aktion tier - menschen für tiere e.V https://www.aktiontier.org/ 2021-02-26T17:18:06+01:00 https://www.aktiontier.org/news-2759.atom Welpen-Sozialisierung trotz geschlossener Hundeschulen! 2021-02-26T12:58:36+01:00 2021-02-26T17:00:49+01:00 Die Pandemie zeigt erstaunliche Auswüchse, zum Beispiel eine regelrechte Flut junger Hunde. Bei den Züchtern heißt es oft: „ausverkauft“. Doch woran bei der Anschaffung aktuell kaum einer denkt: Der Welpe ist auf einmal da, aber viele Hundeschulen sind geschlossen.

Ausgerechnet jetzt stehen viele Neuhundebesitzer vor dem Dilemma, ihren Liebling gut erziehen zu wollen, doch die richtige Anleitung fehlt. Dies ist umso dramatischer, als hier vor allem die ersten Lebenswochen des Hundes entscheidend für sein ganzes weiteres Hundeleben sind.

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“, fasst Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., die Problematik zusammen. „Die ersten Lebensmonate bezeichnet man als Prägungs- und Sozialisierungsphase beim Hund. In dieser soll das Tier alles Wesentliche lernen, was es später können soll, das lässt sich kaum mehr in Gänze nachholen!“, erklärt sie die Wichtigkeit dieser Zeitspanne. Wird jetzt wegen des Lockdowns die Sozialisierung der Vierbeiner übergangen, könnte dies in Zukunft fatale Folgen haben. Werden hier Fehler gemacht, wird das tierische Familienmitglied möglicherweise schnell zur Last. Im schlechtesten Fall endet es im Tierheim.

„Vor allem frischgebackene Tierbesitzer sollten sich unbedingt Unterstützung holen, denn vieles macht man intuitiv einfach falsch“, rät die Veterinärin eindringlich. „Entweder sollten sie Einzelstunden bei einem Trainer buchen oder aber sich an erfahrene Hundebesitzer wenden, um sich Tipps geben zu lassen“, so ihre Empfehlung. Im Hier und Jetzt Zeit und Geld zu investieren ist deutlich effektiver, als im Nachgang zu versuchen, die Fehler auszumerzen.

https://www.aktiontier.org/news-2755.atom Tierarztbesuch ohne Stress für Tier und Besitzer 2021-02-22T13:50:00+01:00 2021-02-22T14:05:58+01:00 Die Wochen der häuslichen Quarantäne zeigen erstaunliche Nebeneffekte. Viele Menschen haben sich in den letzten Monaten entschlossen, ein Haustier anzuschaffen. Unweigerlich steht dann auch in Kürze der erste Tierarztbesuch an.

Der ist für alle Beteiligten mit Aufregung verbunden. Doch wohl geplant und unter Beherzigung einiger Kniffe und Tricks geht die Geschichte entspannt und ohne Traumata über die Bühne. Im besten Fall endet es damit, dass das Tier im Anschluss gerne zum Tierarzt geht.

Zunächst gilt es, dem Schützling während des Besuches insgesamt kommode Verhältnisse zu schaffen. Das beinhaltet, dass dem Vierbeiner vorher Gelegenheit gegeben wird, Kot und Urin abzusetzen. Hunde sollten durch einen vorangegangenen Spaziergang ausreichend ausgelastet sein. Tiere, die Probleme haben, Auto zu fahren, werden im Vorfeld nur mäßig gefüttert, um Erbrechen und Übelkeit auf der Fahrt zu vermeiden. Katzen können in den Tagen vor dem Tierarzttermin in der im Wohnbereich aufgestellten Transportbox gefüttert werden. Somit ist das Transportmittel für den Schmusetiger positiv besetzt und kein furchteinflößender Gegenstand mehr. Schon in den Wochen vor dem Besuch kann der Besitzer das Öffnen des Mauls oder das Anheben der Ohrmuschel üben, so dass diese Handgriffe keine Ängste beim Tier auslösen, sondern ihm bereits bekannt sind.

Am Tag X ist es ratsam, ausreichend Zeit einzuplanen. Sowohl die Anfahrt als auch das Parken und der Gang in die Praxisräume sollen ruhig und ohne Hektik von statten gehen. Wenn möglich, stellt man den Vierbeiner beim ersten Termin lediglich zu einer Untersuchung vor. Auf diese Weise verbindet das Tier den Tierarzt, die Helfer und die Räumlichkeiten nicht sofort mit den Unannehmlichkeiten einer Spritze oder Ähnlichem. Im besten Fall kann mit dem Tierarzt ein Termin ohne langen Aufenthalt im Wartebereich mit anderen Tieren vereinbart werden. Das minimiert den Stress zusätzlich. Die erste Untersuchung sollte spielerisch und ohne drastische Zwangsmaßnahmen erfolgen, begleitet von Streicheleinheiten und der Gabe von Belohnungen in Form von Leckerli.

„Hinterlässt dieser erste Tierarztbesuch beim Tier einen positiven Eindruck, wird es auch in Zukunft bereitwillig zum Tierarzt gehen“, betont Frau Dr. Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., die Wichtigkeit dieser Vorgehensweise. „Bei einem kooperativen Tier eröffnen sich dem behandelnden Tierarzt ganz andere Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie, als bei einem Tier, das sich widersetzt, sehr ängstlich oder gar aggressiv ist“, erklärt sie die positive Konsequenz einer geglückten Erstvorstellung.

