aktion tier - menschen für tiere e.V https://www.aktiontier.org/ 2021-07-27T13:29:09+02:00 https://www.aktiontier.org/news-2787.atom Wenn der Zahn abbricht – Notfall oder Bagatelle? 2021-07-12T09:36:03+02:00 2021-07-12T11:39:09+02:00 Vor allem beim Toben ist es schnell passiert. Ein ordentlicher Rumpler zweier Hunde beim wilden Spiel, und der Schreck ist groß. Denn kaum zur Ruhe gekommen, wird der Besitzer auf einmal gewahr, ein Zahn ist abgebrochen! Doch auch Fensterstürze bei Katzen oder andere Unfälle sind häufig der Grund für abgebrochene Zähne. Jetzt ist guter Rat teuer. Hastet man sofort zum nächsten Tierarzt oder besteht gar kein Handlungsbedarf?

Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., weiß Rat: "Eine Zahnfraktur ist kein Notfall, doch auf die lange Bank geschoben werden sollte eine weitere Abklärung nicht!“ Hier gilt es vor allem zu beurteilen, ob der Wurzelkanal eröffnet ist. Diesen erkennt man an einem kleinen Löchlein mittig auf der Bruchkante. Versierte Besitzer ruhiger Hunde können versuchen, dies in Eigenregie zu beurteilen. „Dazu muss man vorsichtig eine Nadel in die Vertiefung einführen. Gelingt dies, ist das schlecht, denn dann ist der Kanal offen und der Zahn muss in den kommenden Tagen tierärztlich versorgt werden“, so die Veterinärin. Bei zappeligen Tieren sollte diese Überprüfung lieber von einer fachkundigen Person wie einem Tierarzt vorgenommen werden.

Doch besser, es kommt erst gar nicht so weit. „Eine wirkliche Prophylaxe kann der Tierbesitzer nicht betreiben“, bedauert Frau Dr. Hölscher, „doch ein absolutes Tabu ist das Werfen von Steinen!“ Fängt der Hund diese im Flug, kommt es überdurchschnittlich oft zu Zahnfrakturen, die dann auch meist durch Überkronung oder Entfernung des Zahnes versorgt werden müssen.

https://www.aktiontier.org/news-2786.atom Kinder lernen mit Pinguin im Tierheim! 2021-06-30T13:34:00+02:00 2021-07-12T09:34:13+02:00 Gestern war es endlich soweit. Das neue Tierschutzzimmer im aktion tier Tierheim Zossen wurde nach wochenlangem basteln und werkeln feierlich eröffnet.

Das lebensgroße Pinguin-Maskottchen Pingi begrüßte gestern morgen gemeinsam mit der Tierheimleiterin Myriam Laser und der aktion tier Tierschutzpädagogin Xenia Tregub die Kinder des Horts Wünsdorf in aktion tier Tierheim Zossen. Pingi spielte und lachte zusammen mit den Kindern, schließlich gab es etwas zu feiern: Die Eröffnung des Tierschutzzimmers im Tierheim.

Die Kinder waren ganz aufgeregt. Mit Konfetti in den Händen und einer großen Schere schritten die Kinder zur Tat. Nachdem Martha das rote Geschenkbank mit Schleife zertrennt hat, machte der Jubel der Kinder es offiziell: Das Tierschutzzimmer ist hiermit eröffnet und steht ab sofort allen Kinder- und Jugendgruppen aus Bildungseinrichtungen zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung. Das erste Mal alles auf Herz und Nieren prüfen durften die 12 Hortkinder. Direkt nach der Eröffnung stürmten alle Kinder ins Zimmer. Die Augen glitten von links nach rechts. Wo soll man da nur anfangen? Zu entdecken gibt es einiges. Neben Lerntafeln, Büchern und zahlreichen Unikaten aus aktion tier Kampagnen erfreuten sich die Kinder besonders über den Tastkasten. Auch die Tonmaschine, wo man Tiere anhand von Lauten erraten muss, war sehr beliebt. Schlussendlich wuselten alle Kindern aufgeregt durch das Zimmer, denn interaktiv mit allen Sinnen lernt es sich am besten.

Bereits wenige Minuten nach der Eröffnung haben die Kinder mit der Tierschutzpädagogin Xenia Tregub über Themen wie animal hoarding, Tiere in der Landwirtschaft, Plastik in den Ozeanen, Insekten im tierfreundlichen Garten und Gefahren für Wildtiere gesprochen. „Ich wollte das Zimmer so einrichten, dass man mit den Kindern ganz natürlich ins Gespräch kommt und Tier-, Umwelt- und Naturschutzthemen kinderleicht greifbar sind. Das Zimmer selbst und jeder einzelne Gegenstand sind bewusst gewählt und interaktive Lehrmaterialien. Ich bin so froh, dass alles genauso funktioniert, wie ich es mir erdacht habe!“, berichtet Tregub zufrieden. Begeistert waren nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsene. „Ich hab´ Gänsehaut. So viel Kreativität in einem Raum. Ich rufe die Eltern an, dass wir mit den Kindern hier übernachten.“, scherzte die Erzieherin Katja Moritz. „Hier können die Kinder ja so viel entdecken. Die Plastikquallen an der Decke, die begrünte Wand: Einfach nur wow!“, schwärmte sie weiter.

https://www.aktiontier.org/news-2785.atom Wildvogel in der Wohnung – was soll ich tun? 2021-06-23T13:56:59+02:00 2021-06-23T14:20:11+02:00 Gerade in der heißen Sommerzeit, wo alle Fenster und Türen geöffnet werden, um die Wohnung ein wenig zu kühlen, kommt es öfter vor, dass kleine Wildvögel wie Spatzen, Meisen oder Schwalben versehentlich hineinfliegen.

