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Die aktion tier Tierrettung München klärt aufGiftiges für Hund und Katz'

Avocado
Einige Lebensmittel, die für Menschen gesund sind, sind für Hunde giftig. Beispielsweise Avocados: Sie enthalten Persin (ein Toxin). Foto: PublicDomainPictures / CC0 1.0 Universell CC0 1.0
Schokolade ist für Hunde giftig
Vor allem in Bitter- u. Zartbitterschokolade ist das Purinalkaloid Theobromin enthalten, dieses ist für Hunde giftig. Foto: Security / CC0 1.0 Universell CC0 1.0
Verfüttern Sie nie rohes Schweinefleisch. Es kann das Aujetzky-Virus enthalten, welches erst ab einer Temperatur 60° Grad abgetötet wird. Foto: pdpphotos / CC0 1.0 Universell CC0 1.0
Verwahren Sie Medikamente immer sicher auf, sodass Ihr Haustier nicht gefährdet wird! Foto: Photolizm / CC0 1.0 Universell CC0 1.0
Weisse Weintrauben
Weintrauben führen genauso wie Rosinen zu Durchfall und Erbrechen, im schlimmsten Fall zu Nierenversagen. Foto: Kutschi (Eigenes Werk) / CC0 Public Domain CC0 1.0
 
 

Von Lea Grünberg, April 2015. Der Anruf kam an einem Sonntag nachmittag. Freunde aus dem Schwarzwald meldeten sich bei unserem Präsidenten, Prof. Dr. Henning Wiesner. Sie waren verzweifelt. Ihr sieben Monate alter Golden Retriever-Welpe hatte ein ganzes Pfund Weintrauben gefressen - in einem Moment, in dem sie nicht auf ihn achteten. Irgendwo hatten sie gelesen, dass Weintrauben für Hunde tödlich sein können. Tatsächlich werden in der wissenschaftlichen Literatur derartige Fälle beschrieben. Unklar ist dennoch, wann Weintrauben zum anaphylaktischen Schock führen können. Wissenschaftler sprechen von einer Individualdisposition dafür.

Weil weit und breit kein Tierarzt aufzutreiben war, gab Prof. Dr. Henning Wiesner einen Rat, der allerdings nur als Erste-Hilfe-Maßnahme verstanden werden darf: Kohle-Kompretten mit reichlich ausgeschäumter Cola verabreichen! Das heißt: Mit der Gabel solange aufrühren, bis keinerlei Bläschen mehr aufsteigen. Dennoch gilt: Fressen Hunde oder Katzen für sie gefährliche Lebensmittel, sollte dringend ein Tierarzt aufgesucht oder notfalls die Tierrettung verständigt werden. Nur Tierärzte können ein spezielles Brechmittel verabreichen, das Ihrem Liebling unter Umständen das Leben retten kann. Wichtig ist es, den eigenen Hund oder die eigene Katze, vor allem, wenn es sich um Jungtiere handelt, wie ein kleines Kind zu betrachten und möglichst nichts in ihrer Erreichbarkeit stehen zu lassen. Folgende Lebensmittel sollten Sie auch nicht an Ihre Vierbeiner verfüttern - einige davon sind absolut giftig, bei wieder anderen kommt es auf die Menge an.

Alkohol

Ein kleiner Schluck Bier, um zu beruhigen oder eine Praline mit Alkohol zur Belohnung? Nein, auf keinen Fall. Alkohol hat bei einem Hund die gleichen Auswirkungen wie bei einem Menschen. Allerdings kann bei einem Hund schon ein kleiner Schluck zu Erbrechen, Koordinationsstörungen, Atemnot, Koma und sogar zum Tode führen. Alkohol ist absolut giftig für Hunde!

Avocados

Auch wenn Ihr Hund den Eindruck eines Allesfressers vermittelt und sogar Kopfsalat zu schätzen weiß: Avocados können tödlich sein. Sie enthalten Persin (ein Toxin), welches giftig für Hunde ist. Vorsicht: Auch Wellensittiche sterben an Avocados!