Die Devise heißt also: Ein gut geplanter erster Tierarztbesuch kann tatsächlich ein elementarer Baustein eines gesunden Tierlebens sein.

https://www.aktiontier.org/news-2758.atom Meisenknödel ohne Plastiknetze verwenden! 2021-02-15T14:01:40+01:00 2021-02-15T16:27:11+01:00 Wenn es knackig kalt ist, sorgen sich viele Menschen um das Wohlergehen der Wildvögel, die draußen im eisigen Wind nach Nahrung suchen müssen. Die sogenannten Meisenknödel anzubieten, ist da eine gute Idee. Denn das meist mit Kernen und Getreideflocken vermischte Rinder-, Schweine- oder Kokosfett liefert Energie, die unsere gefiederten Freunde jetzt verstärkt brauchen, um ihre Körper warm zu halten.

Leider findet man im Handel vorrangig Futterkugeln oder auch Erdnüsse in grünen oder gelben Plastiknetzen und so werden sie dann auch im Garten, in Parks, auf Friedhöfen und im Wald aufgehängt. Diese Netze haben viele Nachteile. „Vögel können sich beim Fressen mit ihren Krallen verfangen und im schlimmsten Fall sterben“, warnt Ursula Bauer von aktion tier-Berlin.

Außerdem verwittern und verrotten die leeren Kunststoffnetze nicht, die später überall herumhängen. Sie vermüllen die Natur und verwandeln sich allmählich in Mikroplastik, welches inzwischen überall und sogar in unseren Körpern nachgewiesen wurde. Außerdem stellen am Boden liegende Netze eine große Gefahr vor allem für kleine Wildtiere wie Mäuse dar, welche sich darin verwickeln können. Des Weiteren führen um Beine und Füße gewundene Plastikfäden bei Vögeln zu schmerzhaften Abschnürungen. Derart behinderte Tiere haben kaum Überlebenschancen, da sie bei der Futtersuche extrem benachteiligt sind. Auch Küken können Probleme bekommen, wenn die Vogeleltern die Plastiknetze oder Teile davon beim Nestbau verwendet haben.

Plastikmüll sollte vermieden werden – auch beim Vogelfutter. Zumal das Futter in den Netzen meistens auch noch in Folie und Styropor verpackt ist. Es gibt zahlreiche, umweltfreundliche Alternativen, ganz ohne Abfall. Man kann lose Futterkugeln auf einen Tisch, ein Brett oder einen Baumstumpf legen, an einer Hanfschnur aufhängen oder in ein spezielles Haltersystem geben. „Wie bei der eigenen Nahrung sollte man auch beim Vogelfutter immer auf Qualität achten“, rät Diplom-Biologin Ursula Bauer. Alte, ranzige Nüsse oder verschimmeltes Futter können tödliche Folgen haben. Empfehlenswert sind vor allem Knödel aus hochwertigem Fett, die nicht nur Kerne und Samen, sondern auch getrocknete Früchte und Insekten enthalten.

„Wenn Sie das nächste Mal nach draußen gehen und leere Plastiksäckchen in Sträuchern hängen sehen, dann nehmen Sie diese bitte mit und entsorgen sie in der gelben Tonne oder im gelben Sack“, sagt aktion tier-Mitarbeiterin Ursula Bauer. Damit kann man einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und Tierleid verhindern.

https://www.aktiontier.org/news-2754.atom Helfen Sie unseren Gartenvögeln jetzt mit Nistkästen 2021-02-11T13:27:30+01:00 2021-02-11T14:17:59+01:00 Unsere gefiederten Nachbarn gehen sehr früh im Jahr auf die Suche nach geeigneten Nistmöglichkeiten. Obwohl man im Grunde das ganze Jahr über Nistkästen aufhängen kann, bietet sich das zeitige Frühjahr besonders an, um die Tiere beim Brutgeschäft zu unterstützen.

„Vor allem die in Höhlen nistenden Vogelarten wie Blau- und Kohlmeise, Star, Kleiber und Gartenrotschwanz finden kaum noch geeignete Plätze zum Nisten“, sagt Ursula Bauer von aktion tier und ergänzt: „Alte und morsche Bäume mit natürlich entstandenen oder von Spechten gemeißelten Hohlräumen sind kaum verfügbar, da sie in der Regel schnell gefällt werden“.

Die unterschiedlichen Vogelarten bevorzugen meist auch unterschiedliche Typen von Nistkästen. Daher sollte man genau beobachten, welche Vögel in der Umgebung leben und dann erst das Passende besorgen. Oft muss auch der Durchmesser des Einfluglochs zur Körpergröße passen. Nistkästen mit sehr kleinem Einflugloch zwischen 25 und 28 mm werden beispielsweise von kleinen Meisenarten wie Blau-, Hauben- und Tannenmeise bevorzugt. Kleiber, Kohlmeise und Spatz suchen dagegen Nistkästen mit größeren Eingängen zwischen 32 und 35 mm Durchmesser aus. Es gibt auch Vogelarten wie beispielsweise Hausrotschwanz, Bachstelze, Zaunkönig und Amsel, die mit höhlenartig geschlossenen Nisthilfen nicht viel anfangen können und nur sogenannte Halbhöhlen mit großem, offenem Eingangsbereich beziehen.