„Wenn die Tiere merken, dass sie eingesperrt sind, geraten sie oft in Panik und versuchen verzweifelt, wieder ins Freie zu gelangen“, sagt Ursula Bauer von aktion tier- Berlin. Dabei können sie gegen Einrichtungsgegenstände oder geschlossene Fenster fliegen und sich verletzen. Daher sollte man den eingesperrten Vogel niemals jagen. Das macht ihm unnötig Angst. Wenn es schnell und ohne Probleme gelingt, das Tier sanft einzufangen, kann man es einfach wieder nach draußen setzen. Bitte nicht in die Luft werfen, sondern lieber die Hand öffnen und dem Vogel Zeit geben, sich zu orientieren.

Sitzt der Vogel matt am Boden und „hechelt“ bei geöffnetem Schnabel, ist das Stresslevel schon recht hoch. „In diesem Stadium kann er einen lebensbedrohlichen Schock erleiden, wenn man ihn nicht in Ruhe lässt“, warnt Biologin Ursula Bauer. Vögel folgen immer dem Licht, daher sollten in dem Raum, in dem sich der Vogel befindet, alle Fenster und Türen bis auf einen Ausgang geschlossen und Glasscheiben zum Beispiel mit Rollos oder Vorhängen abgedunkelt werden. Der verbliebene Fluchtweg sollte weit offenstehen. Dann zieht man sich in einen anderen Raum zurück und lässt dem Piepmatz Zeit, sich zu beruhigen und den Weg in die Freiheit zu finden.

https://www.aktiontier.org/news-2784.atom Die Katze lässt das Mausen nicht... 2021-06-18T08:43:04+02:00 2021-06-18T13:33:20+02:00 Katzenbesitzer sind Tierliebhaber. Daher blutet ihnen das Herz, wenn ihr Liebling Tag für Tag Geschenke mit nach Hause bringt. Von der Kröte über die verletzte Maus bis hin zum jungen Eichhörnchen, nichts ist vor der flinken Samtpfote wirklich sicher. Besonders beliebt sind derzeit Jungvögel, deren Leben in diesem Fall schon bei den ersten ungeschickten Flugversuchen ein jähes Ende im Katzenmaul findet.

Doch „was tun“, sprach Zeus, um diesem Gräuel ein Ende zu setzen? Die Katzen einsperren, sagen die einen. Ein Ding der Unmöglichkeit, sagen die, die sich mit Freigängerkatzen auskennen. Doch gibt es nicht noch andere Mittel und Wege, die flinken Jäger davon abzuhalten, Beute zu machen?

„Ein Forscherteam aus England hat verschiedene Methoden, die Katzen jeweils davon abbringen sollten, Vögel und Kleinsäuger zu jagen, untersucht“, berichtet Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.. Es wurden insgesamt 355 Katzen aus 219 Haushalten beobachtet. Einer Gruppe wurde Futter mit besonders hohem Fleischanteil angeboten, um zu testen, ob diese Maßnahme den Appetit auf Beutetiere mindert. Mit der zweiten Gruppe spielte das Team besonders viel, um ihren Jagdtrieb zu befriedigen. Der dritte Katzenanteil erfuhr Unterhaltung in Form von intelligenten Leckerli-Versteck-Spielen, um die Langeweile zu reduzieren. Und den übrigen Tieren legten die Untersuchenden Glöckchen und auffällige Halskragen an, um potenzielle Opfer zu warnen. Die Ergebnisse fielen durchwachsen aus, wobei erwähnt werden muss, dass unklar ist, wie viele Beutetiere bei den Streifzügen der Katzen insgesamt erlegt wurden. Bewerten konnte man nur, was die Vierbeiner tatsächlich nach Hause brachten.