Zwiebeln und Knoblauch

Vor allem rohe Zwiebeln und roher Knoblauch enthalten N-Propyldisulfid und Allylpropylsulfid, welches die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Körper des Hundes zerstört. Dies führt zu einer Anämie, die gefährlich werden kann. Achtung: Bei erhitzten Zwiebeln und erhitztem Knoblauch dampfen die gefährlichen Schwefelverbindungen ab!

Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und Tee

Auch koffeinhaltige Getränke sind giftig für Hunde (mit Ausnahme geringer Mengen Cola zur Kreislaufstabilisierung, aber auch Cola bitte nur notfalls bzw. nach Rücksprache mit Ihrem Tierarzt). Koffein erhöht den Blutdruck, beschleunigt den Puls, verengt die Blutgefäße und vermindert die Reizschwelle der Nerven im Gehirn. Bei einer Koffeinvergiftung kann es beim Hund daher zu Unruhe, Zittern, Krampfanfällen, Überwärmung und lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen. Außerdem leidet das Tier unter Erbrechen, Durchfall und vermehrtem Durst.

Weintrauben und Rosinen

Weintrauben und Rosinen können bei Hunden eventuell zu Durchfall und Erbrechen führen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Nierenversagen kommen. Hier gibt es eine vielzitierte Faustregel: Zehn bis 30 Trauben oder 50 Rosinen für einen fünf Kilogramm schweren Hund können tödlich sein. Warum und welche Hunde reagieren, ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Eine Rassedisposition scheint offenbar nicht vorzuliegen. Retriever sollen besonders empfindlich sein. Die klassischen Anzeichen einer Weintraubenvergiftung sind Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfall. Mattheit und Apathie folgen. Blutwerte geben darüber Aufschluss, wie schlimm die Vergiftung im jeweiligen Stadium ist. Bei Aufnahme größerer Mengen Weinbeeren kommt es schließlich zum Nierenversagen. Das Tier verstirbt.

Milch und Milchprodukte

Milch enthält wichtige Proteine und Vitamine, die nicht nur für uns Menschen, sondern auch für Hunde gesund sind. Allerdings enthält Milch viel Milchzucker (Laktose), den Hunde oft nicht gut vertragen und der zu schwerem Durchfall führen kann. Fragen Sie daher bei Ihrem Tierarzt nach, ob Sie Ihrem Hund Milchprodukte verfüttern dürfen und welche Mengen für Ihren Hund angebracht sind.

Nüsse

Eine Nuss ist durchaus erlaubt. Denn Walnüsse, Haselnüsse und Co. sind in geringen Maßen nicht nur lecker, sondern auch gesund für Ihren Vierbeiner. Doch bitte auch hier auf die richtige Dosierung achten und den Hund nicht damit vollstopfen! Durch den Phosphoranteil in der Nuss kann ein übermäßiger Genuss bei empfindlichen Hunden Blasensteine verursachen. Eine Ausnahme unten den Nüssen ist die Muskatnuss. Diese ist für Hunde giftig und darf auf keinen Fall gefressen werden.

Schokolade

Frisst Ihr Hund viel Schokolade - vor allem Bitterschokolade und Zartbitter-Schokolade - kann es zu lebensgefährlichen Vergiftungserscheinungen kommen. In Schokolade ist das das sogenannte Purinalkaloid Theobromin enthalten, das giftig für Hunde ist. Auch hier gilt: Bereits eine Tafel Schokolade führt bei einem fünf Kilogramm schweren Tier zum Tod. Also lautet die Faustregel: Je kleiner der Hund, desto gefährlicher ist der Genuss von Schokolade!

Süßstoff

Der schwer über die Lippen kommende Name des für den Hund lebensbedrohlichen Giftstoffs im Kaugummi lautet Xylitol - ein Austauschstoff für Zucker. Er ist in vielen Lebensmitteln enthalten. So kommt er in etlichen kalorienarmen Süßigkeiten und Backwaren vor. Was kaum einer weiß: Xylitol ist hoch giftig für Hunde. Schon 0,1 g pro Kilogramm Körpergewicht können reichen, um den Vierbeiner zu töten. Eine Tüte Bonbons kann somit das Aus bedeuten. Bei Hunden kommt es nach Aufnahme von Xylitol (anders als bei Menschen) zu einer massiven Insulinausschüttung. Insulin senkt den Zuckerspiegel im Blut. Sinkt dieser zu stark ab, führt das zu Krämpfen und komatösen Zuständen. Im schlimmsten Fall verstirbt das Tier! Zusätzlich können schwere Leberschäden das Überleben des Tieres auf einer weiteren Ebene gefährden.