„Ein Nistkasten sollte immer geöffnet werden können, denn aus hygienischen Gründen muss im September das alte Nest entfernt und das Innere gründlich gereinigt werden“, sagt Dipl. Biologin Ursula Bauer. Die sauberen, wieder aufgehängten Kästen dienen anschließend Vögeln und kleinen Säugetieren als Übernachtungsmöglichkeit oder Winterquartier. Kleine Stahlblenden um das Eingangsloch schützen zum Beispiel vor Spechten und Eichhörnchen, die Vogelküken gelegentlich auf ihrem Speiseplan haben.

Die Zahl der Nistkästen sollte dem vorhandenen Raum und dessen Ausstattung entsprechen. Je vielfältiger und naturnaher der Garten oder die Umgebung sind, desto mehr Vögel können sich und ihre Brut ernähren. Für gesellige Arten wie Star und Spatz kann man mehrere Kästen dicht nebeneinander platzieren. Sogar auf einem Balkon. Die meisten Arten mögen jedoch ein wenig Privatsphäre und verteidigen ihr Territorium. Da sollte man besser einen Abstand von 5-10 Metern zwischen den Kästen lassen.

Im Prinzip spielt es keine Rolle, ob die Nisthilfen an Bäumen, Hauswänden oder auf Balkonen angebracht werden. Wenn man beim Aufhängen einige Regeln beachtet, werden sie bestimmt ein voller Erfolg:

  • Zum Schutz vor Fressfeinden und Störungen sollten die Kästen in mindestens 2 Meter Höhe angehängt werden.
  • Das Einflugloch sollte nach Osten oder Südosten zeigen, damit die Brut weder starkem Regen noch extremer Sonne ausgesetzt ist. Hängt der Nistkasten geschützt z.B. unter einem Dachgiebel, spielt die Ausrichtung keine Rolle.
  • Der Bereich vor dem Einflugloch sollte frei sein, damit die Vögel bequem und sicher ein- und ausfliegen können.
  • Zum Befestigen an Stämmen unbedingt Nägel aus Aluminium verwenden. Eisen- oder Kupfernägel können rosten und mit dem Rost Keime und Pilze in den Baum einleiten.
https://www.aktiontier.org/news-2753.atom So kann man Schneeklumpen an den Pfoten vermeiden 2021-02-08T11:12:11+01:00 2021-02-08T12:09:07+01:00 Vor allem Hundebesitzer von Vierbeinern mit längerem, lockigem Fell an den Beinen können ein Lied davon singen. So schön der Schnee auch ist, jeder noch so kurze Spaziergang wird zur Qual. Nach wenigen Schritten bilden sich bereits die ersten Eisklumpen um die Behaarung an Unterbauch und Beinen. Zwischen den Zehen haften harte Schneeballen.

Nach einiger Zeit mag unser Liebling keinen Schritt mehr vor den anderen setzen, so sehr zerren die Eis-Konglomerate an den Haaren. Alle Nase lang muss Herrchen oder Frauchen sich bücken und mit Müh und Not sowie Gezerre die gröbsten Klumpen notdürftig entfernen. Das geplagte Hundewesen hilft eifrig mit und schluckt dabei womöglich noch die Hälfte der Schneeballen herunter. Harte Eisklumpen, am besten gepaart mit Streusplitt, sind pures Gift für die Magenschleimhaut. Doch was tun, sprach Zeus, um dieses Elend zu verhindern?

„Die Lösung ist ganz einfach“, plaudert Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., aus der Trickkiste. „Ein wahres Wundermittel in diesem Zusammenhang ist gewöhnliches Haaröl aus dem Drogeriemarkt“, berichtet sie aus der Praxis. Wenn dieses im Vorfeld nur sparsam auf Beine und Pfoten aufgetragen wird, hat der Schnee keine Chance anzuhaften. So macht der winterliche Spaziergang auch den Kleinsten Spaß, und sie gleichen beim nach Hause kommen auch wirklich noch einem Hund und keiner Schneekugel.

https://www.aktiontier.org/news-2752.atom Rollrasen statt Windel: Unterstützung für Hundesenioren & Welpen 2021-01-27T09:45:00+01:00 2021-01-27T10:34:28+01:00 Nicht jeder Tierhalter darf ein Stück Garten sein Eigen nennen. Wobei die Hundehaltung in einer Wohnung an sich ja auch kein Problem darstellt, solange dem Vierbeiner genügend Auslauf gewährt wird. Problematisch wird es allerdings für Hundesenioren oder Welpen, wenn auf dem Gang ins Grüne viele Stufen zu überwinden sind.

Dann schaffen sie es oft nicht, ihr Bedürfnis Pippi zu machen solange im Zaum zu halten, bis das rettende Grün im Erdgeschoss erreicht ist. Pfützchen in der Wohnung oder im Treppenhaus sind die Folge, unangenehm für alle Beteiligten, sowohl Zwei- als auch Vierbeiner.

„In diesen Fällen legen manche Tierhalter ihrem Tier eine Windel an, was aber auf mehrere Wochen gesehen sicher keine gute Lösung ist“, so Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.. „Windeln führen bei Tieren oft zu Blasenentzündungen und Scheuerstellen sowie Infektionen der Haut, und junge Hunde werden so außerdem nicht stubenrein“, erläutert sie die Nachteile des Windeltragens.

Eine leicht umzusetzende Lösung offenbart sich beim Gang durch das Gartencenter. Ein Stück Rollrasen auf dem Balkon ausgelegt, verschafft dem Tier die Möglichkeit, in physiologischer Weise Urin abzusetzen. „Stubenreinheit kann weiterhin trainiert werden, medizinische Probleme, die durch das Tragen einer Windel entstehen können, entfallen“, preist die Tierärztin die Vorteile dieser doch etwas unkonventionellen Vorgehensweise an.