„Die besten Resultate lieferte die Erhöhung des Fleischanteils im Futter“, berichtet die Tierärztin. Die Katzen dieser Gruppe schleppten etwa ein Drittel weniger Beutetiere in die heimischen vier Wände. Die Jagdspiele verringerten den Maus-Geschenke-Anteil wenigstens um ein Viertel, Vögel wurden in dieser Gruppe aber leider immer noch Opfer der Katzen. Die mit Intelligenzspielen beschäftigten Tiere steigerten ihren Jagderfolg sogar noch um ein Drittel, dieses Vorgehen war also sogar kontraproduktiv! Glöckchen verursachten so gut wie keine Veränderung, nur die sehr großen Halskragen verringerten den Jagderfolg um 42 %, doch schränkten letztere die Katzen auch so sehr ein, dass die Kragen-Variante dauerhaft nicht als praktikabel eingestuft werden kann. „Summa summarum kann gefolgert werden, dass die Gabe von Futter mit hohem Fleischanteil den besten    wenn auch nicht durchschlagenden Erfolg hatte“, fasst Dr. Hölscher zusammen. Damit lieferte diese Vorgehensweise den größten Beitrag zum Naturschutz, wobei auch hier noch Forschungsbedarf besteht.

Informationen rund um die gesunde Fütterung von Hunden und Katzen und wie man hochwertiges Tierfutter erkennt, finden Sie hier.

https://www.aktiontier.org/news-2779.atom Tierfreundlich gärtnern ohne Maschinen: aktion tier hat neue Aufklärungskampagne gestartet 2021-06-04T13:18:02+02:00 2021-06-04T13:51:17+02:00 Gestern hat aktion tier seine neue Aufklärungskampagne `Tierfreundlich gärtnern ohne Maschinen` in Berlin auf dem Wittenbergplatz vorgestellt. Wie immer war unser mit Plakaten und Objekten ausgestalteter Anhänger ein echter Eyecatcher.

Auch die mitgebrachten traditionellen Gartengeräte machten neugierig und einige Passanten ließen es sich nicht nehmen, den Spindelmäher auszuprobieren und die alte Sense in die Hand zu nehmen. Auch die Gelegenheit zum Gespräch mit den aktion tier- Mitarbeitern wurde rege genutzt und die Nachfrage nach den Kampagnenflyern war groß.

Hintergrund der Kampagne

Viele Menschen nutzen zum Beispiel Laubbläser, Freischneider, Häcksler, Kettensägen und Rasenmäher, da die Gartenarbeit damit leicht und schnell erledigt werden kann. Beim näheren Hinschauen summieren sich allerdings die Nachteile. So sind viele Gartenmaschinen laut und die Benziner stoßen auch noch gesundheitsschädliche Abgase aus. Außerdem wird für Herstellung und Betrieb der meist nur temporär genutzten Gartentechnik viel Energie benötigt. Auch sind die Geräte in der Regel weder langlebig noch recycelbar und auch nicht reparaturfreundlich.

Für Tiere sind Gartenmaschinen lebensgefährlich, sie haben gegen Motoren keine Chance. Wo mit rasender Geschwindigkeit gesaugt, geblasen, gehäckselt, geschnitten und gemäht wird, gibt es kaum Überlebende. Laubsauger, Laubbläser und Geräte mit Häckselfunktion sind besonders tierfeindlich, da durch ihren Einsatz Millionen Kleintiere getötet werden. Auch die voll im Trend liegenden Mähroboter sind für alle kleinen Tiere, die sich langsam am Boden fortbewegen, eine Gefahr. Selbst kleine Igel können durch die scharfen Roboterklingen verletzt werden.

Wer ohne Blutbad und noch dazu umweltfreundlich gärtnern will, sollte auf Maschinen verzichten und öfter zu den traditionellen Gartengeräten greifen. Handwerkzeuge wie Spindelmäher, Heckenschere, Sense oder Rechen sind leise, umweltschonend, platzsparend und tierfreundlich, da man beim langsamen Arbeiten Tiere besser bemerkt und schützen kann. Qualitativ hochwertige Handgeräte sind außerdem nachhaltig, da sie nicht aus Kunststoff bestehen, repariert werden können und bei entsprechender Pflege ein Leben lang halten.

Durch den Verzicht auf Maschinen kann man erleben, wie der Garten aufatmet und wieder lebendig wird. Wer weniger intensiv mit Handgeräten gärtnert, leistet einen wertvollen Beitrag zum Umwelt-, Natur- und Artenschutz.

Weitere Informationen zu dieser Kampagne finden Sie auf unserer Homepage unter https://www.aktiontier.org/kampagnen/tierfreundlich-gaertnern-ohne-maschinen/.

https://www.aktiontier.org/news-2777.atom Zuckerersatzstoff giftig für Hunde 2021-05-31T10:07:16+02:00 2021-05-31T15:03:43+02:00 Dass Schokolade und Weintrauben für Hunde giftig sind, ist ein alter Hut. Was einigen Tierbesitzern neu sein dürfte, ist die Tatsache, dass der Zuckeraustauschstoff Xylit – auch Xylitol genannt – hochgiftig für Hunde ist.

„Xylit führt bei Hunden innerhalb von 30 bis 60 Minuten zu massivem Unterzucker“, warnt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. „Im Gegensatz zum Menschen führt dieser Stoff beim Hund zu einem rasanten Anstieg des Hormons Insulin, was wiederum den Spiegel des echten Zuckers im Blut des Hundes senkt“, führt sie aus. Abhängig von der aufgenommenen Dosis resultieren daraus Krämpfe, Leberversagen, Koma und im schlechtesten Fall sogar der Tod des Hundes. Je nach Xylit-Gehalt können beispielsweise schon ein bis drei zuckerfreie Kaugummis für einen mittelgroßen Hund tödlich sein.

