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Themenseite: Frühling

Frühling 2019. Die Vegetation erwacht, viele Wildtiere bekommen Nachwuchs, die ersten Bienen sind unterwegs. Wir haben Ihnen hier ein paar praktische Tipps rund um den Frühling zusammengestellt.

Tipp 1: Zeit für die Garten-Neugestaltung

Grundsätzlich sollten Tierfreunde ihren Garten strukturreich und naturnah gestalten. Ein artenarmer Garten mit englischem Rasen und fremdländischen Gehölzen ist für Insekten, Vögel, Eichhörnchen und Igel uninteressant. Bei der Gartengestaltung raten wir Ihnen zur Vielfalt: schaffen Sie zum Beispiel mit einer Trockenmauer und einem kleinen Feuchtbiotop unterschiedliche Strukturen und Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Pflanzen Sie heimische Sträucher und Bäume und legen Sie einen kleinen Nutzgarten mit Obst- und Gemüsebeeten an. Und bitte vergessen Sie nicht, ein „wildes Eckchen“ mit einzuplanen, wo unter anderem Brennesseln wachsen dürfen. Schließlich dient diese als Unkraut verschriene Pflanze rund 50 unserer heimischen Schmetterlingsarten wie Tagpfauenauge, Landkärtchen und Kleiner Fuchs als Fresspflanze für ihre Raupen.

Tipp 2: Nisthilfen für Vögel und Insekten anbringen

Da Vögel kaum noch natürliche Möglichkeiten für den Bau ihrer Nester beispielweise in morschen Bäumen oder in Hohlräumen an Gebäuden finden, sollten geeignete Nistkästen in einem naturnahen Garten nicht fehlen. Gleiches gilt für diverse Solitärinsekten, die keine Staaten bilden und für ihr Brutgeschäft kleine Hohlräume benötigen. Nisthilfen für Hummeln und Wildbienen können Sie ganz einfach selber bauen.

Tipp 3: Vogelfütterung einstellen

Von einer Vogelfütterung über die frostige Winterzeit hinaus raten wir prinzipiell ab. Wir sollten Wildtiere nicht zu von uns abhängigen Haustieren machen. Wer jetzt noch füttert, sollte allmählich die Futtermenge reduzieren und innerhalb von maximal zehn Tagen ganz damit aufhören. Denn die Vögel finden nun wieder ausreichend Nahrung, mit welcher sie auch ihren Nachwuchs artgerecht aufziehen können. Bei einer Weiterfütterung besteht die Gefahr, dass Vogeleltern Nüsse, Körner und Fettfutter an ihre Jungen verfüttern, die diese Form der Nahrung noch nicht vertragen.

Tipp 4: Igelschutz im Garten

Unsere Gärten sind unter anderem Lebensräume für Igel, die, je nach Witterung, zwischen Mitte März und Mitte April aus ihrem Winterschlaf erwachen. Bitte achten Sie bei den Frühlingsarbeiten im Garten auf die stacheligen Gesellen, die sich gerne in Laub- und Asthaufen oder im Kompost versteckt halten. Mehr Informationen zum Igel liefert unsere Aufklärungskampagne "Unsere Igel".

Tipp 5: Die wenigsten Jungtiere brauchen menschliche Hilfe!

Im Frühling gibt es im Tierreich massenhaft Nachwuchs. Ob Eichhörnchen, Feldhase oder Fuchs - viele Tierbabys tun dieser Tage die ersten Schritte. Wer aus Unkenntnis vermeintlich hilflose Jungtiere mitnimmt, macht diese zu Waisenkindern. Ihre Aufzucht und Pflege ist zeitraubend und teuer und nur, wenn sie von Experten durchgeführt wird, auch erfolgversprechend. Wenn Sie also beim Spaziergang oder in Ihrem Garten ein scheinbar verlassenes Jungtier sehen, nehmen Sie dieses bitte nicht gleich mit. Beobachten Sie die Situation mindestens 1 bis 2 Stunden und vergewissern Sie sich, dass die Elterntiere wirklich nicht mehr auftauchen. Auch wenn das Tierbaby ganz sicher nicht mehr von seinen Eltern betreut wird, sollten Sie erst bei einer Fachberatungsstelle um Rat fragen, bevor Sie es in Ihre Obhut nehmen.

Tipp 6: Für Pferdehalter: Anweiden leicht gemacht!

Im Frühjahr steht bei vielen Pferden der erste Weidegang an. Da sich die Tiere beim ersten Weidegang über das frische Grün oft zu schnell her machen und die Verdauung damit stark belastet wird, kann dies schnell zu der sogenannten Frühjahrskolik führen. Der hohe Eiweißanteil, der in dem jungen Gras enthalten ist, belastet den Stoffwechsel des Pferdes stark. Daher raten wir Ihnen, ihr Pferd langsam anzuweiden (über einen Zeitraum von 2-4 Wochen).

  • In der ersten Woche täglich ca. 10-15 Minuten und die Pferde dabei an der Hand führen, in der zweiten Woche sollte man die Zeit auf 30 Minuten erhöhen
  • Ab der dritten Wochen können Sie Ihr Pferd auch mal eine Stunde auf der Weide stehen lassen, dies aber bitte nur unter Beobachtung und die Zeit kann in der letzten Woche erhöht werden
  • Vor dem anweiden dem Pferd ausreichend Heu zu fressen geben, damit es sich nicht so sehr auf das frische Grün stürzt
  • Vor dem Weidegang kein Kraftfutter geben, da dies in Kombination mit dem frischen Gras zu einer Futtergärung kommen kann und dies zu einer Kolik führen kann.

Tipp 7: Amphibienwanderung: Runter vom Gas!

Wie in jedem Jahr ist auch jetzt wieder die Zeit, in der Kröten, Frösche und Molche ihre Winterquartiere verlassen um zu ihren Laichgewässern zu wandern. Dabei müssen sie häufig Straßen überqueren. Da jedes Jahr hunderttausende Amphibien dem Verkehr zum Opfer fallen, werden vielerorts Schutzzäune mit Fangeimern aufgestellt. Viele freiwillige Helfer bringen dann die Tiere, die sich darin befinden, sicher auf die andere Straßenseite. Wo keine Schutzzäune aufgestellt sind weisen häufig Warnschilder mit der Aufschrift „Amphibienwanderung“ solch stark frequentierte Bereiche aus. Vor allem an diesen Stellen sollten Autofahrer möglichst langsam fahren oder die Streckenabschnitte sogar während der Wanderzeit ganz meiden. Über die Wanderschaft von Frosch, Molch und Co lesen Sie bitte auch den Artikel "Amphibien auf Wanderschaft".

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