Rohes Fleisch

Rohes Schweinefleisch und rohes Wildschweinefleisch können das Aujetzky-Virus enthalten, das für Menschen zwar harmlos, für Hunde aber tödlich ist. Bei einer Temperatur von mehr als 60° C wird das Virus abgetötet, daher sollten Sie Schweinefleisch nie roh an Ihren Hund verfüttern.

Roher Fisch und rohes Eiklar

Roher Fisch und rohes Eiklar enthalten Enzyme, die Vitamin B 1 zerstören können, was tollwutähnliche Symptome (Pseudowut) hervorrufen kann. Daher Fisch und Ei nur gebraten oder gekocht verfüttern.

Salz

Salz führt zu einer erhöhten Flüssigkeitsansammlung im Körper des Hundes. Bei gesunden Hunden müssen Sie darauf achten, dass sie immer genug Wasser trinken, damit das überschüssige Salz wieder ausgeschieden wird. Bei herzkranken Hunden kann die Flüssigkeit wegen der verminderten Herzleistung nicht ausgeschieden werden.

Weihnachtsstern & mehr

Der Weihnachtsstern gehört zu den Wolfsmilchgewächsen und ist daher hoch giftig für Tiere. Das gilt nicht nur für Hund und Katze, auch Vögeln bekommt die attraktive Pflanze alles andere als gut. Zu den klassischen Vergiftungserscheinungen bei Tieren durch Weihnachtssterne gehören Erbrechen, Zittern, Speicheln und Muskelkrämpfe. Viele andere Zimmerpflanzen wie Drachenbaum, Yucca- Palme, Ficus benjamini, Christdorn, Azalee, Korallenbäumchen, Amaryllis und Becher-Primel sind giftig. Schon kleine Mengen genügen, um bei Hunden, Katzen und Kleintieren Vergiftungen hervorzurufen.

Arzneimittel

Medikamente für Menschen sind oft Gift für unsere Haustiere. Vor allen Dingen der Verzehr von Schmerz- und Schlafmitteln sowie von Antidepressiva kann für Hunde und Katzen tödliche Folgen haben. Die teilweise bunten Pillen und Tabletten verleiten unsere Hausgenossen leicht zum Knabbern und sollten daher in der Wohnung immer sicher unter Verschluss gehalten werden, am besten in einer verschließbaren Schublade oder in einem Medikamentenschrank.

Tabak und Feuerzeuge

Tabak ist, oral aufgenommen, für Mensch und Tier gleichermaßen giftig. Zigaretten, Zigarren, offene Tabakdosen und Aschenbecher mit Kippen sollten aus dem Grund für Haustiere immer unerreichbar aufbewahrt werden. Auch Feuerzeuge sind gefährlich, da sie unter Umständen explodieren können, wenn Hunde oder Katzen darauf herumnagen.

Fazit:

Die Gründerin und Vizepräsidentin der aktion tier-tierrettung münchen, die Rechtsanwältin und CSU-Stadträtin Dr. Evelyne Menges, empfiehlt daher: „Bitte lassen Sie nichts offen auf dem Küchentisch oder in der Erreichbarkeit Ihres Tieres stehen: Keine Lebensmittel, keine Zigaretten, keine Medikamente. Selbst verpackte Nahrungsmittel gehören in einen Schrank, den Ihr Liebling nicht öffnen kann. Hunde, vor allem wenn es sich um Jungtiere handelt, sind unglaublich neugierig und verspielt. Wenn da etwas herumliegt, kommt das für sie einer Aufforderung gleich, doch nachzusehen, ob sich dahinter etwas Fressbares verbirgt. Und belohnen Sie Ihr Tier bitte nur mit eigens für sie produzierten Hunde- oder Katzenleckerlis. Wenn Ihr Tier dennoch einmal etwas Ungeeignetes erwischt hat, bitte in jedem Fall Ihren Tierarzt informieren oder die Tierrettung alarmieren! Ihr Hund oder Ihre Katze werden es Ihnen mit ihrer Gesundheit danken“!