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Großputz im Garten auf das Frühjahr verschieben

Igelfreundlicher Garten
aktion tier rät dringend von allzu viel Aktionismus beim Herbstputz ab, denn ein unaufgeräumter Garten hilft vielen Wildtieren über den Winter. Foto: Ursula Bauer
Äpfel
Lassen Sie für die Tiere ein paar Äpfel für die Vögel hängen! Foto: © Ursula Bauer
Schwarzer Holunder
Die Beeren des Schwarzen Holunder sind für Vögel eine wichtige Winternahrung. Foto: © Ursula Bauer
Sonnenblume
Sonnenblumen bitte stehen lassen, damit die Vögel sich im Winter die Kerne herauspicken können. Foto: © Ursula Bauer
Wilde Karde
Die Samenstände der Wilden Karde werden gerne von Distelfinken gefressen. Foto: © Ursula Bauer
 
 

Von Ursula Bauer, September 2016. Der Sommer ist vorbei, die Gartenblumen sind verblüht, Laub bedeckt den Rasen. Viele Gartenbesitzer juckt es jetzt in den Fingern, gründlich sauberzumachen. 

Wir raten jedoch dringend von allzu viel Aktionismus ab, denn ein unaufgeräumter Garten hilft vielen Wildtieren über den Winter. Dann haben Vogelarten wie Drossel, Amsel und Rotkehlchen nämlich einen „Beerenhunger“. Daher sollten beerentragende Sträucher wie Schlehe, Holunder, Weißdorn und Hundsrose, die ihre Früchte oft bis tief in den Winter hinein behalten, im Herbst auf keinen Fall zurückgeschnitten werden. Besitzer von Obstbäumen tun gut daran, einige Früchte am Baum hängen zu lassen. Im Laufe des Winters freuen sich unsere Gartenvögel über diese willkommene Speise. Auch die Fruchtstände von verblühten Stauden und Disteln sowie die Kerne von Sonnenblumen werden in der kalten Jahreszeit besonders gerne von Finken, Meisen und Sperlingen herausgepickt. Daher ist es besser, diese Pflanzen im Herbst einfach als Ganzes stehen zu lassen und erst im kommenden Frühjahr die Stängel abzuschneiden. In diesen verstecken sich außerdem Insekten wie Florfliegen und Wildbienen zur Winterruhe. Heruntergefallenes Laub kann man zusammenrechen und unter Gehölze und Stauden verteilen oder als Haufen im Garten liegenlassen.

Unter den Blättern überwintern viele Kleintiere wie Spinnen und Käfer und manchmal sogar ein Igel. Bitte nie Laubsauger verwenden, da in diesen Geräten unzählige eingesaugte Kleinlebewesen zerhäckselt werden. Gartenabfälle wie Laub, Rasen und Baum- oder Strauchschnitt sollten grundsätzlich nie verbrannt werden. Abgesehen von der Geruchsbelästigung und der Umweltbelastung werden auch alle in den Abfällen befindlichen Lebewesen durch das Feuer getötet.

Genießen Sie, liebe Leser, entspannt Ihren herbstlichen Garten und freuen Sie sich an den vielen Vögeln und Kleintieren, die hier im Winter Nahrung und Unterschlupf finden. Im kommenden Frühjahr, wenn alle Kleinlebewesen aus ihren Winterquartieren hervorgekommen sind und unsere Vögel wieder anderweitig ausreichend Futter finden, können Sie dann beruhigt ans Werk gehen.

Foto: OLVASMM0 / CC0 1.0 Universell CC0 1.0

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