Ab 0.1 g Xylitol/kg Körpergewicht sollten tierärztliche Maßnahmen zur Entgiftung eingeleitet werden. Bezeichnet wird dies als Dekontamination. „Zu gut Deutsch heißt das, es muss verhindert werden, dass der Zuckerersatzstoff aus dem Darm in den Hundekörper gelangt“, erklärt die Veterinärin. „Zum einen sollte der Hund schnellstmöglich eine Spritze bekommen, die Übelkeit auslöst und den Vierbeiner dazu bringt zu erbrechen“, beschreibt sie den ersten dringlichsten Schritt. Auf diese Weise wird das Tier eine möglichst große Menge des zuvor aufgenommenen Giftstoffs wieder los. Im Anschluss kann Aktivkohle gegeben werden, dass die weitere Resorption aus dem Darm verhindern soll. Ob diese Maßnahme tatsächlich zielführend ist, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Landläufig wird Xylit auch Birkenzucker genannt. Das hört sich zwar deutlich gesünder an, ist es aber nicht. Es handelt sich chemisch um dieselbe Struktur.

Katzen reagieren auf den Zuckeraustauschstoff übrigens unempfindlich. Sie zeigen erst bei deutlich höheren Dosen, deren Aufnahme unwahrscheinlich ist, Vergiftungserscheinungen.

„Besser es kommt gar nicht erst soweit und der Tierbesitzer passt auf, dass sein Liebling den mit Xylitol gesüßten Kuchen erst gar nicht erwischt", schließt die Veterinärin ab.

https://www.aktiontier.org/news-2776.atom Privatzoo in Nauen war auch für Besucher gefährlich 2021-05-12T09:23:52+02:00 2021-05-12T10:15:46+02:00 Das Gelände des ehemaligen Privatzoos in Nauen ist auf Jahre verseucht. Im Boden befinden sich Keime, die für Menschen gefährlich sind. „Die etwa 60 Zootiere wurden unzureichend ernährt und lebten unter katastrophalen hygienischen Bedingungen“, sagt Ursula Bauer von aktion tier in Berlin. Eine Gesundheitskontrolle fand, wenn überhaupt, nur unzureichend statt, so dass sich diverse Krankheitserreger ungehindert ausbreiten konnten.

Nachdem aktion tier die Missstände im vergangenen Jahr aufgedeckt hatte, wurden zwei Waschbären und ein Pärchen Grüne Meerkatzen im Rahmen der behördlichen Auflösung des Zoos am 15. Januar 2021 der aktion tier-Wildtierstation in Sachsenhagen übergeben. „Hier zeigte sich, dass die Tiere nicht nur abgemagert und in einem schlechten Pflegezustand waren, sondern außerdem eine Reihe Erreger in sich trugen, die beim Menschen Krankheiten hervorrufen können“, sagt Dr. Florian Brandes, Tierarzt und Leiter der Station. Mit diesen humanpathogenen Keimen hätte sich im Prinzip jeder Besucher infizieren können, zumal ein unmittelbarer Kontakt zu den Tieren möglich war.

Bei den Waschbären wurde der Waschbär-Spulwurm (Baylisascaris procyonis) diagnostiziert. Wenn Menschen die Eier dieses Spulwurms aufnehmen, schlüpfen die Larven im Darm, wandern durch den Körper und können schwere Schädigungen von Nervensystem, Augen und Gehirn verursachen.

„Auch die beiden Affen litten an zwei auf den Menschen übertragbaren Infektionskrankheiten, dem Bakterium Campylobacter und dem parasitären Peitschenwurm Trichuris trichiura“, berichtet Dr. Florian Brandes. Während der Peitschenwurm bei Menschen schwere abdominale Beschwerden auslösen kann, verursacht das Bakterium Campylobacter die häufigste von Tier zu Mensch und umgekehrt übertragbare Infektionskrankheit. Sie führt unter anderem zu Kopfschmerzen, Mattigkeit, Durchfall und Bauchschmerzen und kann zu Folgeerkrankungen wie Gelenkentzündungen führen.

Das zuständige Veterinäramt wurde darüber informiert, dass das ehemalige Zoogelände über einen langen Zeitraum für Tiere und Menschen ein potenzielles Gesundheitsrisiko darstellt. Wir hoffen, dass entsprechende Maßnahmen ergriffen wurden, damit eine neuerliche Tierhaltung ausgeschlossen und auch der Zugang zu dem Areal nicht mehr möglich ist.

Zur Information empfehlen wir unser Themenvideo.

Mehr zu diesem Tierschutzfall erfahren Sie auf unserer Homepage.