„Natürlich soll der Rasen auf dem Balkon keine Dauerlösung für faule Couchpotatos sein“, relativiert sie den Einsatzbereich des Rasenstücks. Über Jahre gesehen schadet ein derart verlegter Rasen auf dem Balkon auch der Bausubstanz. Doch für die letzten Monate eines bis dato erfüllten Hundelebens, wo jede Treppenstufe mehr Last als Freude ist, kann der Rasen auf dem Balkon genauso dienlich sein, wie in den ersten Lebenswochen, wo das kontrollierte Wasser lassen erst noch trainiert werden muss. Und ein letztes Plus als Sahnehäubchen: Müll gespart wird gegenüber den Windeln obendrein.

https://www.aktiontier.org/news-2750.atom Nach Anzeige von aktion tier hat Veterinäramt Zoo in Nauen aufgelöst 2021-01-18T11:22:22+01:00 2021-01-18T12:14:42+01:00 Am vergangenen Freitag wurde die katastrophale Tierhaltung im Zoo Nauen durch Vertreter des Veterinäramtes des Landkreises Havelland beendet. aktion tier-Mitarbeiter hatten im Herbst 2020 die Einrichtung am Rande der Stadt besucht und waren entsetzt über die dort herrschenden Zustände. Das gesamte Areal glich einer Müllhalde. Kaputte Spielgeräte, Gerümpel, Unrat und Abfall dominierten das Bild.

Über 60 Tiere lebten bis letzten Freitag in diesem Chaos. In alten, martialisch wirkenden Gehegen wurden unter anderem Gänse, Enten, Hühner, Kaninchen, Affen und Waschbären gefangen gehalten. In zwei Freiläufen fristeten außerdem kleinwüchsige Hausschweine, Ponys, Esel und Ziegen ihr alles andere als artgerechtes Leben.

Der 80jährige „Zoodirektor“ Bernhard W. zeigte bei seiner Tierhaltung weder Sachkunde noch Tierliebe. Teilweise waren viel zu viele Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht. In keiner der vergammelten Hütten und Kisten, die als Behausungen dienten, lag Stroh oder eine kuschelige Decke. Verdreckte Trinkgefäße enthielten brackiges Wasser, und in mehreren Wannen stand fauliges, rabenschwarzes „Badewasser“.

Bei Regen weichten die Gehegeböden auf und die Tiere mussten im mit Exkrementen vermischten Matsch waten. Durch die unhygienischen Zustände bestand ein dauerhaft hohes Gesundheitsrisiko. Fast alles in diesem Zoo war improvisiert und aus nicht tiergerechten Materialien zusammengebastelt. Überall ragten spitze Drähte, Stangen, Schrauben und Metallteile hervor, an denen sich die Tiere verletzen konnten. Außerdem bestanden Trink- und Futtergefäße, Behausungen, Spielzeug und Beschäftigungselemente aus Plastik, welches zerbissen und abgeschluckt werden konnte. Auch die Ernährung der Zootiere war alles andere als artgerecht. Wir fanden in fast jedem Gehege ungesunde Brezeln, Brötchen und süße Hefestückchen.

Dem Veterinäramt war bekannt, dass Bernhard W. den Zoo Nauen seit vielen Jahren in dieser massiv tierschutzwidrigen Form betrieb. Nachdem aktion tier Ende November 2020 Anzeige erstattet hatte, entschloss sich die Behörde letzten Freitag dann, das lange Leiden der Zootiere zu beenden. Die Affen und Waschbären wurden von Dr. Florian Brandes eingefangen und in die Wildtierstation nach Sachsenhagen gebracht. Dieser Projektpartner von aktion tier e.V. kann eine art- und verhaltensgerechte Unterbringung und Versorgung der Tiere gewährleisten, welche eine optimale tierärztliche Betreuung einschließt. Diese ist dringend nötig, da die Tiere offensichtlich nicht gesund sind und wahrscheinlich schon sehr lange keinen Tierarzt gesehen haben.

Um zu verhindern, dass Bernhard W. erneut Tiere anschafft, soll ihm ein behördliches Tierhalte- und Tierbetreuungsverbot auferlegt werden, so dass der Zoo Nauen der Vergangenheit angehört - hoffentlich für immer.

Mehr zu diesem Tierschutzfall erfahren Sie auf unserer Homepage unter https://www.aktiontier.org/aktuelles/datum/2021/01/jenseits-von-animal-eden/.

https://www.aktiontier.org/news-2746.atom Neue Winterzecke verbreitet sich deutschlandweit 2021-01-07T10:10:00+01:00 2021-01-07T11:21:07+01:00 Zeckenbisse waren bis dato ein Thema der Frühjahrs- bis Herbstmonate. Damit ist jetzt Schluss. Schuld ist die Ausbreitung einer neuen Zeckenart, der Buntzecke, auch Wiesenzecke genannt (Dermacentor reticulatus). Sie wurde bereits in allen Teilen Deutschlands nachgewiesen und erfährt nun, vermutlich durch die vermehrten innerdeutschen Urlaubsfahrten während der Pandemie, einen neuerlichen Schub.

