besitzer gucken können. Im wilden Spiel macht es auf einmal ratsch und es blutet fürchterlich. Erst ist gar nicht klar, woher die rote Fontäne eigentlich kommt und was konkret verletzt ist. Die Aufregung ist groß. Nachdem Berge von Taschentüchern mit der blutigen Suppe getränkt sind, ist schließlich klar: Eine Kralle ist abgerissen. Doch was nun? Schnell zum Tierarzt?

„Ein Abriss einer Kralle sieht immer viel dramatischer aus, als es eigentlich ist!“ beruhigt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., besorgte Tierbesitzer. „Hieran verblutet kein Tier, auch wenn die Blutmengen zunächst imposant erscheinen“, führt sie aus. Besonders wenn eine Arterie eröffnet ist, kann das Blut regelrecht hinauspulsieren. Doch früher oder später kommt die Blutung zum Stillstand. Danach sollte die betroffene Zehe gründlich mit handwarmem Wasser gereinigt und mit Wundspray desinfiziert werden. „Gut ist, wenn der Besitzer sich traut, abstehendes Horn zu entfernen, sonst tut dem Tier jede Berührung weh“, erklärt die Veterinärin. Ähnlich wie wenn sich unsereins einen Fingernagel tief einreißt, flammt der Schmerz bei jedem Kontakt mit dem überragenden Nagel erneut auf. „Da ist es deutlich besser, abstehende Teile soweit als möglich zu kürzen, um die Wahrscheinlichkeit ungewollter Berührungen zu minimieren“, erläutert sie. Das Kürzen kann mit einem herkömmlichen Nagelzwicker oder einer Nagelschere erfolgen.

„Vorsichtig sollte man mit dem Anlegen eines Verbandes sein“, warnt die Tierärztin. Hierbei kann man viel falsch machen. Da ist es besser, die verletzte Zehe einfach unbedeckt zu lassen. In aller Regel entzündet sich hier nichts. Sicherheitshalber beobachtet man die betroffene Pfote natürlich. Schwillt das Glied über der Zehe doch an, muss jetzt ein Tierarzt aufgesucht werden.

https://www.aktiontier.org/news-2277.atom Falle im Mehrkatzenhaushalt 2019-01-23T14:24:20+01:00 2019-01-23T16:03:28+01:00 Eigentlich möchte man meinen, so dumm kann es nicht laufen: Zwei Katzen spielen miteinander. Die eine befindet sich auf einer Seite einer geöffneten Tür, die andere auf der anderen.

Sie versuchen jeweils mit ihren Pfötchen durch den Türspalt zu hangeln, der sich auf der Seite befindet, auf der die Tür in den Angeln hängt. Dabei stößt die eine Samtpfote die Tür leicht an, während die zweite gerade ihre Pfote durch den Spalt steckt. Jetzt dauert es noch eine Sekunde und das Drama ist perfekt. Die Tür schwingt entweder ganz auf oder ganz zu. Damit wird der Spalt zwischen Tür und Rahmen immer schmaler. Das Vorderbein gerät in die Klemme. Die bis eben noch vorwitzige Katze, die ihre Pfote im Spalt hatte, ist gefangen. Und schreit vor Schmerz!

„Katzenhalter mit langjähriger Erfahrung kennen dieses Problem“, so Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. „Es ist extrem schwierig, die Katze aus dieser für sie mit Schmerz behafteten Situation zu befreien, denn sie reagiert nicht wie üblich. Wenn sie sich richtig eingeklemmt hat, beißt sie!“, warnt die Veterinärin. Der Tierbesitzer sollte beim Befreiungsversuch Lederhandschuhe tragen, um sich zu schützen. Er muss sich gewahr sein, dass der Stubentiger in diesem Moment blind ist vor Schmerzen und es nicht böse meint, sich aber nicht anders zu helfen weiß.