Weitere Informationen bei:
Dr. Florian Brandes, aktion tier- Wildtierstation Sachsenhagen
Email: info@wildtierstation.de

https://www.aktiontier.org/news-2773.atom Wie findet man den richtigen Tierarzt/ Tierärztin? 2021-05-11T13:15:00+02:00 2021-05-11T17:42:39+02:00 Es ist so ähnlich wie beim Friseur oder Zahnarzt. Die Chemie muss stimmen. Zu seinem Tierarzt müssen und möchten Tierbesitzer Vertrauen haben. Sie wollen ihren Liebling einfühlsam behandelt wissen, in Coronazeiten, in denen Halter meist nicht mit in den Behandlungsraum dürfen, gleich doppelt und dreifach.

Kompetent soll er sein, der Veterinär, und soll sich Zeit nehmen. Darüber hinaus erwarten mündige Tierbesitzer, dass die Diagnose und die daran anschließenden Behandlung verständlich erklärt wird. Doch wie findet man eine Tierarztpraxis, die all diese Erwartungen erfüllt?

„Tierbesitzer, die noch nicht den Tierarzt ihres Vertrauens gefunden haben, hören sich am besten zunächst bei anderen Tierhaltern um, wer vor Ort einen guten Ruf hat oder sehen sich Bewertungsportale im Internet an“, empfiehlt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., Tierbesitzern, die auf der Suche nach dem Tierarzt ihres Vertrauens sind.

„Im nächsten Schritt würde ich einfach mal einen Termin zur allgemeinen Untersuchung empfehlen“, rät die Tierärztin. So kann sich der Tierbesitzer in Ruhe ein Bild von der Praxis und dem Ablauf in derselben machen, ohne dass eine stressige Krankheits- oder Notsituation vorliegt. Er kann prüfen, ob der Umgang mit seinem Schatz in Ruhe und liebevoll erfolgt und ob die Beratung seinen Vorstellungen entspricht. Der Tierarzt bekommt einen ersten Eindruck vom Tier und hat den Vierbeiner bereits im gesunden Zustand kennengelernt. „So kann der Arzt später auch besser unterscheiden, wie stark der Zustand vom normalen Gehabe des Hundes abweicht, wenn der Tierhalter dann später im Krankheitsfall vorstellig wird“, weist Frau Dr. Hölscher auf einen weiteren Pluspunkt des Termins ohne wirklichen Anlass hin.

Die Kosten für eine derartige Untersuchung ohne weitere Behandlungen liegen unter 50 € und geben neben der Information über den aktuellen Gesundheitszustand des Tieres darüber hinaus ein gutes Gefühl, für den Notfall den richtigen Tierarzt gefunden zu haben.

https://www.aktiontier.org/news-2774.atom "Ausgangssperre" für Hühner weitgehend aufgehoben 2021-05-03T12:44:12+02:00 2021-05-03T12:53:53+02:00 Wenigstens das Federvieh darf aufatmen. Auch für Huhn, Pute und Co. waren die letzten Monate kein Zuckerschlecken. Sie durften ihre Stallungen nicht verlassen, denn auch ihr Bestand war von einer Seuche bedroht. Es handelt sich um die Vogelgrippe, auch bekannt als Geflügelpest.

„Diese Krankheit ist aus zwei Gründen sehr ernst zu nehmen“, erklärt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.. „Zum einen kann sie für die Vögel tödlich enden, zum anderen birgt sie die Gefahr, dass einzelne Virusvarianten auf den Menschen übertragen werden,“ führt sie aus. Die Verbreitung der Viren erfolgt durch Wildvögel, die über die Hühnerhaltungen fliegen und hier Kot absetzen. Durch diese Ausscheidungen kann sich das in menschlicher Obhut gehaltene Geflügel infizieren. Dadurch, dass die Tiere nicht mehr ins Freie durften, sollte die Ausbreitung verhindert werden. Sowohl kommerzielle als auch private Geflügelhalten mussten in den letzten Monaten ihre Tiere deshalb ausschließlich in Ställen halten – alles andere als ein Spaß für Tier und Halter.

„Erfreulicherweise sind die Fallzahlen in den letzten Wochen deutlich zurückgegangen“, äußert sich die Tierärztin erleichtert. Aus diesem Grund wurde jetzt in den meisten Regionen Deutschlands die Aufstallungspflicht zurückgenommen, und die Hühner dürfen endlich wieder nach draußen. Ob der eigene Landkreis bereits von der Befreiung betroffen ist, finden Geflügelhalter auf den jeweiligen Internetseiten ihrer Region.

https://www.aktiontier.org/news-368.atom Maulkorbgewöhnung ist immer sinnvoll und für alle Hunde wichtig! 2021-04-23T12:51:00+02:00 2021-07-16T19:54:52+02:00 Viele Hundehalter finden die Vorstellung, ihrem geliebten Vierbeiner einen Maulkorb anzulegen, grauenhaft. Es gibt jedoch zahlreiche Situationen, in denen ein Maulkorb für jeden Hund Pflicht ist wie beispielsweise bei der Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Urlaub in bestimmten Ländern oder inzwischen selbst beim Besuch vieler Restaurants.

„Daher ist es ratsam, seinen Hund an das Tragen eines Maulkorbs zu gewöhnen“, rät Ann Kari Sieme, Hundetrainerin und Mitarbeiterin von aktion tier.