Sie beißt vorzugsweise Hunde und Pferde, gelegentlich aber auch den Menschen. Gut zu erkennen ist sie an ihrem in Brauntönen marmorierten Rückenschild. Im Gegensatz zu ihren in Deutschland seit Jahren etablierten Verwandten ist sie schon bei Temperaturen um die 4 °C aktiv auf der Suche nach Wirten, die sie beißen könnte. „Wissenschaftler haben sogar nachgewiesen, dass auch nächtlicher Bodenfrost sie von der Wanderschaft nicht abhalten kann“, berichtet Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.

Zu allem Überfluss hat die neue Zecke noch eine unliebsame Überraschung mit im Gepäck. Neben den üblichen Krankheiten, die von Zecken übertragen werden, ist sie zudem Überträger der Babesiose, einer Erkrankung, die man bisher nur aus dem Ausland kannte. Sie führt zu hohem Fieber und zur Zerstörung der roten Blutkörperchen und kann damit rasch zum Tode führen.

„Aus diesen Tatsachen müssen Tierhalter einen wichtigen Schluss ziehen“, so die Veterinärin. „Sie sollten ihr Tier ab sofort ganzjährig gegen Zecken schützen!“, empfiehlt sie eindringlich. Tierärzte hingegen sind gut beraten, nun eine weitere Infektionskrankheit auf dem Schirm zu haben. Immer wenn ein Tier an Blutarmut leidet und dabei hohes Fieber hat, sollten sie jetzt auch an Babesiose denken, auch wenn der Patient bis dato nicht im Ausland war. Wird die akute Krankheit schnell erkannt, hat das Tier eine Chance zu überleben.

https://www.aktiontier.org/news-2732.atom aktion tier-Tierheim in Roggendorf übernimmt beschlagnahmte Welpen 2020-12-10T10:27:00+01:00 2020-12-10T13:23:11+01:00 In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden zwei ca. fünf Wochen alte Malteser-Welpen von der Polizei in unser aktion tier- Tierheim in Roggendorf gebracht. Die Welpen waren bei einer routinemäßigen Kontrolle eines Kleintransporters aus Rumänien auf der Autobahn bei Stolpe (Mecklenburg-Vorpommern) von den Beamten entdeckt worden. Sie befanden sich, zusammen mit weiteren leeren Transportboxen und von Möbeln verdeckt, im hinteren Teil des Fahrzeugs und sollten in Bremen übergeben werden.

Die vom Fahrer mitgeführten EU-Heimtierpässe stammen aus Rumänien und sind eindeutig gefälscht, da sie handschriftlich eingetragene, fiktive Chipnummern enthalten. Die Welpen sind jedoch nicht gechippt. Außerdem sind sie mit ca. 5 Wochen zum Verkauf viel zu jung, denn unser Tierschutzgesetz schreibt hierfür ein Mindestalter von 8 Wochen vor.

Des Weiteren fehlt bei beiden Tieren die vorgeschriebene Tollwutimpfung, ohne die kein Hund aus dem EU-Ausland nach Deutschland einreisen kann. Daher müssen die Malteser nun erst einmal für die nächsten 10 Wochen in Tollwutquarantäne. Welpen können grundsätzlich erst ab der 12. Lebenswoche gegen diese gefährliche Virusinfektion geimpft werden. Danach muss man 3 Wochen warten, bis sich der Impfschutz ausgebildet hat. Somit dürfen Junghunde erst mit frühestens 15 Wochen nach Deutschland eingeführt werden. Unsere Pfleglinge, die außerdem unter schwerem Parasitenbefall mit Giardien und Spulwürmern leiden, können also nicht in absehbarere Zeit vermittelt werden.

Die Missachtung der rechtlichen Vorgabe für die Einfuhr von Hunden sowie die vielen leeren Transportboxen im Fahrzeug und weitere 10 EU-Heimtierpässe mit zweifelhaften Eintragungen legen den Verdacht nahe, dass wir es hier mit einem Fall von organisiertem Welpenhandel zu tun haben. Vermutlich wurden mit dem Transporter mehrere, via Internet bestellte Hunde nach Deutschland gebracht und unsere Malteser waren die letzten, die abgeliefert werden sollten. Gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie, ist die Nachfrage nach Welpen besonders hoch und kann von heimischen Züchtern und Tierheimen kaum mehr befriedigt werden.

Auch wenn die Verlockung im Moment groß ist, sich zur Gesellschaft einen Hund per Mouseklick im Internet zu bestellen, warnen wir eindringlich davor! Die Gefahr, ein krankes Tier zu erstehen, ist sehr groß. Denn den skrupellosen Massenvermehrern und profitorientierten Tierhändlern ist die Gesundheit ihrer „Ware“ egal. Ganz zu schweigen von den Muttertieren, die vorrangig in den osteuropäischen Nachbarländern oft unter fürchterlichen Bedingungen ihr Leben als Gebärmaschinen fristen. Die neuen Besitzer der beiden Malteser Welpen hätten nicht nur zwei kranke und aufgrund der frühen Trennung von der Mutter traumatisierte Hunde bekommen. Sie hätten sich außerdem durch den Kauf illegal importierter Tiere strafbar gemacht. Denn auch hier gilt: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe!

Ausführliche Informationen zum Thema "Welpenhandel" sowie "Kein Internethandel mit Tieren" finden Sie auf unserer Webseite.

https://www.aktiontier.org/news-2726.atom Wegwerf-Weihnachtsbaum? Nein danke! 2020-12-02T13:46:00+01:00 2020-12-04T09:26:46+01:00 Der Naturbaum zu Weinachten liegt nach wie vor voll im Trend. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland fast 30 Millionen Koniferen gekauft. Tendenz steigend, da viele Haushalte inzwischen auch noch einen zusätzlichen Christbaum auf dem Balkon oder im Garten aufstellen möchten.

