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Hamster (Cricetinae) als Haustiere

Hamster sind vor allem für Berufstätige tolle Hausgenossen. Foto: Massimo1 / CC0 1.0 Universell CC0 1.0
Roborowski-Zwerghamster (Phodopus roborovskii). Foto: Bullet / CC BY-SA 3.0 CC BY-SA
Hamsterbabys nach der Geburt. Foto: S. Perkiewicz / pixelio.de
Die Hamsterbabys, schon einige Tage älter. Foto: S. Perkiewicz / pixelio.de
Die jungen Hamster, noch etwas größer. Foto: S. Perkiewicz / pixelio.de
Hamsterfutter.
Hamsterfutter sollte sehr vielseitig sein! Foto: IPO
Hamsterzubehör.
Zubehör für einen Hamster. Foto: IPO
Hamsterhaus.
Das Hamsterhaus ist ein wichtiger Rückzugsort für die kleinen Nager. Foto: IPO
Hamsterhaus.
Hamster sind nachtaktive Tiere, die sich zum Schlafen tagsüber gern in ihr Häuschen zurückziehen. Foto: IPO
Hamstersäckchen
Hamstersäckchen. Foto: IPO
Hamsterrad.
Bei der Wahl des Laufrades ist Achtung geboten! Viele handelsübliche Räder schaden den Tieren. So sollten Sprossen z.B. wie auf diesem Foto geschlossen sein, damit sich die Tiere nicht die Füße einklemmen. Foto: IPO
Dieses Laufrad ist für einen Hamster nicht geeignet; in den Sprossen klemmt sich der kleine Kerl schnell die Füßchen ein! Foto: Th. Reinhardt / pixelio.de
Hamstertransportbox.
Eine Transportbox für Hamster erleichtert z.B. den sicheren Weg zum Tierarzt. Foto: IPO
 
 

Oft ist ein Hamster das erste Tier auf der Wunschliste unserer Kinder. Meist wird dabei nicht bedacht, dass der kleine Wicht den Tag verschläft und erst abends sein Häuschen verlässt. Durch seine nächtlichen Aktivitäten bringt er Unruhe in das Kinderzimmer, indem er in seinem Käfig krabbelt, raschelt und das Laufrad ohne Ende in Bewegung setzt. Enttäuschung ist programmiert, denn seine Lebensgewohnheiten sind weit davon entfernt, für Kinder immer bereit zu sein zum Schmusen und Kuscheln. Daher ist er für sie nicht der ideale Spielgefährte. Schnell geht das Interesse an dem kleinen Hamster verloren, die Eltern müssen das Füttern und die Pflege übernehmen. Das Tier wird oft vernachlässigt, langweilt sich oder wird im Tierheim abgegeben. 

Dennoch – Hamster sind liebenswerte Heimtiere und besonders für Berufstätige die idealen Hausgenossen. Sie schenken viel Freude und Entspannung. Nach einem langen Arbeitstag den kleinen Kerl zu beobachten und auch mit ihm zu spielen macht vielen Menschen Spaß. Vorsicht ist allerdings geboten. Entwischt er in einem unbeobachteten Moment, findet er in sämtlichen Ritzen und Löchern Unterschlupf. Geduld ist in diesen Fällen angesagt. Entweder kommt der Kleine je nach Lust und Laune von allein zurück, oder ein großes Möbelrücken sorgt für Kurzweil am Abend. Vorher sollte man den geöffneten Käfig – bestückt mit Leckerbissen – auf den Boden stellen. Hin und wieder findet man den Ausreißer am nächsten Morgen friedlich schlafend in seinem Häuschen wieder.

Hamster bevölkern in der freien Natur karge Lebensräume und so bleibt es nicht aus, dass die europäischen wie auch die asiatischen Arten oft endlose Strecken laufen müssen, um ihre Nahrung zu finden und in ihren Backentaschen in den Bau zu tragen. Nur dort sind sie sicher, denn sie selbst sind eine leichte Beute für jene Tiere, zu deren Beutespektrum sie gehören. Auch ihre Nachtaktivität bedeutet Schutz vor Beutegreifern. Hamster haben dieses lebensrettende Verhalten selbst durch jahrelange Züchtungen beibehalten und wir sollten sie daher im wahrsten Sinne des Wortes „artgerecht“ halten.

Das heißt, wir müssen ihre Grundbedürfnisse erfüllen:

  1. Artgerechtes Futter
  2. Ausreichende Bewegung
  3. Rücksichtnahme auf ihren Tag-Nachtrhythmus

Artgerechtes Futter

In Zoohandlungen gibt es ein buntes Sortiment aus hartschaligen Samen zwischen Hirse- und Haselnussgröße, außerdem kleine Leckerbissen und Knabberstangen. Obst und Saftfutter, bestehend aus Kräutern und Gräsern, natürlich ungespritzt, Trockenfrüchte und das Raufutter Heu und Stroh gehören ebenso zur Hamsternahrung. Tierisches Eiweiß ist auch ein wichtiger Bestandteil. Zwei- bis dreimal in der Woche etwas Rinderhack, Quark oder Hüttenkäse und als Lebendfutter zwei Mehlwürmer – am besten alles im Wechsel – decken den Eiweißbedarf. Hundekuchen enthält ebenfalls tierisches Eiweiß. Süßigkeiten wie etwa Schokolade stehen auf der Verbotsliste. Ungespritzte Äste sind zum Benagen ein gesunder Knabberspaß. Eine Wasserflasche mit Trinknippel gehört in jedes Hamsterheim. Mit Leckerbissen kann man noch etwas scheue Hamster schnell an die Hand gewöhnen. Ansonsten kann es geschehen, dass sie vor Schreck, oder um ihr Reich zu verteidigen, ihre Zähnchen einsetzen.

Ausreichende Bewegung

Hamster sind Einzelgänger. Ein Hamsterpärchen trennt sich nach der Paarung meist schnell, zumal der Bock vom Weibchen derart gebissen wird, dass er schnell das Weite sucht. Die Haltung von zwei Weibchen oder auch von Geschwistern ist nicht anzuraten, denn das dominante Tier wird das unterlegene immer wieder jagen. Hamster brauchen keine Artgenossen, jedoch sollte auch für Einzeltiere das Hamsterheim so groß wie möglich sein. Sie brauchen Platz, um herumzutollen und zu spielen. Das Angebot in den Zoohandlungen ist reichlich, und die Käfige sind mit Möglichkeiten zum Klettern ausgestattet. Allerdings sind etliche Käfige im Angebot, die mit völlig ungeeigneten Laufrädern bestückt sind. Einzeln angebotene Räder haben oftmals auch diese Nachteile. Die Sprossen sind nicht geschlossen, und schon so mancher Hamster klemmte sich beim Laufen Füße und Beine ein. Außerdem befinden sich die Aufhängungen der Laufräder in der Mitte des Rades. Diese Fehlkonstruktion zwingt Hamster beim Laufen ihren Rücken durchzubiegen. Rückendeformationen und Bandscheibenvorfälle sind die Schmerz bringenden Folgen. Erhält der Hamster genügend Freilauf, so ist das Bereitstellen eines Laufrades unnötig. Viele Hamster kriegen nämlich bei der Nutzung eines Rades einen regelrechten „Koller“ und zeigen suchtähnliches Verhalten. Daher ist das freie Laufen in jedem Fall vorzuziehen.