Für den Fall der Fälle sollte der Vierbeiner seinen Maulkorb bereits kennen und positiv verknüpft haben. Grundvoraussetzung hierfür sind erst einmal eine perfekte Passform und eine gute Qualität. „Der Maulkorb muss angenehm zu tragen sein, darf nirgendwo drücken, nicht zu eng sein, darf nicht in die Hundeaugen hängen und muss so stabil sein, dass er nicht durchgebissen werden kann“, sagt Ann Kari Sieme von aktion tier. Mit einem guten Maulkorb sollte der Hund nicht nur hecheln und trinken, sondern sich gegebenenfalls auch erbrechen können. Maulkörbe aus stabilem Plastik, Stahldraht oder solidem Leder leisten in der Regel gute Dienste. Dagegen sind Maulschlaufen aus Nylon oder Stoff nicht zu empfehlen, da diese nicht gesetzlich anerkannt sind und das Hundemaul zu eng umschließen. Um den richtigen Maulkorb zu finden, sollte der Vierbeiner beim Kauf zum Anprobieren mitgenommen werden.

Nach der Anschaffung muss der Vierbeiner behutsam an das Tragen gewöhnt werden. „Halten Sie zunächst den Maulkorb mit der Öffnung zum Hund gerichtet und legen Sie eine kleine Leckerei hinein“, empfiehlt Hundetrainerin Ann Kari Sieme. Wichtig ist, dass der Maulkorb ruhig gehalten und nicht Richtung Hund bewegt wird - ein „Aufstülpen“ sollte unbedingt vermieden werden. Der Hund soll aktiv und aus freien Stücken seine Schnauze in den Maulkorb stecken. Ist diese Grundgewöhnung geschafft, geht es an die Zeitverlängerung. Der Hund soll lernen, nach und nach immer länger im Maulkorb zu verweilen. Hierfür kann man die Leckerei beispielsweise durch von innen in den Maulkorb geschmierte Leberwurst ersetzen, die der Hund dann abschleckt. Erst wenn auch das funktioniert kann die Verschlussschnalle des Maulkorbs während des Ausleckens der Leberwurst um den Kopf des Hundes zuerst gelegt und später dann geschlossen werden. Ist der Vierbeiner soweit, dass er sich den Maulkorb ohne Probleme umlegen lässt und sich im besten Falle sogar deutlich freut, können die Tragezeiten allmählich verlängert werden. Hier empfiehlt es sich, besonders am Anfang nur schöne Unternehmungen mit dem neuen „Accessoire“ zu machen.

„Das problemlose Tragen eines Maulkorbs in bestimmten Situationen erleichtert Hund und Halter erheblich das gemeinsame Leben und eine positive Konditionierung ist vielleicht etwas zeitaufwendig, erspart jedoch allen Beteiligten viel Stress und schlechte Laune“, so Ann Kari Sieme von aktion tier abschließend.

https://www.aktiontier.org/news-2772.atom Vorsicht beim Frühjahrsputz, dem Igel zuliebe! 2021-04-21T12:54:00+02:00 2021-04-21T12:54:44+02:00 Derzeit wachen die ersten Igel in Deutschland aus ihrem Winterschlaf auf. „Wann die Igel genau aus ihrem Winterschlafquartier kommen, hängt von der Außentemperatur ab!“, erklärt Karolin Schütte, Tierärztin im aktion tier Igelzentrum Niedersachsen. Bei länger andauernden Außentemperaturen von um die 10°C werden die Igel langsam wieder munter.

„Das Aufwachen aus dem Winterschlaf kostet viel Energie!“, erklärt die Igelexpertin. Es wäre daher fatal, wenn man durch übereifrige Gartenarbeit die Igel vorzeitig aus dem Winterschlaf weckt oder ihnen sogar das Winterschlafnest zerstört. Deswegen bitten aktion tier e.V. und sein Igelzentrum in Niedersachsen dringend darum, von Gartenarbeiten wie beispielsweise dem Laubharken abzusehen, bis der Frühling wirklich Einzug gehalten hat und alle Igel wieder munter sind. Zudem gehört der Igel zu den besonders geschützten Arten, und es ist nach §44 des Bundesnaturschutzgesetzes verboten, ihre Ruhestätten zu zerstören.

Bereits Anfang dieses Jahres wurden einige geschwächte und abgemagerte Tiere in das aktion tier Igelzentrum Niedersachsen gebracht. Vermutlich haben die Tiere durch die schwankenden Temperaturen den Winterschlaf schlechter überstanden. Denn Igel werden bei größeren Temperaturdifferenzen häufiger wach und verlieren durch den kräftezehrenden Aufwachprozess zusätzlich an Gewicht.

"Durch den Winterschlaf sind die Fettreserven der Igel ziemlich aufgebraucht!", berichtet Karolin Schütte. "Die Igel haben dann bis zu 30% des Herbst-Körpergewichtes verloren.“ Für eine kurze Zeit kann man diese geschwächten Tiere im Frühjahr mit einer kleinen Futterstelle (Mischung aus Igeltrockenfutter und hochwertigem Katzenfutter) sowie einer Wasserschale unterstützen.