Im Moment starten die Händler wieder ihr Saisongeschäft und bieten gefühlt an jeder Ecke die abgeschlagenen Bäume an. Kurz nach den Feiertagen fliegt das Grünzeug dann aber schnell wieder raus. Der Anblick der teilweise noch mit Lametta behangenen, achtlos zwischen Hundehaufen geworfenen Bäumchen macht traurig.

Schließlich handelt es sich um Lebewesen, die nur aufgezogen wurden, um uns einige Tage als Dekoelemente zu dienen. Dass Nadelbäume, die viele hundert Jahre alt werden können, im zarten Säuglingsalter von durchschnittlich 10 Jahren abgeholzt werden, erinnert an Kälber oder Lämmer, denen man auch nur rund 2% ihrer eigentlichen Lebenserwartung zugesteht, bevor sie geschlachtet werden. Beim kommerziellen Weihnachtsbaumgeschäft bleiben außerdem immer Hunderte Bäume übrig, sind also völlig umsonst gefällt worden.

Unsere Koniferen fürs Fest stammen zu 90% aus Deutschland, wo sie meistens in separaten Kulturen extra angebaut werden. In der Wachstumszeit werden Pflanzenschutz- und Düngemittel ausgebracht, was die Natur innerhalb der Plantagen belastet. Für die ökologisch wertlosen Monokulturen wird, mit steigender Nachfrage, auch immer mehr Grünland umgebrochen, was negative Auswirkungen auf Grundwasser und Artenreichtum haben soll.

Wie wäre es, in diesem Jahr einmal über Alternativen nachzudenken? Es gibt zum Beispiel im Internet unzählige Kreatividee, wie aus Metall, Holz oder anderen Materialien ein lustiger, einzigartiger Weihnachtsbaum gebastelt werden kann. „Halbecht“ geht auch, indem man in einen auf einem Baumständer befestigten Holzstab Löcher bohrt und echte Tannenzweige hineinsteckt.

Ein lebender Baum mit Wurzelballen zum Wiederverwenden scheint auf den ersten Blick ideal, ist aber auch nicht die optimale Lösung, da nach dem Fest ein geeigneter Standort zum Auspflanzen gefunden werden muss. Oft überstehen die Pflanzen auch den Wechsel von drinnen nach draußen und umgekehrt nicht.

Oder ein natürlich aussehender Plastik-Weihnachtsbaum, der alle Jahre wieder hervorgeholt werden kann? Leider ist die Ökobilanz eines Polyethylen- Gewächses ziemlich schlecht, da unter anderem bei der Herstellung über 48 kg CO2 entstehen. Hinzu kommen nochmal die Umweltwirkungen bei der Entsorgung. Wenn man den Plastikbaum allerdings 17-20 Jahre nutzt, hat er die Ökobilanz eines Naturbaums erreicht.

https://www.aktiontier.org/news-2717.atom Bis dass der Tod uns scheidet… 2020-11-27T09:02:48+01:00 2020-11-27T09:36:07+01:00 …und was dann? Tierbesitzer sollten sich im Vorfeld darum kümmern, was mit ihrem Liebling geschieht, wenn sie selbst nicht mehr für ihre Tiere sorgen können. Hierfür müssen sie eine sogenannte Vorsorgevollmacht erstellen.

„Zunächst gilt es, eine Person oder eine Organisation ausfindig zu machen, der man vertraut“, so Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. über den ersten Schritt. „Hat man den Menschen seiner Wahl gefunden oder auch einen Verein aufgetan, dem man seinen Liebling im Ernstfall anvertrauen möchte, ist es ratsam, ein Schriftstück zu verfassen, in dem man festlegt, wer konkret das Tier übernimmt“, so die Veterinärin. Außerdem werden hier besondere Bedürfnisse und Eigenarten des Vierbeiners niedergeschrieben, um zu gewährleisten, dass der Übernehmende optimale Pflege leisten kann. Gut ist es darüber hinaus, eine Krankenakte beizulegen, aus der der behandelnde Tierarzt und Vorerkrankungen hervorgehen, so dass dem Versorger alle nötigen Informationen das Tier betreffend zur Verfügung stehen.

„Nicht vergessen werden sollte, dass gute Pflege auch Geld kostet. Wer kann, regelt testamentarisch also auch, welcher Geldbetrag dem Tier zugutekommen soll“, empfiehlt Dr. Hölscher. Da das Tier rechtlich im Erbfall als Sache gilt und nicht selbst erben kann, wird dieser Betrag dem Übernehmer des Tieres zugesprochen, der dann die Betreuung des Vierbeiners aus diesem Topf finanzieren kann. Bei der Abschätzung welcher Betrag hierfür angesetzt werden sollte, spielen der Umfang des Pflegeaufwandes, Lebensalter des Tieres und etwaige Tierarztkosten die Hauptrolle.

