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Aus der TiermedizinNasentumor beim Hund

Hundenase – Foto: Pixabay

Meist beginnt es mit Nasenausfluss, meist nur auf einer Seite. Gelegentliches Niesen begleitet diese seltsam einseitige Form des Schnupfens. Das Sekret ist oft etwas gelblich und riecht ungut. Manchmal erkennt man zudem eine Beule im Bereich der Schnauze. Handelt es sich beim vorgestellten Patienten außerdem um einen Vierbeiner, der bereits am Beginn der zweiten Lebenshälfte steht oder womöglich sogar noch etwas älter ist, müssen beim behandelnden Tierarzt alle Alarmglocken schrillen. Hier könnte ein Tumor der Nasenhöhle Auslöser für das Krankheitsgeschehen sein!

Ein Bericht von Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.

Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium breitet sich die Schleimabsonderung auf das zweite Nasenloch aus. Manchmal kommt sogar Augenausfluss hinzu. Erhält das Tier Antibiotika, verbessert sich das Geschehen häufig. Allerdings ist die Freude nur von kurzer Dauer. Nach Absetzen der Medizin verschlechtert sich die Symptomatik schnell wieder. Die Diagnose erfolgt mittels bildgebender Verfahren oder einer Untersuchung der beteiligten Zellen. Zum Einsatz kommen Röntgen, Rhinoskopie und MRT oder CT. Die beiden letztgenannten Untersuchungsmethoden sind am besten geeignet, um Tumore der Nasenhöhle zu diagnostizieren. Jedoch verfügen zum einen lange nicht alle Tierarztpraxen über entsprechende Ausstattungen, zum anderen sind diese diagnostischen Mittel sehr teuer in der Anwendung und das Tier muss hierfür in Narkose gelegt werden. Vor allem bei älteren Tieren ist dies mit entsprechenden Risiken verbunden, und es gilt genau abzuwägen, welche Vorgehensweise die Beste ist.

Tumore der Nase machen etwa zwei Prozent aller Tumorerkrankungen beim Hund aus.

Damit treten sie nicht sehr zahlreich auf, aber wenn sie sich entwickeln, dann sind sie leider fast immer bösartig. Sie neigen zu infiltrativem Wachstum. Das heißt, die bösartigen Zellen breiten sich auch gerne in den umliegenden Geweben aus. Naturgemäß ist das Gehirn nicht allzu weit von der Nase entfernt. Erreicht der Krebs diese Areale, kann das Tier Ausfallerscheinungen bis hin zu epileptischen Anfällen zeigen. Nicht ganz klar ist, ob langschnäuzige Hunderassen häufiger betroffen sind als Hunde mit kurzem Gesichtsschädel. Momentan scheint es so, als könnte das der Fall sein. Konkrete Zahlen fehlen hierzu bisher. Doch schon allein die größere Oberfläche der Nasenschleimhaut bei Hunden mit langer Schnauze, lässt den Schluss zu, dass sie häufiger am Nasentumor erkranken. Im Übrigen kann es auch Katzen erwischen, doch bei ihnen tritt der Nasentumor noch seltener als bei Hunden auf.

Je nach genauer Tumor-Art und Größe basiert die Therapie auf bis zu drei Säulen: Bestrahlung, Operation und Chemotherapie. Je nach Fall kommen nur ein Verfahren oder auch zwei oder alle drei parallel zum Einsatz. Nicht immer gelingt es, dadurch das Tier zu heilen. Lebensverlängernd wirkt die Behandlung aber wenigstens fast immer.