„Die wenigsten Igel brauchen menschliche Hilfe. Wenn Sie aber einen krank aussehenden oder verletzten Igel antreffen, braucht dieser wahrscheinlich Unterstützung!“, ergänzt die Tierärztin. In einem solchen Notfall wenden Sie sich bitte an Igelexperten wie die des aktion tier Igelzentrums Niedersachsen.

https://www.aktiontier.org/news-2026.atom Pollenflug macht vielen Hunden schwer zu schaffen 2021-04-19T11:36:00+02:00 2021-04-19T11:39:22+02:00 Allergiker können ein Lied davon singen. Kaum blühen die ersten Sträucher, schwellen die Lider zu, die Nase läuft. Vor lauter Juckreiz würden sie sich am liebsten die Augen auskratzen. Was nicht alle wissen, auch vielen Tieren geht es nicht besser.

„Etwa jeder zehnte Hund reagiert allergisch auf Pollenflug“, berichtet Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier e.V. Dabei ist die Bandbreite des Ausmaßes der Symptomatik groß. Der eine hat nur leicht gerötete Bindehäute, der andere zeigt schlimmen Augen- und Nasenausfluss und leidet dabei unter starkem Juckreiz. „Tritt die Symptomatik moderat auf, bedarf es keiner Therapie“, so die Tierärztin. „Tiere, die hingegen stark betroffen sind, brauchen Hilfe! Sie durchlaufen nämlich ähnliche Höllenqualen wie zweibeinige Allergiker“, führt sie aus.

Einiges kann der Besitzer dabei selber ausrichten. „Erleichterung bringt immer, die Menge des allergieauslösenden Stoffes zu reduzieren“, erklärt Frau Dr. Hölscher. Deshalb soll der Tierbesitzer die Augenpartie mit einem sauberen, feuchten Waschlappen und klarem Wasser reinigen. Kamillentee oder Ähnliches ist in diesem Zusammenhang nicht empfehlenswert, da dieser zwar desinfizierende Wirkung hat, aber die Schleimhäute zusätzlich reizt.

Hunde mit langem Fell dürfen am ganzen Körper abgewaschen werden, um die in den Haaren festhängenden Pollen heraus zu spülen. Natürlich nur, sofern die Umgebungstemperatur eine Ganzkörperwaschung zulässt. Unterbleibt das Ausspülen, werden die Allergene im Fell mit in Wohnung und Körbchen getragen und das Tier leidet nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb der vier Wände. Zudem können für den Waschgang spezielle Tiershampoos für Allergiker zum Einsatz kommen, um den Effekt auszuweiten. Das Scheren des Hundes kann die Maßnahmen ergänzen.

„In extrem heftigen Fällen hilft aber leider nur der Gang zum Tierarzt“, so die Veterinärin. Der kann Augensalben, Tabletten oder auch Spritzen verabreichen, die die Symptomatik lindern bzw. ausmerzen. Auf diese Weise kann dann auch der allergische Vierbeiner den Frühling unbeschwert genießen.

https://www.aktiontier.org/news-1634.atom Bärlauch giftig für Hunde und Pferde 2021-04-07T09:10:00+02:00 2021-04-07T16:23:18+02:00 Der Frühling naht, überall blüht es. Ab und an zieht ein betörender Duft durch die Wälder. Leicht knoblauchartig, aber bei Weitem nicht so penetrant. Kenner wissen, es handelt sich um Bärlauch. Herrlich zu verarbeiten in Suppen und vielen anderen Gerichten. Lecker und gesund, doch leider gilt das nicht für jeden.

"Bärlauch ist für Hunde und Pferde giftig“, warnt Tierärztin Frau Dr. Tina Hölscher von aktion tier e.V. „Es zerstört die roten Blutkörperchen und führt damit zu Blutarmut“, erklärt sie die Wirkung des Giftstoffes Methylcystein-Sulfoxid im Bärlauch.

Erste Symptome einer derartigen Vergiftung sind Schleimhautreizungen, die jedoch beim Tier kaum zu diagnostizieren sind, da es seine Beschwerden leider nicht mitteilen kann. Meist bemerkt der Besitzer erst, wenn Durchfall und Erbrechen hinzukommen, dass mit seinem Liebling etwas nicht stimmt. Ein echtes Gegengift gibt es nicht. Der behandelnde Tierarzt kann versuchen, den Kreislauf des Tieres mit Infusionen zu stabilisieren. Im schlimmsten Fall wird eine Bluttransfusion erforderlich, die die kaputten roten Blutkörperchen ersetzt.

Schwer zu beantworten ist auch die Frage, wie viel Bärlauch für den Hund oder das Pferd tödlich ist. Die sogenannte letale Dosis ist immer vom Gewicht des Tieres und der im Bärlauch enthaltenen Giftstoffmenge abhängig. Beides variiert stark.