Zu guter Letzt unterzeichnen beide - sowohl der Tierhalter als auch der potenziell Übernehmende – das Dokument. Eine Ausfertigung des Schriftstückes stellt man dem Übernehmenden zur Verfügung, ein Duplikat, ebenfalls handschriftlich unterzeichnet, legt man dem eigenen Testament bei. Hat man diese unangenehme Sache hinter sich gebracht, kann man sorgenfrei in die Zukunft blicken, denn auch im Krankheits- oder gar Sterbefall die eigene Person betreffend ist der Schatz gut versorgt.

https://www.aktiontier.org/news-2706.atom Kampf dem Floh 2020-11-11T09:17:00+01:00 2020-11-11T10:02:57+01:00 Früher oder später erwischt es jeden Hund oder auch jede Katze mit Freigang – ein Floh nistet sich im Fell ein und vermehrt sich. Innerhalb kurzer Zeit kratzt sich das Tier nahezu im Minutentakt, und schon bald wird der Besitzer den ersten Parasiten sehen. Ein knapp zwei Millimeter kleines, längliches, braunes Wesen krabbelt zwischen den Haaren des Vierbeiners auf der Haut entlang.

Es zu packen gelingt nicht. So schnell es da ist, so fix ist es wieder verschwunden. Manchmal entdeckt der Besitzer auch nicht den Parasiten an sich, sondern nur dessen Kot in Form von kleinen, schwarzen Krümeln. „Ist man sich nicht sicher, ob es sich hierbei nur um Dreck aus der Umgebung oder doch um Flohkot handelt, gibt es einen einfachen Trick“, weiß Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.. „Man befeuchtet ein Taschentuch mit etwas Wasser, gibt die Krümel dort hinein und drückt das Papier leicht zusammen“, verrät sie die Vorgehensweise zur Analyse. Bildet sich ein roter Saum um die Krümel, handelt es sich um die Ausscheidungen eines Flohs. Durch die Feuchtigkeit und das Quetschen tritt das zuvor aufgesaugte Blut aus den schwärzlichen Brocken aus.

Von selbst wird das Haustier die Lästlinge nun nicht mehr los. Im Gegenteil - wartet man nun ab, breitet sich die Plage erst richtig aus. Doch kein Grund zur Panik. Beim Tierarzt gibt es Mittel, die den Flohbefall schnell und nachhaltig bekämpfen. Damit aber nicht genug. Was die wenigsten Tierbesitzer wissen: Im Anschluss an eine erfolgreiche Flohbekämpfung sollte immer auch eine Entwurmung des Patienten durchgeführt werden! „Flöhe übertragen den Gurkenkernbandwurm“, erläutert die Veterinärin die Notwendigkeit der Behandlung gegen Würmer nach einer Besiedelung durch Flöhe. Denn zwackt es den Vierbeiner, benagt er die juckenden Stellen mit dem Maul. Dabei verschluckt er häufig Flöhe, die wiederum Bandwurmfinnen in sich tragen. Auf diese Weise infizieren sich Hund und Katze mit dem Wurm. Auch der Mensch kann sich mit dem Bandwurm anstecken.

Gefährdet sind in diesem Zusammenhang vor allem Kleinkinder, die alles, wessen sie habhaft werden können, in den Mund stecken. „Also erst den Floh, dann den Wurm eliminieren, dann herrscht wieder Ruhe im Karton“, schließt die Tierärztin ihre Empfehlung ab.

https://www.aktiontier.org/news-2701.atom Hunde als Superschnell-Tester 2020-11-03T10:57:00+01:00 2020-11-03T13:39:56+01:00 Alles dreht sich nur noch um Corona-Tests. Wer testet, wo und wann? Wie wird getestet und wo am schnellsten? Welcher Test liefert dabei die exaktesten Ergebnisse?

Die Tierärztliche Hochschule Hannover veröffentlichte in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen nun eine aktuelle Studie mit erstaunlichen Resultaten. Innerhalb einer Woche gelang es den Wissenschaftlern, Hunde darauf zu trainieren, zu unterscheiden, ob Speichel oder Sekret aus den Atemwegen eines Menschen mit dem Coronavirus infiziert ist oder nicht. 94% der positiven Proben beurteilten die Tiere richtig. Denkbar ist, entsprechend ausgebildete Hunde an Flughäfen, bei Massenveranstaltungen oder an Grenzen einzusetzen, um der Ausbreitung des Virus weiter entgegenzuwirken. Sie sollen Laboruntersuchungen nicht ersetzen, sondern ergänzen.

„Die Universität sucht nun Personen, die bereit sind, bei der Pilotstudie mitzuwirken“, ermuntert Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., interessierte Menschen, an der Untersuchung teilzunehmen. Gesucht werden Probanden, die mit dem Virus infiziert sind, und dabei entweder Symptome aufweisen oder auch symptomlos sind. Darüber hinaus werden Teilnehmer gesucht, die Anzeichen einer Atemwegserkrankung zeigen, zeitgleich allerdings negativ auf das Coronavirus getestet sind und damit vermutlich an einer Grippe oder Bronchitis leiden, die auf andere Erreger zurückzuführen ist.

„In Finnland wurde die Testung mittels der Hunde bereits erfolgreich eingesetzt“, berichtet die Tierärztin. Wie genau die Vierbeiner differenzieren, ist noch nicht geklärt. Die Forscher vermuten, dass sich entweder die Zusammensetzung des Schweißgeruchs der betroffenen Personen ändert oder es bestimmte Verbindungen in der Atemluft erkrankter Menschen gibt, die es den Hunden ermöglichen, infiziert von virusfrei zu unterscheiden. Potenzielle Teilnehmer werden gebeten, sich unter vea.kleintierklinik[at] remove-this.tiho-hannover.de zu melden.

https://www.aktiontier.org/news-2700.atom Abhilfe bei Mundgeruch von Hund und Katze 2020-11-02T11:02:00+01:00 2020-11-02T11:08:36+01:00 Unsere Haustiere sind ein Quell der Freude. Eigentlich fast immer, bis auf ganz wenige Ausnahmen. Beispielsweise kann einem der Spaß am Tier kurzfristig vergehen, wenn der Liebling gemütlich nebenan auf dem Sofa sitzt und dabei herzhaft gähnt. Denn kurz darauf erreicht die menschliche Nase ein feuchtwarmer Schwall übelriechender Ausdünstung. Selbst dem größten Tierliebhaber stockt in diesem Moment regelrecht der eigene Atem. Denn der Gestank, der manch einem Hunde- oder Katzenmaul entströmt, ist unerträglich. Doch woher kommen die übelriechenden Düfte, und was kann man dagegen tun?

