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Der hundefreundliche Garten

Von Ingeborg Polaschek. Wenn sich alle in der Familie einig sind und es das Umfeld zulässt, kann endlich der neue Hausgenosse Einzug halten; sicherlich sind vorher alle anstehenden grundsätzlichen Fragen zur Haltung eines Hundes im Vorfeld geklärt worden. Es ist besonders schön für Hunde, wenn man einen Garten zur Verfügung hat.

Hier gibt es etliche Möglichkeiten zum Spielen und Toben. Wer handwerklich begabt ist und es der Platz im Garten zulässt, baut für seinen vierbeinigen Freund vielleicht einen Erlebnisspielplatz mit Laufbalken, Tunnel und Wippen. Allerdings ist auch Vorsicht angesagt. Man sollte darauf achten, dass keine gefährlichen Gegenstände herumliegen wie Sägen, Harken, Rechen und Gartengeräte mit Elektrozuleitungen. Auch nicht feststehende Skulpturen mit scharfen Kanten und Ecken können beim wilden Spiel leicht umgerannt werden und zu Verletzungen führen. Gefährlich sind Gartenteiche mit steilen Rändern. Am besten werden sie mit einer breiten, seicht auslaufenden Randzone angelegt. Der Winter birgt ebenfalls Gefahren. So mancher Hund ist schon auf dünnem Eis eingebrochen, da er ja nicht die Stärke und Tragfähigkeit einschätzen kann. Viel Spaß bringen Pools. Wie schön, wenn Mensch und Hund gemeinsam dort schwimmen können. Allerdings steigt jährlich die Zahl jener Hunde, die im Pool umgekommen sind. Auch hier sind flache Ausstiege unbedingt notwendig. Es ist Aufgabe des Besitzers, mit dem Hund zu üben und ihm immer wieder die rettenden Stellen zu zeigen, damit er notfalls schnell jene Ausstiege finden kann. Sehr gefährlich sind wasserlose Pools während Reparatur- oder Reinigungsarbeiten. Viele Hunde sind freudige Schwimmer und springen bei jeder Gelegenheit gerne in das kühle Nass. Abdeckungen, Netze oder Gartenverbot während dieser Zeit können Hundeleben retten.

Dass Blumen- und Gemüsebeete oder der schöne Rasen keine Hundetoilette sind, muss der Hund schon im Welpenalter lernen. Er darf nicht überall im Garten seine Pfützchen hinterlassen, ganz abgesehen von dem „großen Geschäft“. Viele Leute könnten ein Lied davon singen, wenn sie anlässlich ihrer Besuche bei Hundebesitzern im Garten plötzlich etwas Weiches unter ihren Schuhsohlen spüren und ein nicht gerade angenehmer Duft in ihre Nasen stieg. Dort, wo man noch kurz vorher den Duft der bunten Sommerblumen genoss, bleiben dann nur noch Naserümpfen und Geschmiere unter den Schuhsohlen. Es ist aber möglich und praktisch, dem Hund zu zeigen, dass es im Garten einen Platz für ihn gibt, wo er seine Geschäfte machen darf. Manchmal gibt es Situationen wie etwa Krankheit, Zeitmangel oder nicht geeignetes Umfeld im Wohngebiet, die weitere Fahrten erforderlich machen bis ein Platz gefunden ist, wo der Hund, ohne schlecht aufzufallen, sein Beinchen heben darf. Hier ist ein als Hundetoilette gedachtes Sandbett im Garten eine gute Alternative. An einer vom Haus abgelegenen Stelle und nicht gerade an der Grenze zum Nachbarn hebt man eine etwa 200- 300 cm breite Grube mit 20 cm Tiefe aus. Dort füllt man bis zum Rand Sand ein und setzt den Welpen immer nur dort auf „seine Toilette“. Er wird schnell begreifen, dass er nur dort sein Bein heben und Kot absetzen darf. Am besten stellt man einen Eimer mit Müllbeutel und Deckel auf und legt Handrechen und eine Schaufel bereit, damit der Kot ohne Schwierigkeiten entsorgt werden kann. Beschmutzten Sand an den am meisten benutzten Stellen sollte man ab und zu austauschen.

Vorsicht, Ausbrecher!

Falls sich Hunde öfters und länger unbeaufsichtigt im Garten aufhalten, sind etliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Es gibt unter ihnen nämlich Buddler, Nager und Springer. Hier ist ein fester Zaun notwendig, der unten gut abschließt und je nach Größe des Hundes eine gewisse Höhe aufweist. Jedenfalls darf man den Hund niemals – wenn auch nur zum Spaß – dazu ermutigen, über den Zaun zu springen. Er wird es immer wieder tun. Der Zaun muss dicht genug sein, damit der Hund den Kopf nicht durchstecken kann. Vorsicht bei läufigen Hündinnen. Diese sollten nicht unbeaufsichtigt im Garten bleiben, denn sie haben hin und wieder die unglaublichsten Einfälle, um zu jenen, am Gartenzaun flanierenden Rüden zu kommen, die, ebenfalls von Sehnsucht gepackt, von außen versuchen, in den Garten zu gelangen.

Vorsicht mit Dornen, Stacheln und Gift

Dornige Hecken sollte man im Hundegarten nicht anpflanzen. Zu schnell könnte bei wildem Spiel der eine oder andere Dorn im Auge, in den Lippen oder in der Pfote stecken bleiben. Vorsicht auch mit Kakteen auf der Terrasse oder im Garten. Berberitzen, Brombeeren, Feuerdorn, Rosen – davon besonders Wildrosen – Weißdorn und Sauerdorn sind für einen „Hundegarten“ nicht geeignet. Wie auch etliche Zimmerpflanzen, sind eine ganze Reihe von Wild- und Gartenpflanzen für Hunde giftig. Oftmals wissen künftige Hundehalter gar nicht, wie gefährlich diese für den neuen Hausgenossen sind. Meist ist ja der Garten schon angelegt und man muss in diesem Fall besonders vorsichtig sein. Wenn eine Neuanlage ansteht, sollten solche Gewächse nicht eingeplant werden, auch wenn sie noch so schön sind. Buchsbaum, Efeu, Rhododendron, Fingerhut, Herbstzeitlose, Ginster, Maiglöckchen, Narzissen und Wolfsmilch sind nur einige aus dieser langen Reihe, und man sollte sich vorher am besten in Baumschulen, Gärtnereien oder auch bei Tierärzten Informationen einholen.

Ist Gassi gehen notwendig?

Diese Frage kann nur mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortet werden. Auch wenn der Garten noch so groß ist – ein Hund braucht Sozialkontakte, fremde Gerüche, Begegnungen mit anderen Hunden und Herausforderungen in den verschiedensten Situationen. Buddelecke, Pool und Hundetoilette im eigenen Garten würde er bestimmt gerne tauschen gegen Spaziergänge mit Herrchen und Frauchen.