„Daher sind Hunde- und Pferdebesitzer gut beraten, ihrem Tier am besten einfach gar keinen Bärlauch zu füttern, dann sind sie auf der sicheren Seite“, rät die Veterinärin. „Auch auf Koppeln muss der Bärlauch samt Knolle aus der Erde entfernt werden“, empfiehlt sie darüber hinaus.

Ebenfalls giftig für Hund und Pferd sind im Übrigen auch alle mit dem Bärlauch verwandten Pflanzenarten. Hierzu gehören Knoblauch, Zwiebeln und sogar Schnittlauch!

https://www.aktiontier.org/news-2769.atom Bitte Plastiknetze von Meisenknödeln einsammeln! 2021-03-31T10:44:00+02:00 2021-03-31T15:02:30+02:00 Während der Kälteperioden im vergangenen Winter wollten viele Menschen den Wildvögeln draußen mit Futter helfen. „Anstatt lose Meisenknödel umwelt- und tierfreundlich zum Beispiel mit einer Hanfschnur zu befestigen, wurden leider wieder massenweise Plastiknetze mit Vogelfutter in Parks und Grünanlagen, aber auch in der freien Natur in Bäume und Sträucher gehängt“, sagt Ursula Bauer von aktion tier- Berlin.

Nun baumeln überall in der Stadt die leeren Säckchen im Wind oder liegen, halb zerrissen, am Boden. Das ist schlecht für die Umwelt und lebensgefährlich für Tiere, die sich darin verfangen können. Abgeschnürte Gliedmaßen durch herumliegende Fäden und Netze kommen vor allem bei Tauben oft vor, die gerne am Boden nach Futter suchen. Das ist für die Vögel äußerst schmerzhaft und führt meist zum Verlust von Zehen und Füßen oder sogar zum Tod.

Außerdem bauen unsere Wildvögel im Moment ihre Nester und sammeln dafür alles ein, was irgendwie "fäderig" ist. Auch Teile der Plastiknetze werden verbaut. Die Küken können sich dann darin verfangen und strangulieren.

aktion tier- Mitarbeiter haben bei einem nur 10-minütigen Test am Westhafenkanal in Berlin insgesamt 11 dieser Netze gefunden und entsorgt. „Es wäre schön, wenn die Berlinerinnen und Berliner mithelfen und beim Spazierengehen nicht nur diese bunten Todbringer, sondern auch anderen gefährlichen Abfall einsammeln würden“, bittet Biologin Ursula Bauer. Wenn jeder mithilft, ist Berlin schnell wieder sauberer und weniger gefährlich für Tiere.

https://www.aktiontier.org/news-2766.atom Die Kottransplantation: ungewöhnlich, aber einfach und effektiv 2021-03-29T09:46:00+02:00 2021-03-29T14:51:27+02:00 Viele Tierhalter können ein Lied davon singen: Immer wieder hat der Hund aufs Neue Durchfall. Was wurde nicht schon alles untersucht, was hat man nicht schon für ein Geld ausgegeben. Und was ist das Resultat? Ein aufs andere Mal kuhfladenartige Kothaufen, das Einsammeln derselben zum Sauberhalten der Grünflächen erweist sich als nahezu unmöglich. Es ist zum Haare raufen.

„Jetzt gibt es Licht am Horizont für chronische Durchfallpatienten“, freut sich Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. Brandaktuelle Studien belegen, dass besonders Patienten mit regelmäßig wiederkehrenden Darmproblemen auf simple Weise geholfen werden kann. „Im Idealfall wird im ersten Schritt ein sogenannter Dysbiose-Index ermittelt. Er liefert eine Aussage über die Zusammensetzung der vorhandenen physiologischen Darmkeime. Dazu benötigt der Tierarzt schlicht eine einzelne Kotprobe, die gefroren in ein spezielles Labor geschickt wird“, erläutert die Tierärztin die Vorgehensweise.

Erfolgt von dort die Bestätigung einer Verschiebung der Flora, steht die Transplantation an. Hierfür bedarf es weder einer Narkose noch einer Sedation. Der Tierarzt und seine Helfer brauchen lediglich eine große Spritze und einen dazu passenden Schlauch, mehr nicht. Der Kot eines gesunden Spendertieres wird mit etwas Flüssigkeit aufbereitet und mittels des Schlauches in den Enddarm des Darmpatienten eingefüllt. „Das war´s dann auch schon“, betont die Tierärztin die Einfachheit der Methode. "Die gesunden Darmbakterien des Spender-Tieres breiten sich im Darm des kranken Tieres aus. So kann die Darmflora schon in kurzer Zeit wieder aufgebaut werden."

Tierhalter, die Sorgenkinder mit dieser Problematik ihr Eigen nennen, können sich an ihre Tierärzte wenden und sich nach einer Kottransplantation erkundigen. Weitere Informationen erhalten Sie darüber hinaus auch unter: www.med.vetmed.uni-muenchen.de/einrichtungen/innere_medizin/leistungen/gastroenterologie/gastrospezialsprechstunde/index.html