„Mundgeruch bei unseren Haustieren kann verschiedene Ursachen haben“, berichtet Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.. „Da auch ernste Erkrankungen hinter dem fauligen Geruch stecken können, sollte der Tierbesitzer der Sache immer auf den Grund gehen“, rät die Veterinärin. Harmlos sind Düfte, die lediglich vom Tierfutter ausgehen. In diesen Fällen riecht die Atemluft aber auch tatsächlich nach dem soeben vom Tier verspeisten Futtermittel. Diese Duftnote ist zwar für das menschliche Riechorgan nicht sonderlich lecker, unterscheidet sich aber dennoch von Gerüchen, die durch Krankheiten bedingt sind.

Ernster wird es nämlich, wenn der tierische Atem säuerlich riecht. Dann wird das Futter möglicherweise nicht gut vertragen. Hier kann ein Futterwechsel Abhilfe schaffen. Die Umstellung auf andere Nahrung sollte allerdings nie abrupt, sondern über einen Zeitraum von etwa einer Woche Schritt für Schritt erfolgen, in dem täglich immer etwas mehr von dem neuen und weniger vom ursprünglichen Futter gegeben wird. Riecht die Atemluft faulig, wird es unter Umständen richtig gefährlich und darüber hinaus oft schmerzhaft für den Hausgenossen. „Hinter eitrigem Atem stecken fast immer Entzündungen des Zahnfleischs oder des Zahnhalteapparates“, warnt Dr. Hölscher. In diesem Fall muss ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, kann der Besitzer schon im Vorfeld tätig werden: „Was manch einer lächerlich findet, aber dem Tier immer zugutekommt, ist das Putzen der Zähne von klein an“, empfiehlt die Tierärztin allen Tierhaltern. Hiermit können schlimme Zahnerkrankungen hinausgezögert oder im besten Fall ganz verhindert werden. Da auch unsere Haustiere immer älter werden, kommt der Gesunderhaltung des Gebisses auch bei ihnen eine ganz neue Bedeutung zu. „Tolerieren die Tiere das Putzen nicht, kann der Tierhalter das Zahnfleisch wenigstens mit Chlorhexidin-Gel betupfen. Das macht fast jeder Vierbeiner mit und hilft sehr gut gegen Entzündungen und damit auch gegen den unangenehmen Mundgeruch“, rät sie abschließend. Somit können Zwei- und Vierbeiner auch bis ins hohe Alter hinein ohne üblen Beigeschmack innig miteinander kuscheln.

https://www.aktiontier.org/news-2669.atom Tiere im Büro: Darauf sollte man achten 2020-10-02T08:42:00+02:00 2020-10-02T10:00:54+02:00 Im Allgemeinen tragen Tiere zur Lockerung der Arbeitsatmosphäre bei. Doch Vorsicht, Büros sind in der Regel nicht für Tiere gemacht. Besonders wenn die tierischen Begleiter neugierig sind, birgt ein Büro so manches Risiko.

„Vor einiger Zeit habe ich einen Patientenhund verloren, der das Kabel eines Wasserspringbrunnens im Büro angenagt hat“, schildert Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., einen tragischen Fall, den das Tier tatsächlich das Leben gekostet hat. „Außerdem mussten wir eine freilaufende Ratte behandeln, die mit dem Kopf in einen Drucker geraten ist“, warnt die Tierärztin vor einer weiteren Gefahrenquelle. „Das Tier hat zwar knapp überlebt, muss aber seither regelmäßig Zahnbehandlungen über sich ergehen lassen und kann nur noch Spezialfutter fressen“, berichtet sie vom weiteren Verlauf.

Daher sollte die Büroeinrichtung auf mögliche Risikofaktoren für Tiere überprüft werden. Aktenvernichter, Drucker und Stromkabel bergen Unfallrisiken und müssen entsprechend gesichert sein. Pflanzen, die für Tiere giftig sind, wie der allseits beliebte Ficus Benjamin, in der Vorweihnachtszeit die Weihnachtssterne oder auch Begonien dürfen nur so positioniert sein, dass sie nicht angenagt werden können. Reinigungsmittel und andere Chemikalien stehen zwar nicht auf dem Speiseplan unserer Haustiere, doch zum Spielen eignen sich auch WC-Steine und Spülmaschinentabs allemal, wenn sie nicht sicher im Schrank verwahrt werden. Beides ist bei versehentlichem Verschlucken für den Vierbeinermagen äußerst unverträglich. Schokoladentafeln oder Weintrauben sind giftig für Tiere. Mitgebrachte Nahrungsmittel und Naschzeug müssen also diebstahlsicher aufbewahrt werden.

Werden diese Vorsichtsmaßnahmen beherzigt, steht einem ungetrübten Arbeitsalltag zusammen mit dem Vierbeiner nichts im Wege.