Besser es kommt erst gar nicht soweit. „In Haushalten mit mehreren Katzen sollten Tierbesitzer die Türen mit Keilen fixieren“, rät Frau Dr. Hölscher. So vermeidet man Quetschungen oder gar Frakturen, die im ungünstigsten Fall Folge derartiger Unfälle sind.

https://www.aktiontier.org/news-2275.atom Asiens graue Riesen leiden für den Tourismus 2019-01-21T00:45:00+01:00 2019-01-21T13:44:37+01:00 Während unseres Winterhalbjahres ist in vielen asiatischen Ländern Hauptreisezeit. Gerne entrinnen wir dem nasskalten Wetter und lassen uns in Indien, Kambodscha oder Thailand von der Sonne verwöhnen. Viele Touristen möchten dabei auch mit wilden Tieren auf Tuchfühlung gehen. Besonders beliebt ist das Reiten auf Elefanten.

Die imposanten Riesen sind nicht nur hinsichtlich ihrer Größe außergewöhnlich. Auch ihre natürlichen Lebensgewohnheiten sind derart speziell, dass eine Haltung in Gefangenschaft nicht ansatzweise art- und verhaltensgerecht sein kann. Ein wildlebender Elefant ist jeden Tag etwa 18 Stunden in Bewegung und frisst dabei bis zu 200 kg frisches Pflanzenmaterial wie Gras, Früchte, Wurzeln, Rinde und Zweige. Der Dickhäuter-Speiseplan ist unglaublich vielfältig und umfasst ca. 180 unterschiedliche Pflanzenarten. Außerdem leben Elefanten in Herden aus bis zu 20 Tieren, sind sehr intelligent, sozial und kommunikativ.

Das Leben in Gefangenschaft sieht dagegen ganz anders aus. Die Tiere werden unter Gewaltanwendung als Arbeitselefanten zum Beispiel in der Holzindustrie oder für den Tourismus abgerichtet und mit Haken und Stöcken unter Kontrolle gehalten. In ihrer „Freizeit“ stehen sie größtenteils angekettet auf Betonboden, oft ohne Kontakt zu Artgenossen. Die Ernährung ist meist einseitig, beispielsweise mit Ananasblättern, und es fehlt an tierärztlicher Betreuung. Reitelefanten müssen mitsamt der unbequemen Reitsättel oft stundenlang bei unerträglicher Hitze in der prallen Sonne auf Touristen warten. Aufgrund der schlechten Haltungsbedingungen neigen die Tiere zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit. Die reizarme Umgebung, fehlende Beschäftigung sowie Bewegungsmangel führen außerdem schnell zu Verhaltensstörungen. Diese äußern sich zum Beispiel in permanenter Unruhe und stereotypen Bewegungsabläufen wie dem sogenannten "Weben", bei dem die Dickhäuter ständig den Kopf hin und her wiegen.

Elefanten sind keine Haustiere. Anders als Hunde, Rinder, Pferde und Katzen wurden sie nicht domestiziert, also über mindestens 10 Generationen von Menschen gehalten und gezielt gezüchtet. Die Vermehrung der grauen Riesen in Gefangenschaft ist schwierig, daher werden zahlreiche Babyelefanten illegal in freier Wildbahn gefangen, was die Bestandssituation der als stark gefährdet geltenden Spezies weiter verschlechtert. Mit grausamen Methoden wie Schlagen und Nahrungsentzug werden die gefangenen Jungtiere dann dazu gebracht, den Menschen als Herrn zu fürchten und zu akzeptieren. Durch die fehlende Haustierwerdung haben Reitelefanten nach wie vor das Verhalten von Wildtieren und gelten in Gefangenschaft als gefährlich. Immer wieder kommt es zu spontanen Ausbrüchen oder Angriffen auf Menschen, zum Teil mit tödlichem Ausgang.

aktion tier bittet Asien-Reisende, die Ausbeutung der Elefanten nicht zu unterstützen. Weder durch einen Ausritt, noch durch den Besuch einer Show oder Farm, wo unnatürlich viele Elefantenbabys als angebliche Waisen zum Kuscheln präsentiert werden. Schon beim Buchen der Reise kann man einen Anbieter wählen, der ganz bewusst Events mit Elefanten aus seinem Programm gestrichen hat.

https://www.aktiontier.org/news-2274.atom Plastiknetze um Pferdeheu – Gefahr für Tiere und Natur 2019-01-16T15:02:45+01:00 2019-02-27T16:53:00+01:00 In der modernen Landwirtschaft wird Stroh, Grassilage oder Heu noch auf dem Feld zu großen Quader- oder Rundballen gepresst und zur Stabilisierung mit Folie oder Netzen aus Kunststoff umwickelt. Kein Problem, wenn das Wickelmaterial vor dem Verfüttern entfernt wird.

„Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, schließlich legen sich Menschen ja auch keine in Kunststoff eingeschweißten Lebensmittel auf den Teller“, sagt Ursula Bauer von aktion tier-Berlin. Umso erstaunter waren die Mitarbeiter des Tierschutzvereines, als sie bei ihren Recherchen gleich auf mehreren Reiterhöfen Heu-Rundballen im Wickelnetz auf Koppeln vorfanden. In allen Fällen hatten die Pferde die Kunststoffnetze bereits zerbissen, um an das Heu heranzukommen. Kleine und größere Netzteile lagen verstreut auf den Weiden herum. Aus diesem fahrlässigen und rechtswidrigen Verhalten ergeben sich zahlreiche unmittelbare sowie potentielle Gefahren. „Pferde oder Ponys sind nicht in der Lage, die filigranen Netzfäden vom Heu trennen und können diese mitfressen“, weiß aktion tier-Mitarbeiterin Ursula Bauer. Im günstigsten Fall wird das Plastik wieder ausgeschieden. Es kann aber auch beispielsweise zu einer lebensbedrohlichen Kolik oder einem Darmverschluss kommen, der eine Notoperation erforderlich macht. Die herumliegenden Wickelnetz-Teile sind außerdem für Wildtiere wie Vögel und Mäuse gefährlich. Sie können sich in den Plastikfäden verfangen oder kleine Teilchen mit der Nahrung oder auch als Futter aufnehmen und daran zugrunde gehen. Außerdem tragen Wildtiere zur Verbreitung des umweltschädlichen Plastiks bei, da sie die Netzfäden zum Beispiel zum Nestbau verwenden.

Der Kunststoff Polyethylen, aus dem auch die Netze bestehen, verrottet und verwittert nicht. In der Natur werden die Plastikpartikel kontinuierlich kleiner (Mikroplastik), ohne vollständig abgebaut zu werden. Die Wickelnetze werden quasi „unsichtbar“, verteilen sich jedoch als Mikroplastik. Dadurch kommt es, wie heute hinlänglich bekannt, zu einer Schädigung von Umwelt, Ökosystemen und Tierwelt.

Wie eine Befragung zahlreicher Pferdebesitzer in ganz Deutschland ergeben hat, ist das Nicht-Entfernen der Wickelnetze weit verbreitet. Angeblich, um Heu zu sparen. Die Pferde würden vorsichtiger und langsamer fressen, wodurch weniger Heu auf dem Boden landen soll. Auch wird behauptet, dass die Tiere die Netze nicht fressen würden, was jedoch nicht der Wahrheit entspricht. aktion tier besitzt Fotos, die das Gegenteil belegen. Sparsamkeit darf auch nie ein Argument sein, einem Tier (potenzielle) Schmerzen und Leiden zu verursachen. „Wenn das teure und daher kostbare Heu verständlicherweise im Pferdemagen und nicht auf dem Boden landen soll, kann der Rundballen nach Entfernung des Plastik-Wickelnetzes doch einfach in ein stabiles, großmaschiges Futternetz umgepackt werden“, sagt Biologin Ursula Bauer.

Wer die eingewickelten Heuballen auf der Koppel als Futter auslegt, verstößt gegen Tierschutz- und Umweltschutzvorschriften. aktion tier hat umgehend Anzeige bei den zuständigen Veterinär- und Umweltbehörden erstattet. „Wir bitten jeden, der mit Plastik umwickelte Heuballen auf Tierweiden entdeckt, dies unverzüglich den Behörden zu melden - damit keine Tiere zu Schaden kommen und nicht noch mehr Kunststoff in den Naturkreislauf gelangt“, so Ursula Bauer abschließend.

Bildmaterial kann bei Bedarf in der Berliner Geschäftsstelle von aktion tier e.V. angefragt werden.