Logo Aktion-Tier

Exoten als Haustiere

Ausgefallene Haustiere wie dieser Leguan sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Foto: © Ursula Bauer
Aussenansicht aktion tier BRANDENBURG
Weil die Anschaffung exotischer Haustiere oft mit Problemen verbunden ist, haben aktion tier und Reptilienexperte Marko Hafenberg das Reptilienschutzzentrum 'aktion tier BRANDENBURG' eröffnet. Foto: © aktion tier e.V./Bauer
Marko Hafenberg und ein Mississippi-Alligator
Marko Hafenberg von aktion tier BRANDENBURG mit einem Mississippi-Alligator. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Oft sind die Besitzer mit der Haltung ihrere exotischen Haustiere überfordert: Auch der Besitzer von Rhesusaffe 'Nicki' wandte sich an aktion tier.
Oft sind die Besitzer mit der Haltung ihrere exotischen Haustiere überfordert: Auch der Besitzer von Rhesusaffe 'Nicki' wandte sich an aktion tier. Foto: aktion tier e.V.
Ausgesetzter Tigerpython
Nicht mehr gewollt und ausgesetzt: Der bei klirrender Kälte in einem Waldstück gefundene Tigerpython starb trotz aller Bemühungen. Foto: © aktion tier e.V.
Tote Baumpythons
Trauriger Fall: Beamte finden bei einer Zollkontrolle 124 junge Baumpythons in einem belgischen PKW – versteckt in vier Plastikboxen. Die wenigen noch lebenden Tiere kamen auf die Wildtierstation Sachsenhagen. Foto: © aktion tier, Bauer
Einer von drei Weißbüschelaffen, die von aktion tier aus einer Privathaltung übernomme worden waren und in die Wild- und Artenschutzstation Sachsenhagen kamen. Foto: © aktion tier Wildtierstation Sachsenhagen/ Brandes
Dickschwanzskorpion
Die aktion tier-Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen hat vom Landkreis Schaumburg die Genehmigung zur Haltung von Gefahrentieren. Das Foto zeigt einen Dickschwanzskorpion, der in der Gemüseabteilung eines Supermarktes gefunden worden war. Foto: © Wildtierstation Sachsenhagen
Grüne Wasseragame
Auf Exotenbörsen kann jedermann Exoten wie diese Grüne Wasseragame zum kleinen Preis erstehen. Foto: © Ursula Bauer
Vogelspinne (Avicularia azuraklaasi)
Auch Vogelspinnen (hier: Avicularia azuraklaasi) kann man schon für ein paar Euro erwerben. Foto: © Ursula Bauer
Viele Tierhalter unterschätzen die Kosten, die später bei der Haltung von Exoten wie dieser Bartagame auf sie zukommen.
Viele Tierhalter unterschätzen die Kosten, die später bei der Haltung von Exoten wie dieser Bartagame auf sie zukommen. Foto: © Ursula Bauer
 
 

Fremdländische Tiere haben schon immer eine Faszination auf Menschen ausgeübt. Dies gilt auch für exotische Reptilien, deren Beliebtheit als Haustier in Deutschland stetig wächst. Die Klasse der Reptilien (Reptilia) umfasst mehr als 9.000 Arten, von denen inzwischen ein erheblicher aber zahlenmäßig nicht erfasster Anteil in Privathaushalten lebt. Besonders häufig gehalten werden Arten wie beispielsweise Bartagame, Griechische Landschildkröte, Kornnatter, Königspython und Leopardgecko. Aber auch Grüne Leguane, Rot- und Gelbwangenschmuckschildkröten sowie Abgottschlangen (Boa constrictor) sind recht beliebt. Die Haltung von Reptilien ist jedoch nicht einfach. Diese Tiere haben ganz spezielle Bedürfnisse, denen jeder verantwortungsvolle Halter gerecht werden sollte. Als wechselwarme Tiere sind sie beispielsweise sehr stark von ihrer Umgebung abhängig. Eine artgerechte Haltung setzt ein hinsichtlich Größe und Einrichtung passendes Terrarium und eine möglichst den natürlichen Futter entsprechende Ernährung voraus. Für die meisten fremdländischen Reptilienarten entspricht das Klima in Deutschland nicht den Gegebenheiten ihres ursprünglichen Lebensraumes. Sie werden daher in Haltungen ohne zusätzliche Licht- und Wärmequellen früher oder später krank.

Die hohen Anforderungen an die Reptilienhaltung werden von den Haltern jedoch oft nicht erfüllt. Die Folge sind abgemagerte, kranke Tiere, die still vor sich hin leiden. Nicht nur die Kosten für Anschaffung der Ausstattung sondern auch die Folgekosten (v.a. Stromkosten) werden häufig unterschätzt. Wie auch das teilweise beachtliche und schnelle Wachstum der Reptilien. Ist das Tier dann zu groß, die Stromkosten zu hoch und das neue Terrarium zu teuer wird die Verantwortung gerne abgegeben. Das Reptil soll möglichst schnell weg und wird, im schlimmsten Fall, einfach ausgesetzt.

Leider zieht es auch immer mehr Menschen zu giftigen oder potenziell gefährlichen Reptilien hin. Warum muss es unbedingt ein bis zu 4m groß werdendes Rautenkrokodil sein? Warum eine Königskobra, deren Gift 2-10 Stunden nach dem Biß zum Tode führen kann? Warum ein mit Giftdrüsen versehener Waran? Wir wissen nicht, welche Motive hinter derartigen Haltungen stecken. Fakt ist jedoch, dass von gefährlichen und giftigen Reptilien immer eine potenzielle Gefahr ausgeht. Nicht nur für die Halter, sondern auch für unbeteiligte Dritte wie etwa Nachbarn, Familienangehörige, Polizisten oder Feuerwehrleute.

Reptilienschutzzentrum "aktion tier BRANDENBURG"

Exotische Reptilien (oder Kriechtiere) sind keine Kuscheltiere: ihre Haltung in Gefangenschaft erfordert Geld, Zeit und Fachwissen. Da diese Grundvoraussetzungen häufig fehlen, leiden viele Reptilien in nicht artgerechten Haltungen. Außerdem werden zunehmend Tiere von ihren überforderten Besitzern abgegeben oder einfach ausgesetzt. Um diesem negativen Trend entgegen zu wirken, werden im Reptilienschutzzentrum nicht nur beschlagnahamte Kriechtiere aufgenommen, sondern auch Schulungen und Informationsveranstaltungen durchgeführt. Dadurch sollen bestehende Haltungen verbessert und unüberlegte Neuanschaffungen verhindert werden.

Grüne Wasseragame
Foto: © aktion tier e.V./Bauer

aktion tier BRANDENBURG

[externe Webseite] aktion tier eröffnete zusammen mit Reptilienexperte Marko Hafenberg das Reptilienschutzzentrum "aktion tier BRANDENBURG" in der Stadt Brandenburg/Havel.

[mehr]

Exotische Haustiere im Portrait

Schildkröten als Haustiere Kois als Haustiere Die Klapperschlange

Foto: aktion tier e.V.

Vorfälle mit exotischen Haustieren

Das Geschäft mit der Riesenschlange Spornschildkröte Arthur reist in den Süden Gifttiere in Plattenbausiedlung Wenn Mieter verschwinden und ihre Tiere in der Wohnung zurücklassen Schlangenbiss mit Todesfolgen in Österreich Nilwaran beißt Besitzer

Foto: Sabo

Artenschutz

Mehr zum Thema Artenschutz, Artensterben und Artenvielfalt erfahren Sie im Themenbereich [Natur- und Artenschutz].

[mehr]